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15.01.2018, 07:59

NFL, Divisionals: New Orleans verliert trotz später Führung

Touchdown in der Schlusssekunde! Vikings schreiben Hitchcock-Thriller

Auf ein Neues hat der Football mächtig Werbung für sich gemacht - und zwar mit einem fantastischen Drehbuch beim Duell der Minnesota Vikings und der New Orleans Saints (29:24). Über die vollen 60 Minuten - und sogar darüber hinaus - bot dieses Match höchsten Unterhaltungswert sowie ein Finish der Extraklasse. Vier finale Führungswechsel, ein fataler Block-Fehler, ein Geistesblitz, lange Gesichter wie fassungslose Visagen bei den siegreichen Wikingern, die bereits Geschichte geschrieben haben.

Diggs lässt die Hütte beben

"Verdammt, hat sich das alles gut angefühlt: Vikings-Matchwinner Stefon Diggs.
"Verdammt, hat sich das alles gut angefühlt:" Vikings-Matchwinner Stefon Diggs.
© Getty Images:Zoomansicht

Wo steigt man ein in einem Spiel, das alles zu bieten hatte? Natürlich am Ende, das jedem Football-Fan an diesem Abend beim Spiel zwischen Minnesota und New Orleans (29:24) das Herz höher schlagen ließ. Naja, fast jedem... Denn Anhängern der auf dramatische Weise unterlegenen Saints dürften die Kinnladen runtergeklappt sein, als nach Ablauf der Uhr auf der Anzeigentafel aus einer 24:23-Führung ein schier unmöglicher 24:29-Endstand wurde.

Was war passiert?

Die kurze Antwort: Die heimischen Vikings, die mit diesem Sieg weiter vom Super Bowl im eigenen U.S. Bank Stadium träumen, haben ein kleines Wunder vollbracht.

Die längere Antwort:
Minnesotas Quarterback Case Keenum (318 Yards, eine Interception) fand mit seinem einzigen Touchdown-Pass des Abends mit Ablauf der Uhr seinen besten Wide Receiver Stefon Diggs (sechs Receptions für 137 Yards), der mit dem Rücken zur Endzone den Ball stark fing, innerhalb des Feldes blieb, sich drehte, ein Tackle konterte und sofort erkannte, dass er freie Bahn hatte. Mit ausgebreiteten Armen lief der 24-Jährige in die Endzone und war im Anschluss an seinen 61-Yard-Touchdown der Held des Abends.

Ein einziger Touchdown-Pass reichte am Ende: Minnesota-Quarterback Case Keenum.
Ein einziger Touchdown-Pass reichte am Ende: Minnesota-Quarterback Case Keenum.
© Getty ImagesZoomansicht

Die ganz lange Antwort:
Die Wikinger, die in diesem NFC-Showdown nach einer bärenstarken Anfangsphase schon äußerst aussichtsreich mit 17:0 geführt hatten, lagen nach einem Touchdown von Saints-Receiver Alvin Kamara (105 Total Yards) auf einmal 3:01 Minuten vor Spielschluss mit 20:21 zurück. Kicker Kai Forbath brachte den Gastgeber mit einem Field Goal aus 53 Yards 1:29 Minuten vor Ende aber wieder zurück auf die Siegerstraße (23:21), ehe sein Pendant aus New Orleans (Will Lutz) aus 43 Yards den Spieß erneut umdrehte - 24:23 für NO hieß es nun. Doch die Vikings sollten bei noch 25 Sekunden auf der Uhr nochmals Mut fassen - und mit einem verrückten Drive über vier Plays und 75 Yards den furiosen TD von Diggs erzielen. Nach vier Führungswechseln binnen drei Minuten kamen die Hausherren aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus.

Keenum fehlen die Worte

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll...", rang Minnesotas Spielmacher Keenum, der seine famose Spielzeit (3547 Yards, 22 TDs und nur sieben Int. in der Regular Season) mit einem weiteren guten Auftritt fortsetzte, nach Worten. "Ich weiß nicht einmal genau, was hier und heute passiert ist." Defensive End Everson Griffen erging es ähnlich: "Oh mein Gott! Das ist alles unglaublich. Ich war zunächst happy, dann wieder traurig - und dann: Wow! Das alles kannst du nicht aufmalen oder dir ausdenken. Ich habe meinen Wortschatz verloren..."

Ähnlich hochemotional legte Matchwinner Diggs, der dabei sogar in Tränen ausbrach, nach: "Ich bin beim letzten Spielzug einfach nur meine Route gelaufen, viel mehr weiß ich nicht. Ich weiß auch wirklich nicht, was danach passiert ist, als ich in der Endzone angekommen bin. Ich weiß nur: Verdammt, hat sich das alles gut angefühlt!"

Saints am Boden - und am Verdauen

Hundsmiserabel ging es derweil den Saints: Das Team aus "The Big Easy" hatte sich schließlich nach einem 0:17 beeindruckend zurück gekämpft, ehe der finale Nackenschlag eine famose Saison urplötzlich beendete. "Zunächst einmal möchte ich Minnesota gratulieren", zeigte sich Saints-Headcoach Sean Payton im Anschluss fair. "Es war ein spektakuläres Spiel, natürlich mit einem unglücklichen Ende für uns. Ich bin aber unheimlich stolz auf unsere Spieler. Aber es wird dauern, diese Niederlage zu verdauen."

Minnesota Vikings vs. New Orleans Saints
Zwischen den Minnesota Vikings und den New Orleans Saints ging es hoch her.
© imago

Bei der Ursachsenforschung kam man derweil schnell auf einige Gründe, warum am Ende eine Niederlage zu Buche stand. Einer davon: Saints-Quarterback Drew Brees verzeichnete zwar mit 294 Passing-Yards und drei Touchdown-Pässen starke Werte, der 38-Jährige leistete sich allerdings zu Beginn auch zwei kostspielige Interceptions. Der Routinier gab sich hernach wenig verwunderlich ebenfalls niedergeschlagen: "Wir stehen alle noch unter Schock. Nach dem Field Goal war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir das Spiel gewinnen. Es war am Ende eine Verkettung unglücklicher Umstände."

Williams segelt ins Leere

Der Hauptumstand aber trug den Namen Marcus Williams! Der Saints-Cornerback flog beim spielentscheidenden Catch von Diggs harakiri-mäßig von hinten heran - und verpasste den Matchwinner deutlich. Dabei hätte ein Riss zu Boden das Spiel relativ leicht beenden können, stattdessen gab Williams aber durch seinen fatalen Fehler die Route in die Endzone frei - und ermöglichte den Vikings den Einzug ins NFC Championship Game.

Zwei Interceptions waren zu viel: Saints-Quarterback Drew Brees.
Zwei Interceptions waren zu viel: Saints-Quarterback Drew Brees.
© Getty Images

Damit einhergehend: Das Team aus Minneapolis münzte mit diesem spektakulären Sieg seit 2015 eine Führung von über mindestens zehn Punkte in einen Sieg um - und zwar bei 29 von 29 Fällen. Darüberhinaus qualifizierten sich die Vikes als erste Mannschaft der NFL-Geschichte, in deren Heimstätte der Super Bowl steigen wird, für das NFC-Finale. Zuvor waren die Miami Dolphins (1994/95 und 1998/99) sowie die Houston Texans (2016/17) nach jeweiligen Wild-Card-Siegen an diesem Unterfangen gescheitert.

Brady und seine Nachahmer

Mit den Minnesota Vikings steht also auch das vierte Team für die Conference Championships fest: Minnesota muss dabei am kommenden Sonntag (Ortszeit) zu den Philadelphia Eagles, die sich knapp mit 15:10 gegen Atlanta behaupteten. Für Titelverteidiger New England (35:14 gegen Tennessee) geht es derweil gegen Jacksonville um die AFC-Krone. Kuriose Randnotiz hierzu: Patriots-Superstar Tom Brady steht bekanntlich bei fünf Super-Bowl-Siegen, während die drei anderen Quarterbacks Blake Bortles, Nick Foles und Case Keenum zusammen auf nur fünf Play-off-Einsätze kommen.


Die Divisional Round im Überblick

Samstag, 13. Januar 2018 (Ortszeit)

Philadelphia - Atlanta 15:10
New England - Tennessee 35:14

Sonntag, 14. Januar 2018

Pittsburgh - Jacksonville 42:45
Minnesota - New Orleans 29:24

Die Wild Card Round im Überblick

Samstag, 6. Januar 2018 (Ortszeit)

Kansas City - Tennessee 21:22
Los Angeles Rams - Atlanta 13:26

Sonntag, 7. Januar 2018

Jacksonville - Buffalo 10:3
New Orleans - Carolina 31:26

mag

 
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