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10.09.2017, 00:15

NFL-Vorschau 2017, Teil 8 von 8: Seattle, Arizona & Co.

NFC West: Zweikampf zwischen Seahawks und Cardinals

Die Seattle Seahawks haben ein Ziel vor Augen: Nach zwei Super-Bowl-Teilnahmen in den letzten vier Jahren möchte das Team von Pete Carroll wieder in das Endspiel der NFL-Saison einziehen. Ein Ticket für die K.-o.-Runde ist hierfür die erste Voraussetzung. Auf dem Weg in die Postseason werden in der NFC West wohl nur die "alten Männer" der Arizona Cardinals ein ernsthafter Konkurrent sein. Sowohl bei den Los Angeles Rams als auch bei den San Francisco 49ers heißt es derweil: Neuanfang.

Dreimal in den vergangenen vier Jahren gehörte die NFC West den Seahawks, die in diesem Zeitraum auch zweimal in den Super Bowl einzogen und ihn einmal gewannen. In der neuen Spielzeit wird Seattle erneut der große Favorit sein. Zumindest ein Konkurrent dürfte den Seahawks aber das Leben schwermachen.

Richard Sherman (li.) und Kam Chancellor
Zwei Protagonisten der gefürchteten "Legion of Boom": Richard Sherman (li.) und Kam Chancellor.
© Getty ImagesZoomansicht

Seattle Seahawks (Vorjahr: 10:5:1)

Die wohl prominenteste Verstärkung der Seattle Seahawks findet sich künftig im Backfield: Running Back Eddie Lacy. Der ehemalige Packers-Spieler, dem häufig Übergewicht nachgesagt worden war, unterschrieb aus einem Grund: "Ich möchte allen zeigen, was ich noch draufhabe. Und das werde ich." Zusammen mit Thomas Rawls wird Lacy auch Seattles Quarterback Russell Wilson ein wenig entlastet.

Ein Fragezeichen steht noch hinter der Offensive Line, die es im Vorjahr nicht schaffte, Wilson ausreichend zu beschützen. Ganze 41-mal wurde der eigentlich sehr athletische Spielmacher "gesacked". Nur Buffalos Tyrod Taylor wurde häufiger zu Boden gerissen (42). Für die linke Flanke der O-Line wurden für Luke Joeckel acht Millionen US-Dollar in die Hand genommen. Fraglich, ob es reicht, um Wilson eine angenehmere Zeit in der Pocket zu bescheren.

Für Entlastung wird auf jeden Fall wieder die starke Abwehr der Seahawks sorgen. Allein eine Auflistung der Namen dürften viele Mannschaften in Angst und Schrecken versetzen: Michael Bennett (Defensive End), Sheldon Richardson (Defensive Tackle), Richard Sherman (Cornerback), Kam Chancellor (Safety), Earl Thomas (Safety). Gerade in der Secondary, die sich in der Vergangenheit als "Legion of Boom" einen berüchtigten Namen gemacht hat, kann Cheftrainer Pete Carroll mit auf das Beste zurückgreifen, was die komplette Liga zu bieten hat. Und eines ist somit auch klar: Einfache Punkte wird es in dieser Saison gegen Seattle kaum geben.

Trainer: Pete Carroll
Stars: Russell Wilson (QB), Doug Baldwin (WR), Eddie Lacy (RB), Jimmy Graham (TE), Michael Bennett (DE), Sheldon Richardson (DT), Richard Sherman (CB), Kam Chancellor (S), Earl Thomas (S)

Arizona Cardinals (7:8:1)

Carson Palmer (li.) und Larry Fitzgerald
Auf ein Neues: Arizonas Leistungsträger Carson Palmer und Larry Fitzgerald.
© Getty ImagesZoomansicht

Drei Jahre in Folge hatten die Arizona Cardinals unter Headcoach Bruce Arians Fortschritte gemacht und ihr Siegkonto von zehn auf 13 gesteigert. In der letzten Saison erfolgte der Einbruch - obwohl die Mannschaft auf dem Papier eigentlich nach einem Contender aussah. Doch Aussetzer der Special Teams, Fehlentscheidungen in engen Begegnungen, Schwächen im Passspiel und Verletzungen bremsten den weiteren Fortschritt.

Im neuen Jahr soll es wieder besser laufen für die Cards, die hierfür Quarterback Carson Palmer sowie Wide Receiver Larry Fitzgerald für ein weiteres Jahr motivieren konnten. Beide Star-Spieler dachten bereits über ein vorzeitiges Karriereende nach, entschieden sich aber für einen weiteren (sowie letzten?) Super-Bowl-Run.

"Diese Jungs kommen nicht für Geld zurück. Sie kommen zurück, um eine Meisterschaft zu gewinnen", meint Center A.Q. Shipley - der natürlich auch auf Running Back David Johnson hofft (1239 Rushing und 879 Receiving Yards sowie insgesamt 20 TDs als starker Läufer und Passempfänger 2016). Dieser sagte unlängst: "Natürlich habe ich auch individuelle Ziele, und die 1000 und 1000 Yards sind mein persönliches Top-Ziel - vor allem, weil ich im vergangenen Jahr so nah dran war. Ein anderes Ziel wären 16 Spiele in Folge mit je mindestens 100 Yards von der Scrimmage Line." Das "wichtigste Ziel" aber sei der Titel, wie Johnson weiter ausführte.

Ein Muss für Arizona ist diesbezüglich eine sichere Offensive Line, denn Palmer zählt nicht zu den mobilsten Quarterbacks und braucht deshalb Zeit in der Pocket. Auch das Passspiel muss präziser werden. Sowohl Palmer als auch Coach Arians mögen den "Deep Ball" in die gegnerische Hälfte. Die Defense war letzte Saison sehr solide: Fast in allen Statistiken landeten die Cardinals in den Top-10.

Trainer: Bruce Arians
Stars: Carson Palmer (QB), Larry Fitzgerald (WR), Jermaine Gresham (TE), Chandler Jones (LB), Patrick Peterson (CB), Tyrann Mathieu (S), David Johnson (RB)

Los Angeles Rams (4:12)

Sean McVay
Erst 31 Jahre alt, aber schon voll in der Verantwortung: Sean McVay, der neue Headcoach der L.A. Rams.
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Die Offseason der Los Angeles Rams war alles andere als langweilig: Nach einer ersten sowie unglücklichen Spielzeit in L.A. verpflichteten die Rams Sean McVay als Headcoach. Der 31-Jährige wurde damit der jüngste Cheftrainer eines NFL-Teams, ist jedoch kein Neuling an der Seitenlinie. Die vergangenen drei Jahre diente er als Offensive Coordinator bei den Washington Redskins, wo er eine starke Offense um Quarterback Kirk Cousins mit aufgebaut hatte. "Ich fühle mich unglaublich geehrt für diese Chance", so McVay.

Neue Angriffspower täte den Rams auf jeden Fall gut, schlossen sie die vergangenen beiden Jahre als schwächste Offensive ab. Mit Quarterback Jared Goff, dem Nummer-1-Pick von 2015, wartet auf McVay jedenfalls ein spannendes Projekt. Auch Running Back Todd Gurley, 2015 noch Rookie des Jahres, dürfte sich nach einer schwachen letzten Saison auf ein neues Offensivskript freuen.

In der Defense haben die Rams eigentlich einen hochtalentierten Anker: Defensive Tackle Aaron Donald. Doch der 26 Jahre alte sowie 127 Kilogramm schwere Abwehr-Koloss meldete sich zum Beginn des Trainingslagers nicht zurück, trat stattdessen in den Streik, um dadurch einen hochdotierten neuen Vertrag zu erhalten. Erst einen Tag vor dem Auftaktspiel gegen die Indianapolis Colts meldete sich Donald zurück. Auch hier wartet auf den neuen Defensive Coordinator, Wade Philipps (2015 Super-Bowl-Sieger mit Denver), jede Menge Arbeit.

Trainer: Sean McVay
Stars: Jared Goff (QB), Sammy Watkins (WR), Todd Gurley (RB), Aaron Donald (DT), Alec Ogletree (LB)

San Francisco 49ers (2:14)

Kyle Juszczyk
Entschied sich gegen das Angebot der Baltimore Ravens und stattdessen für den fetten Vertrag bei den 49ers: Kyle Juszczyk.
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Auch die San Francisco 49ers eröffnen nach einer schwachen Vorsaison ein neues Trainer-Kapitel: Kyle Shanahan, der letzte Saison die Super-Bowl-Offensive der Atlanta Falcons geleitet hatte, unterschrieb seinen ersten Vertrag als Cheftrainer. Und das gleich über sechs (!) Jahre.

Doch anders als bei den Falcons verfügt Shanahan in San Fran nicht über ein gewaltiges Offensiv-Arsenal à la Matt Ryan, Julio Jones & Co. Bei den Niners muss er mit Brian Hoyer als Quarterback arbeiten, der in den vergangenen Jahren eigentlich nur eine gute Saison mit den Houston Texans in seinem Lebenslauf stehen hat. Auch das Gespann aus Backs, Wide Receivern und Tight Ends ist alles andere als endrundentauglich. Die namhaftesten Neuzugänge waren hier Wide Receiver Pierre Garçon sowie Full Back Kyle Juszczyk, der durch einen 21-Millionen-Dollar-Vertrag zum höchstbezahltesten FB aufstieg.

Defensiv hofft man in San Francisco darauf, dass NaVorro Bowman nach seinem Achillessehnenriss wieder ganz der Alte wird. Der 29 Jahre alte Linebacker zählt, wenn gesund, zu den besten seiner Spezies und wird wohl die meisten der defensiven Snaps auf dem Feld stehen. Als Mentor von Solomon Thomas könnte eine weitere Aufgabe auf Bowman warten. Thomas (Stanford) wurde an dritter Stelle mit einer Empfehlung von 8,5 "Sacks" und 14 Tackles gedraftet.

Trainer: Kyle Shanahan
Stars: Brian Hoyer (QB), Kyle Juszczyk (FB), Pierre Garcon (WR), Solomon Thomas (DE), NaVorro Bowman (LB), Elvis Dumervil (LB), Robbie Gould (K)


Fazit: Der Titel in der NFC West sowie das dazugehörige Play-off-Ticket wird zu 99,9 Prozent zwischen den Seahawks und Cardinals ausgetragen, wobei Seattle aufgrund seines in der Breite ausgezeichnet aufgestellten Kaders Vorteile besitzt. Für die beiden Teams aus Kalifornien geht es darum, unter den neuen Cheftrainern eine Identität zu entwickeln und die teils jungen Spieler weiter zu entwickeln. Im Rennen um die K.-o.-Runde werden weder die Rams noch die 49ers ein Wörtchen mitreden.

Sandro Schüßler

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© imago

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zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:Seattle Seahawks
Gründungsdatum:04.06.1974
Vereinsfarben:Dunkelblau, grün, grau
Anschrift:Seattle Seahawks
800 Occidental Avenue South
Suite 500
Seattle, Washington, USA 98134
Internet:http://www.seahawks.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Arizona Cardinals
Gründungsdatum:01.01.1898
Vereinsfarben:Rot, schwarz, weiß
Anschrift:Arizona Cardinals
PO Box 888
Phoenix, Arizona, USA 85001-0888
Internet:http://www.azcardinals.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Los Angeles Rams
Gründungsdatum:01.01.1936
Vereinsfarben:Dunkelblau, gold, weiß
Anschrift:Los Angeles Rams
29899 Agoura Road
Agoura Hills, CA, 91301
Internet:http://www.therams.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:San Francisco 49ers
Gründungsdatum:01.01.1946
Vereinsfarben:Rot und gold
Anschrift:San Francisco 49ers
4949 Centennial Boulevard
Santa Clara, California, USA 95054
Internet:http://www.sf49ers.com/


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