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25.04.2018, 10:33

Deutscher Wide Receiver im kicker-Interview

Equanimeous St. Brown: "Ich fühle mich stark genug für die NFL"

Er ist der Sohn eines ehemaligen Mister Universum, Football-Profi - und seine Wurzeln liegen in Deutschland. Beim anstehenden NFL-Draft ist Equanimeous St. Brown mit dabei. Im kicker-Interview spricht er exklusiv über seine sportliche Familie, die Nervosität vor dem in der Nacht auf Freitag anstehenden Draft - und über Spaghetti Bolognese um 3 Uhr früh.

Equanimeous St. Brown
Deutsche NFL-Hoffnung: Equanimeous St. Brown.
© imagoZoomansicht

kicker: Equanimeous St. Brown, Sie haben sich nach erfolgreichen Jahren auf dem College für den NFL-Draft 2018 entschlossen. Wie ist die Entscheidung abgelaufen?

Equanimeous St. Brown: Ich habe drei Spielzeiten bei Notre Dame gespielt und sehr viel dort gelernt. In der ersten Saison habe ich für die Special Teams gespielt und wurde nur sporadisch in der Offense eingesetzt. In der zweiten Saison habe ich super mit DeShone Kizer harmoniert und viele Catches, Touchdowns und Yards gemacht. In der dritten Saison schließlich haben wir mit Brandon Wimbusch einen anderen Quarterback gehabt, der mehr auf das Running Game ausgerichtet war und weniger auf Passing. Es lief also nicht optimal für mich, da ich auf Bälle angewiesen bin. Trotzdem habe ich mich kontinuierlich verbessert, wir haben starke Offense Coaches bei Notre Dame - und auch mein Route Running ist besser geworden. Leider konnte ich es zu wenig in den Spielen der letzten Saison zeigen. Ich fühle mich aber bereit und stark genug für den Schritt in die NFL.

kicker: Hat Sie Ihre Familie unterstützt - oder gab es auch Leute, die Sie abhalten wollten von dem sicherlich mutigen, beachtlichen und selbstbewussten Schritt?

Familienmensch: Equanimeous St. Brown mit seinem Onkel Mike Steyer.
Familienmensch: Equanimeous St. Brown mit seinem Onkel Mike Steyer.
© Mike SteyerZoomansicht

St. Brown: Mein Familie, also Vater John, meine Mutter Miriam und meine Brüder Osiris und Amon-Ra, stand und steht zu 100 Prozent hinter mir. Es war mir früh klar, dass ich in die NFL möchte. Die Möglichkeit ist nun da - und alle standen dabei hinter mir. Mein Vater hat mich optimal auf die Combine vorbereitet und im Kraftraum gedrillt, mit meinem Bruder Amon-Ra habe ich zwischendurch mit dem Ball trainiert. Mein Vater kümmert sich zusammen mit meinem Onkel Mike Steyer um das Drumherum, auch was die Vermarktung angeht. Es ist wie ein Familienbetrieb, alle müssen da an einem Strang ziehen. Und tun das auch.

kicker: Ist in der jüngsten Zeit die Nervosität gestiegen? Oder sehen Sie der womöglich lebensverändernden Sache cool entgegen?

St. Brown: Ich bin im Moment noch recht gelassen. Ich wusste ja, dass es einmal soweit kommt und habe mich da mental schon darauf vorbereitet. Wenn dann beim Draft die Namen gezogen werden, werde ich dann wohl doch schon "excited" sein, also nervös im positiven Sinne. Es wird schon spannend sein zu wissen, welches Team es sein wird und in welcher Stadt ich die nächsten Jahre leben werde.

Steak und Spaghetti Bolognese um 3 Uhr früh

kicker: Wie laufen die Monate/Wochen vor dem NFL-Draft ab?

St. Brown: Es war viel Training angesagt. Ich musste etwas Gewicht zulegen, weswegen ich manchmal den Wecker auf 3 Uhr morgens gestellt habe, um dann Pasta Bolognese oder Steak zu essen. Täglich war ich dann drei bis vier Stunden im Kraftraum. Die Vorbereitung auf die Combine stand im Fokus. Ich habe auch viel in Newport Beach am Strand mit ehemaligen High-School- und College-Freunden trainiert.

kicker: Gibt es Richtlinien von Seiten der NFL vor der alljährlichen Lotterie? Wenn ja, welche?

St. Brown: Es gibt schon einen Regelkatalog, wie man sich nach außen hin darstellt. Das ist aber eher vergleichbar mit einem Common-Sense-Katalog - und so etwas sollte man eigentlich schon in seiner Erziehung mitbekommen haben. Bei NFL-Teams gibt es dann konkrete Verhaltensregeln, die bei Nichteinhalten auch mit Strafen sanktioniert werden. Damit werde ich mich dann befassen, wenn es soweit ist.

Sie wollen sehen, ob man ein Troublemaker ist.Equanimeous St. Brown über seine Gespräche mit NFL-Teams

kicker: Neben den sportlichen Faktoren wie Fitness oder Gesundheit - spielen auch andere Qualitäten für potenzielle NFL-Teams eine Rolle?

St. Brown: Ich habe in den letzten Wochen mit vielen Teams gesprochen. Diese fragen immer nach Spielzügen und wollen wissen, wie meine Einstellung und mein Verständnis zum Football ist und wie der familiäre Hintergrund ist. Sie wollen einfach sehen, ob man als Typ ins Team passt oder ob man ein potenzieller Troublemaker ist.

kicker: Bei welchem NFL-Team würde Ihr Herz am höchsten schlagen?

St. Brown: Mir ist das relativ egal. Ich denke, ich habe genug Qualität, um jedem Team weiterzuhelfen. Wichtig ist für mich, dass ich sofort Spielzeiten bekomme. Meine Mutter würde gerne sehen, wenn ich für eines der Profiteams aus Los Angeles, also Rams oder Chargers, spiele, dann hat sie es nicht so weit zu fliegen für die Spiele. Mit beiden Teams hatte ich auch schon gute Gespräche. Mein Onkel Mike würde gerne sehen, dass ich bei den Patriots lande. Er wohnt in Boston, und von ihm sind es nur 20 Minuten bis zum Gillette Stadium.

kicker: Gibt es auch Teams, die Sie ablehnen würden - oder ist im Grunde alles eine Option?

St. Brown: Ich würde kein Team ablehnen. Jedem Team, das mir die Möglichkeit gibt, meinen NFL-Traum zu leben, werde ich dies durch überzeugende Leistungen zurückzahlen.

kicker: Von welchem Quarterback würden Sie gern einen Touchdown-Pass fangen?

St. Brown: Von DeShone Kizer habe ich schon viele Touchdown-Bälle gefangen. Wenn es also in der nächsten Saison jemand anders ist als DeShone, dann wäre das nicht das Schlechteste (Kizer spielte zuletzt für die Cleveland Browns, ist inzwischen bei den Green Bay Packers, d. Red.).

kicker: Wenn es mit dem großen Wurf klappt, wie würde sich das Training und die persönliche Einstellung ändern?

St. Brown: Wenn ich in der NFL spiele, wird sich für mich nicht viel ändern. Ich weiß, wo ich herkomme, habe zwei sehr gute Freunde seit der Schulzeit, und meine Familie, die hinter mir steht. Ich freue mich dann einfach mehr darüber, dass sich mein Einsatz und Wille ausgezahlt hat.

Interview: Markus Grillenberger/Sandro Schüssler

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