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06.12.2017, 01:03

Mächtig Aufsehen nach hässlichem Duell in Cincinnati

AFC-North-Football: Wenn Sport zur Randnotiz wird...

Das US-Medienhaus "ESPN" fasste das Monday Night Game zwischen Cincinnati und Pittsburgh (20:23) bestens zusammen: "Man kann Football lieben, aber das hassen, was sich am Montag in Cincy abgespielt hat." Denn in der Tat bestach das gewohnt hart geführte AFC-North-Duell der beiden Erzrivalen mit hässlichen Szenen: unnötiger Quarterback-Hit hier, schlimme Verletzung da, Kopf-an-Kopf-Kracher inklusive Gegnerverhöhnung dort. Die unschöne Geschichte dieser beiden Teams geht damit weiter.

Shazier-Schock - und Tränen bei Williams

Ryan Shazier
Verletzte sich schwer am Rücken: Ryan Shazier.
© Getty ImagesZoomansicht

Die unglücklichste und zugleich schlimmste Szene ereignete sich am Montagabend (Ortszeit) beim Spiel zwischen Cincinnati und Pittsburgh bereits nach wenigen Augenblicken im ersten Quarter: Steelers-Linebacker Ryan Shazier war bei einem Tackling unglücklich mit dem Kopf voraus in den Körper von Gegenspieler Josh Malone gekracht und konnte nicht mehr aufstehen. Der 25-Jährige bewegte sofort seine Hände, um zu testen, ob er noch Gefühl in den Armen hat - seine Beine aber lagen regungslos am Boden.

Shazier musste abtransportiert und direkt zu detaillierten Untersuchungen ins örtliche Krankenhaus gebracht werden - währenddessen war das Spiel lange Zeit unterbrochen und Spieler knieten, warfen das Gesicht in die Hände und beteten. Pittsburghs Linebacker-Kollege Vince Williams brach gar direkt in Tränen aus und musste getröstet werden.

Die Sorgen sind weiterhin da

Inzwischen hat das Team aus "Steel City" leichte Entwarnung gegeben - wenngleich die Sorgen nach der erlittenen Wirbelsäulenverletzung (Rückenmark-Quetschung) weiterhin da sind. "Ryan Shazier hat eine Rückenverletzung erlitten und wurde zu genauen Untersuchungen ins Cincinnati Medical Center gebracht", so General Manager Kevin Colbert. "Seine Verletzung wird keine Operation nach sich ziehen und sein Zustand verbessert sich stets." Auch Pittsburghs Head Coach Mike Tomlin meldete sich zu Wort - und bestätigte, dass sein Schützling weiterhin vor Ort behalten wird um anschließend nach Pittsburgh für eine weiterführende Behandlung zu kommen: "Das war eine harte Nacht für uns alle. Ryan ist aber ein Kämpfer, er packt das. Ich habe mich kurz mit ihm unterhalten - und er befindet sich in guter Verfassung." Den Umständen entsprechend.

Die hässliche Seite dieses Sports

Mike Tomlin und Ben Roethlisberger
Beteiligte aus Pittsburgh: Head Coach Mike Tomlin und Quarterback Ben Roethlisberger.
© Getty Images

"Eine harte Nacht" war es auch für den Football an sich, denn die erschütternden Bilder rund um Shaziers Verletzung führten keineswegs zu einer beruhigten Szenerie auf dem Feld - ganz im Gegenteil. Einmal mehr avancierte das Duell zwischen Cincy und Pittsburgh, ein schon so oft und seit 1970 veranstalteter sowie immens hart geführter AFC-North-Clinch, zu einer hässlichen Angelegenheit.

Allein die Bengals selbst um den polarisierenden Linebacker Vontaze Burfict sollten nach 60 Minuten Spielzeit mit 13 Strafen für minus 173 Yards einen neuen Franchise-Negativrekord aufstellen. Unter anderem wurde bei einer Szene Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger hart zu Boden gestoßen, obwohl dieser längst den Ball ins Aus (!) geworfen hatte. Insgesamt mussten sechs Spieler den Platz mit Blessuren verlassen.

Sperre für Smith-Schuster

JuJu Smith-Schuster (oben) und Vontaze Burfict
Unschön: JuJu Smith-Schuster verhöhnt nach seinem üblen Hit den am Boden liegenden Vontaze Burfict.
© Getty ImagesZoomansicht

Die mit Abstand schlimmste Tat des Abends beging aber ein Akteur aus dem Steelers-Lager: Wide Receiver JuJu Smith-Schuster, der zugleich mit 21 Jahren jüngste Spieler der NFL, sorgte im vierten Quarter mit einem üblen Blindside-Hit mit dem Helm voraus für Aufsehen, der Cincinnatis Verteidiger Vontaze Burfict aus dem Spiel nahm. Direkt nach seinem krassen Vergehen erlaubte sich das eigentlich für seine sympathische wie witzige Art beliebte Talent auch noch die Dreistigkeit, sich direkt über den beinahe regungslosen Burfict zu stellen und diesen zu verhöhnen. Die Antwort der Schiedsrichter? Nur eine Verwarnung, der Receiver durfte zum Unverständnis vieler also sogar noch weiterspielen - wenngleich neben einer saftigen Geldstrafe von der National Football League obendrein eine Ein-Spiel-Sperre folgte.

Von Einsicht hinterher war bei einigen Akteuren auch keine Spur: Steelers-Receiver Antonio Brown verkaufte den üblen Hit gegen Burfict als "Karma", weil sich dieser in der Vergangenheit öfters schlimm verhalten hatte, während "Big Ben" das Spiel mit den Worten "Das ist eben AFC-North-Football" verkaufte. Immerhin Akteure wie Bengals-Passempfänger A.J. Green ("Wir sollten uns verhalten wie Vorbilder, wir haben eine Verantwortung uns sollten uns gegenseitig achten") oder auch Smith-Schuster ("Ich hätte das nicht tun sollen, ich hoffe, dass es ihm gut geht und sich schnell erholt") zeigten sich anständig.

Eine Reihe der Eskapaden

Der üble Nachgeschmack bleibt aber vorhanden - zumal dieses Kräftemessen zwischen Pittsburgh und Cincinnati schon so manche schlimme Geschichte schrieb.
Ein Überblick:
1.) 2006: Steelers-Akteur Kimo von Oelhoffen trifft Bengals-Quarterback Carson Palmer in der Kniegegend schwer (Kreuzbandriss) - eine NFL-Regeländerung ist die Folge ("The Carson Palmer rule")
2.) 2008: Steelers-Receiver Hines Ward sorgt für das Saison-Aus von Bengals-Linebacker Keith Rivers, als er ihm mit einem Blindside-Block den Kiefer bricht. Zur damaligen Zeit ist das Tackling, bei dem der Helm, die Schulter oder der Unterarm in Kontakt mit dem Kopf oder Nacken des Gegners kommt, noch vollkommen legal - eine NFL-Regeländerung ist die Folge ("The Hines Ward rule")
3.) 2016: Pittsburghs Assistenztrainer Joey Porter läuft nach einem harten Tackling von Vontaze Burfict gegen Antonio Brown aufs Feld und legt sich mit den Spielern der Bengals an. Seit 2017 ist es nur noch dem Head Coach gestattet, sich auf das Spielfeld zu begeben und nach den verletzten Spielern zu schauen - auch hier ist also eine NFL-Regeländerung die Folge gewesen ("The Joey Porter rule")

mag

Video zum Thema
NFL, Highlights- 05.12., 07:05 Uhr
Pittsburgh Steelers vs. Cincinnati Bengals
Denn obwohl Cincinnati furios loslegte (17:0), stand am Ende eine 20:23-Niederlage gegen die Steelers.
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zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:Cincinnati Bengals
Gründungsdatum:01.01.1966
Vereinsfarben:Schwarz, orange, weiß
Anschrift:Cincinnati Bengals
One Paul Brown Stadium
Cincinnati, Ohio, USA 45202
Internet:http://www.bengals.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Pittsburgh Steelers
Gründungsdatum:19.05.1933
Vereinsfarben:schwarz und gold
Anschrift:Pittsburgh Steelers
3400 South Water Street
Pittsburgh, Pennsylvania, USA 15203-2349
Internet:http://www.steelers.com/


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