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22.01.2018, 14:40

Eagles nach einzigartiger Machtdemonstration im Super Bowl

Philly, Foles und diese wunderschön "stinkende" Außenseiter-Geschichte

Niemand hat daran geglaubt - und doch stehen die Philadelphia Eagles nach einer Machtdemonstration gegen Minnesota im Super Bowl. Nick Foles ist das Paradebeispiel für diese so sehr vermissten Geschichten des aufmüpfigen Außenseiters.

Nick Foles
Strahlender Sieger im Lincoln Financial Field von Philadelphia: Eagles-QB Nick Foles.
© imagoZoomansicht

Natürlich wird im Sport gerne von Märchen gesprochen, so absurd es auch eigentlich ist in diesem Milliardengeschäft Football. Blickt man während eines NFL-Spiels in die Gesichter dieser teilweise fast 150 Kilo schweren Athleten, ist es schwer vorstellbar, doch auch sie leben für diese leider viel zu seltenen Märchen.

Vielleicht wäre es ein solches gewesen, wenn die Minnesota Vikings als erstes Team der Geschichte den Super Bowl im eigenen Stadion ausgetragen hätten. Wenn hunderttausende stahlharte Wikinger bei rekordverdächtigen Minusgraden erneut im Chor zum "SKOL" angesetzt hätten.

Stattdessen mussten diese Wikinger am Sonntagabend mit ansehen, wie 70.000 Eagles-Anhänger ihre Arme in die Höhe streckten und beim Zusammenklatschen der Hände ein lautes "FOLES" herausbrüllten. Vielleicht hatten sie auch schon längst abgeschaltet - denn was Philadelphia zu diesem Zeitpunkt mit Minnesota veranstaltet hatte, war nicht nur eine Demütigung, sondern auch das nächste Kapitel in einem Märchen, das jetzt eben die andere Seite versucht, abzuschließen.

Foles: Von null auf hundert in zwei Wochen

"Niemand hat an uns geglaubt, aber jetzt sind wir hier." Was Doug Pederson schon vor einer Woche gesagt hatte, wiederholte Nick Foles am Sonntag mit denselben Worten, das Grinsen bekam er dabei nicht aus dem Gesicht. In der Versenkung war der Quarterback nach seiner Pro-Bowl-Saison 2014 verschwunden, in St. Louis und Kansas City kam Foles als Backup kaum zum Zug. Was er einst für Philly geschafft hatte, traute ihm niemand ein zweites Mal zu.

Und trotzdem holten die Eagles ihn vor dieser Saison zurück an Bord, um hinter Carson Wentz einen Vertreter zu haben, "dem wir absolut vertrauen". Wenngleich jeder Verantwortliche zu diesem Zeitpunkt gehofft hatte, dass diesen Worten im Laufe der Saison keine Beachtung mehr geschenkt werden müsste. Dass es eben doch so kam, ist inzwischen fast wieder vergessen.

Philadelphia Eagles
Stürmten als "Underdogs" in den Super Bowl: die Philadelphia Eagles.
© imago

Belächelt wurde Foles vor der Divisional Round gegen Atlanta als historischer Außenseiter, nie zuvor war das beste Team der Regular Season mit einer höheren Wettquote in die Play-offs gegangen. Belächelt wurde Foles auch vor dem NFC-Championship-Game gegen Minnesota. Gegen die beste Defense der Liga würde die Blase spätestens platzen. Als am späten Sonntagabend noch etwas mehr als zwei Minuten auf der Uhr standen und langsam abliefen, wollte das Strahlen aus seinem Gesicht einfach nicht mehr verschwinden. Alle fielen sie ihm in die Arme, feierten ihn und mit ihm. Achtunddreißig zu sieben.

Wie ein Kind an Heilig Abend

"Ehrlich gesagt, konnte ich noch nicht ganz verarbeiten, was gerade passiert ist", erzählte Foles ins Mikrofon, das seine Worte über die Stadionlautsprecher weitergab und im großen Gebrüll der frenetischen Fans fast untergehen ließ. "Ich weiß auch nicht, ob ich das jemals werde. Das ist etwas, von dem du als Kind träumst."

Foles hätte gegen die Vikings kein besseres Spiel machen können: 26 von 33 Pässen brachte er an seine Receiver, warf für 352 Yards und drei Touchdowns. Und dennoch spiegeln diese Zahlen den dominanten Auftritt nicht in voller Gänze wider. Foles verlor nie die Kontrolle, ließ sich unter Druck nicht beirren und spielte wie ein Elite-Quarterback. Dieser Underdog, der wie ein Kind an Heilig Abend strahlte, als hätte das NFC-Champions-T-Shirt, das er sich gerade übergestreift hatte, unterm Weihnachtsbaum gelegen.

"We're going to the stinkin' Super Bowl!"

Doug Pederson
Strahlemann: Eagles-Trainer Doug Pederson.
© imagoZoomansicht

Diese Außenseiter-Gesichte tut ihm und tut den Eagles gut, das haben sie schon gegen Atlanta bewiesen. Dass sie trotz dieser Machtdemonstration auch im Super Bowl gegen New England der Underdog sind, kommt ihnen wahrscheinlich mal wieder ganz gelegen. Der Mythos von David gegen Goliath verblasst eben nie.

"Wir sind noch nicht fertig", bremste Head Coach Pederson vorsichtig, während er vom Gatorade-Fass übergossen triefte. "Wir packen unsere Sachen und fahren nach Minneapolis". Dann folgte der Satz, der dieses Märchen für die nächsten zwei Wochen warmhält: "We're going to the Super Bowl! We're going to the stinkin' Super Bowl!"

mkr

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NFL, Highlights- 22.01., 05:15 Uhr
Favorisierte Vikings chancenlos gegen die Eagles
Die favorisierten Minnesota Vikings gerieten bei den Philadelphia Eagles völlig unter die Räder und verloren klar mit 7:38. Die beste Defense der Liga hatte gegen Eagles-QB Nick Foles keine Antwort parat, im Super Bowl wartet auf Philadelphia nun die New England Patriots mit Tom Brady. Gegen den amtierenden Champion kommt es nun zum Rematch von Super Bowl 39.
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Vereinsdaten

Vereinsname:Philadelphia Eagles
Gründungsdatum:01.01.1933
Vereinsfarben:Grün, silber, schwarz, weiß
Anschrift:Philadelphia Eagles
NovaCare Complex, 1 NovaCare Way
Philadelphia, Pennsylvania, USA 19145
01-215-463-2500/Tickets: 01-215-463-5500
Internet:http://www.philadelphiaeagles.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Minnesota Vikings
Gründungsdatum:01.01.1960
Vereinsfarben:Purpur, gold, weiß
Anschrift:Minnesota Vikings
9520 Viking Drive
Eden Prairie, Minnesota, USA 55344
Internet:http://www.vikings.com/

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