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12.10.2017, 09:15

Houstons Rookie-Quarterback spielt zu Saisonbeginn groß auf

Senkrechtstarter Watson: Was ihn so stark macht

DeShaun Watson ist einer der wenigen Rookies, die in der jungen NFL-Saison schon überzeugen. Was den Quarterback der Houston Texans so stark macht, warum er schon jetzt mit Aaron Rodgers verglichen wird - und was er noch verbessern muss.

Frecher Rookie: DeShaun Watson beeindruckt bislang.
© imagoZoomansicht

Bill O'Brien hatte ziemlich schnell die Nase voll von dem, was ihm da geboten wurde. Hätte er das nicht kommen sehen müssen? 30 Minuten waren auf der Uhr, da zog der Head Coach der Houston Texans schon die Reißleine, setzte seinen Starting-Quarterback auf die Bank und schmiss den Rookie ins kalte - und zu diesem Zeitpunkt auch schon sehr tiefe Wasser.

0:19 lag Houston gegen die Jacksonville Jaguars zurück, sechs Sacks und zwei Fumbles für Quarterback Tom Savage inklusive. Also wollte O'Brien früh einen neuen Impuls setzen, hätte aber bedenken können, dass die Hauptschuld bei seiner Offensive Line und weniger bei Savage lag.

So kam DeShaun Watson, der Rookie und College-Champion der Clemson Tigers, unverhofft früh zu seinem NFL-Debüt, konnte die Schmach jedoch nicht mehr abwenden. Vier weitere Sacks, eine Interception und eine 7:29-Heimpleite dämpften die Vorfreude des 22-Jährigen auf die Beletage.

Natürlich fragte man sich hernach, wer denn fortan starten würde, schließlich konnte weder Savage noch Watson überzeugen. Viereinhalb Wochen sind vergangenen, die Wahl fiel auf Watson - und jetzt stellt diese Frage niemand mehr.

Er wird Houston noch viel Spaß bereiten.Watsons College-Coach Dabo Swinney

DeShaun Watson hat in sehr kurzer Zeit gezeigt, warum er in drei College-Jahren zweimal zu den Finalisten für die Heisman-Trophäe gehörte, über 10.000 Yards und 90 Touchdowns warf - und im Finale um die nationale Meisterschaft gegen Alabama in letzter Sekunde den entscheidenden Pass an den Mann brachte.

Gleich bei seinem Debüt in Cincinatti gelang der erste Sieg (13:9), auch wenn Watsons Fähigkeiten noch nicht wirklich zur Geltung kamen. Inzwischen stehen zwölf Touchdowns (bei vier Interceptions) auf seinem Konto, nur Packers-Superstar Aaron Rodgers verzeichnet mehr.

Zuletzt sorgte Watson mit seinen fünf TDs (Vier Pass, ein Lauf) gegen Tennessee (57:14) und gegen Kansas City (34:42) für Rookie-Rekorde. Solche Bestmarken hatte vor ihm lange keiner erreicht.

Warum aber trumpft der Rookie hinter einer bestenfalls durchwachsenen Line plötzlich so auf? Es ist das relativ simple Playcalling, welches Watsons Spiel erleichtert. Viel Play Action (angetäuschte Laufspielzüge) und Run-Pass-Options durch den athletischen Spielmacher vereinfachen die Offense und sind für die gegnerische Defense gleichzeitig schwer vorhersehbar.

Gleichzeitig bewegt sich Watson stark in der Pocket und schafft es beispielhaft sich zu befreien. Vergleiche zu Rodgers, der auf dem Touchdown-Thron noch vor ihm steht, werden aufgrund seiner Mischung aus Finesse und Robustheit ausgerufen.

Überraschend kommt das für seinen College-Coach nicht, der schon immer Watsons Arbeitsmoral bewunderte. "Du gehst nicht einfach so in die NFL und spielst so wie er das macht, wenn du nicht besonders bist", adelte Dabo Swinney. "Er wird Houston noch viel Spaß bereiten."

Woran es noch mangelt - und warum Houston ihn feiert

Natürlich unterlaufen dem Rookie auch viele Fehler. Unter Druck etwa, gegen den "Blitz", ist Watson anfällig, strauchelt häufig mit seinen Würfen. Auch seine zwei späten Touchdowns gegen KC dürfen ruhigen Gewissens als glücklich eingestuft werden. Zu dem Zeitpunkt nämlich hatten die Texans bereits so gut wie verloren, Watson schmiss nur noch weite Bälle in die Endzone - die allerdings von seinen Receivern gefangen wurden.

Und dennoch: Es ist besonders Watsons Art, die ihn schon jetzt zum Hoffnungsträger vieler Fans hat werden lassen. Seinen ersten Game-Cheque etwa spendete Houstons Nummer vier drei Cafeteria-Mitarbeiterinnen der Texaner, die durch Hurrikan Harvey im September alles verloren hatten. Jener Scheck belief sich auf über 20.000 Euro. Für einen Liga-Neuling ist das noch viel Geld.

Im Rookie-of-the-Year-Rennen dürfte Watson vorne gleichauf mit Chiefs-Running-Back Kareem Hunt liegen. An seiner Statistik kann er am Sonntag gegen die Cleveland Browns weiter arbeiten, muss für den Rest der Saison allerdings auch den Teamleader J.J. Watt ersetzen, der sich gegen die Chiefs das Bein gebrochen hatte.

mkr

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In der National Football League tragen sie Teams auf ihren Schultern - und sind hauptverantwortlich für Erfolg oder eben Misserfolg: die Quarterbacks. Ihr oberstes Ziel ist es, Touchdown-Pässe zu werfen. In der Geschichte der NFL haben das besonders elf Spielmacher eindrucksvoll getan und jeweils mindestens 300 TDs erreicht. Das Besondere: Sieben QBs darunter sind immer noch aktiv. Ob sie die Nummer 1 noch schnappen können?
© Getty Images

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