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08.09.2017, 17:52

NFL-Vorschau 2017, Teil 5 von 8: Green Bay, Detroit & Co.

NFC North: Monetensammler Stafford - "R-E-L-A-X" 2.0?

Wenn es um die NFC North geht, dann kommt schnell das Thema Green Bay auf - und damit dann auch der Name Aaron Rodgers. Der Star-Quarterback der Packers hat es vergangene Saison einmal mehr vollbracht, sein Team fast im Alleingang nach 4:6 noch mit 10:6 in die Play-offs und bis ins NFC-Finale zu führen. "We can run the table" und "R-E-L-A-X" wurden dabei zu geflügelten Wörtern. In diesem Jahr scheint "The Pack" gar noch stärker, wenngleich auch die Konkurrenz aus Detroit zum Angriff bläst. Minnesota und Chicago wollen obendrein zu Stolpersteinen werden.

Matthew Stafford und Aaron Rodgers
Könnten sich am Saisonende wieder ein episches Finale um die NFC-North-Krone liefern: Matthew Stafford und Aaron Rodgers.
© Getty ImagesZoomansicht

Mehr Dramatik ging kaum zum Finale der NFL-Saison 2016/17 in der NFC North: In Week 17 kam es zum "Game of Throne" in Detroit. Die Lions erwarteten Green Bay - und nur der Sieger würde mit einem Heimspiel in die Play-offs einziehen dürfen. Am Ende stand ein 31:24 für die Packers zu Buche, gefeierter Mann war naturgemäß Quarterback Rodgers (300 Yards und vier Touchdowns). Die North-Division war damit erneut von "The Green and Gold" gestürmt worden: Green Bay gewann zum fünften Mal in den vergangenen sechs Jahren die Staffel und erreichte damit zum achten Mal in Serie die NFL-Endrunde. 2017 könnte es genauso enden, wenngleich Detroit sich anschickt, mit dem teuersten Quarterback der Geschichte eine unschlagbare Phalanx zu bilden - und das "Game of Throne" im Norden diesmal für sich zu entscheiden.

Green Bay Packers (Vorjahr: 10:6)

Die Krone sitzt aber nach wie vor auf Aaron Rodgers' Kopf: Der "Gunslinger" (Revolverheld) der Green Bay Packers ist und bleibt der König der NFC North - und geht mit seinem Team als klarer Favorit in die neue Spielzeit. Auch in Richtung Super Bowl werden die Käsestädter erneut heiß gehandelt - vor allem, weil weitere Qualitäten hinzugekommen sind.

Doch zunächst soll es um den Superstar gehen: "ARod" versteht es wie kaum ein Zweiter, sich in der Pocket schier spielend leicht Raum zu verschaffen, um seinen Anspielstationen somit mehr Zeit zum Freilaufen zu schenken. Auch schnelle Zuspiele oder sein in den letzten Jahren immer wiederkehrenden Hail Marys gehen beim 33-Jährigen scheinbar lockerleicht von der Hand. Zahlen untermauern die weitläufige Meinung, Rodgers sei der beste Quarterback der NFL - wenngleich im Gegensatz zu Patriots-Ass Tom Brady (fünf Titel) bislang nur ein Ring seine Hand schmückt (Super Bowl XLV, 45): Der "Gunslinger" hat in seiner Karriere bis dato 4657 Pässe geworfen, bei lediglich 1,55 Prozent davon gab es eine Interception (insgesamt 72) - kein anderer Spielmacher der Geschichte hatte jemals so eine niedrige Quote bei mindestens 4500 geworfenen Pässen. In der gesamten Saison 2015 warf der Routinier nur alle 70,2 Versuche eine Interception, 2016 waren es alle 40,89.

Aaron Rodgers
Augen voraus, Football in der Hand: In solchen Momenten ist Aaron Rodgers stets zu allem fähig - und wird deswegen gefürchtet.
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Da gibt es dann auch schnell Lob vom erfolgreichsten Quarterback der Historie, vom fünfmaligen Champion Brady: "Er macht Dinge, die kein anderer in der gesamten NFL kann. Einige seiner Spielzüge sind schlichtweg phänomenal. Jedes Mal, wenn ich die Möglichkeit habe, sehe ich mir seine Spiele an. Denn er lässt Schweres einfach aussehen. Er ist einfach ein grandioser Spieler."

Doch auch rund um Rodgers ist in der Käsestadt Green Bay, im Übrigen das einzige Team im amerikanischen Profisport, das nicht Eigentum eines einzelnen Besitzers ist, sondern rund 360.000 Anteilseignern gehört, immense Qualität vorhanden: Guard Jahri Evans soll den Verlust von Thomas John "T.J." Lang (Detroit) kompensieren, Tight End Martellus Bennett für Rodgers eine weitere zuverlässige Anspielstation neben den Receivern Randall Cobb und Jordy Nelson werden - zumal Jared Cook überraschend nicht gehalten worden ist und nun für Oakland aufläuft. Überraschungserscheinung Ty Montgomery soll derweil erneut beweisen, dass er als gelernter Passempfänger enorme Frische und neue Moves als Running Back draufhat.

Obendrein haben die Packers ihre zuletzt immer wieder anfällige Secondary aufgehübscht - die beiden Top-Picks Kevin King (Cornerback) und Josh Jones (Safety) dürften zusammen mit Morgan Burnett (Safety) und Ha Ha Clinton-Dix (Safety) stabil stehen. Mit Quinten Rollins, dem neu verpflichteten Davon House sowie Ladarius Gunter und Damarious Randall sollte die Cornerback-Einheit zudem glänzen können.

Ein Fragezeichen bleibt der Pass-Rush: Aushängeschild Julius Peppers (37) zog zu den Panthers weiter, Star-Linebacker Clay Matthews muss wieder zu alter Form finden. Die Säulen Nick Perry und Mike Daniels sollten das in Verbindung mit dem Rest aber lösen können.
Trainer: Mike McCarthy
Stars: Aaron Rodgers (QB), Jordy Nelson (WR), Martellus Bennett (TE), Clay Matthews (LB), Mike Daniels (DE), Mason Crosby (K)

Detroit Lions (9:7)

Matthew Stafford
Hat einen Geldregen herbeigerufen - und will nun auch Play-off-Erfolg in "Motor City" Detroit einkehren lassen: Matthew Stafford.
© Getty ImagesZoomansicht

T.J. Lang ist auch das Thema bei den Detroit Lions: Zusammen mit Ricky Wagner (Baltimore) soll er die Offensive Line felsenfest machen - um den teuersten Quarterback der Geschichte schützen zu können. Denn alle Hoffnung ruht in "Motor City" auf Matthew Stafford: Der 29-Jährige erhält für die kommenden fünf Jahre stolze 135 Millionen US-Dollar, 92 Millionen davon sind garantiert. Geld, das den teuer bezahlten Athleten aber auch unter Druck setzt. Denn bislang lesen sich die Leistungen von "Matt" (51:58 in seinen 109 Karriereeinsätzen in der Regular Season) überschaubar: Der Spielmacher führte die Lions nach einem Jahrzehnt der Bedeutungslosigkeit (2008 hatte Detroit die Saison mit 0:16 beendet) zwar wieder zurück in die Play-offs (dreimal in den letzten sechs Jahren). Dort kam das Aus jedoch stets in der ersten Runde. Seit 1991 wartet Detroit auf ein gewonnenes Play-off-Spiel. Neun Play-off-Niederlagen in Serie bedeuten zudem die längste Pleitenserie der NFL-Geschichte.

Dass sich das Geld bezahlt machen wird, davon ist Lions-Headcoach Jim Caldwell überzeugt: "Ich denke, dass er in den kommenden Jahren noch besser spielen wird, als er es bisher getan hat. Er hat unfassbar viele Fähigkeiten - auf dem Platz und auch abseits als Führungskraft. Er übernimmt Verantwortung und transportiert das weiter, was das gesamte Franchise vorlebt."

Doch ob dies direkt zum großen Wurf reichen wird, bleibt fraglich. Dafür regiert an anderen Stellen zu viel Unsicherheit: Der Pass-Rush dürfte nach wie vor Mäkel haben, offensiv wird zudem Tackle Taylor Decker nach seiner Schulter-OP zumindest Teile der Saison verpassen. Und in Sachen Anspielstationen hat Stafford einfach (noch) nicht den ultimativen Ersatz für Calvin "Megatron" Johnson (nach 2015 zurückgetreten) gefunden.

Matthew Stafford (Mitte)
Zurück ins Rampenlicht: Matthew Stafford hat den Auftrag, mit den Lions Großes zu vollbringen.
© Getty Images

Trainer: Jim Caldwell
Stars: Matthew Stafford (QB), Darius Slay (CB), Ezekiel "Ziggy" Ansah (DE), Golden Tate III (WR), T.J. Lang (G)

Minnesota Vikings (8:8)

In eine neue Ära ohne Adrian Peterson (mittlerweile bei den New Orleans Saints) brechen die Minnesota Vikings auf: Die Zeiten des Star-Running-Backs, der für fast ein Jahrzehnt der Mittelpunkt der Offense und lange auch das Herz des Teams gewesen, zuletzt aber immer wieder aufgrund von Verletzungen ausgefallen war, endeten mit dem Start ins Jahr 2017. Doch wie geht es nun weiter in Minneapolis rund um das nigelnagelneue U.S. Bank Stadium, dem Austragungsort von Super Bowl LII (52)? Kann der Traum vom Endspiel im eigenen Rund erfüllt werden?

Sam Bradford
Weil die O-Line nicht hieb- und stichfest ist, wird Vikings-Quarterback Sam Bradford wohl öfters zum Rückzug blasen.
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Wohl eher nicht, was allein schon an der unsicheren Quarterback-Situation liegt: Teddy Bridgewater hat nach seinem Kreuzbandriss zwar wieder das Training aufgenommen, doch vorerst wird der in der Preseason positiv auffallende Sam Bradford übernehmen. Dieser hat zwar das Potenzial, Spiele zu gewinnen, doch als Star gilt der Spielmacher nicht. Dazu passt die bisherige Bilanz des 29-Jährigen: 78 Spiele in sieben Jahren, nur 98 Touchdowns bei 57 Interceptions und 33 Fumbles. Hoffnung macht aber die vergangene Spielzeit: Mit 71,6 Prozent angekommener Pässe rangierte Bradford 2016 in diesem Ranking auf Rang eins aller Quarterbacks. Pro 100 Passversuche kam der erfahrene Athlet auf nicht einmal eine Interception. Als Bradford-Schrecken kann sich jedoch schnell die O-Line herauskristallisieren, die zuletzt immens löchrig war.

Bärenstark kommt derweil die Abwehr daher - wohl noch mächtiger als 2016. Die Front Seven der Vikings macht immensen Eindruck: Danielle Hunter, Linval Joseph, Everson Griffen, Anthony Barr und Eric Kendricks werden auch 2017 wieder anrauschende Gegner zermalmen - das gilt umso mehr, da Minnesota zusätzlich noch mit Xavier Rhodes, Harrison Smith, Terence Newman und Andrew Sendejo über eine überzeugende Secondary verfügt. Ein "Blitz" nach dem anderen wird wieder angerauscht kommen.

Umso interessanter, was Headcoach Mike Zimmers jüngste Ankündigung mit Blick auf seine Defense war: "Ich werde in diesem Jahr versuchen, noch etwas rücksichtsloser und aggressiver zu sein. Unsere Front spielt insgesamt sehr diszipliniert. Wenn ich diese Jungs noch etwas mehr entfessele, machen sie vielleicht noch mehr Plays."
Trainer: Mike Zimmer
Stars: Terence Newman (CB), Xavier Rhodes (CB), Danielle Hunter (DE), Kyle Rudolph (TE)

Chicago Bears (3:13)

Mitchell Trubisky
Nach gerade einmal 13 College-Spiele direkt in der NFL - und gespannt dreinblickend: Chicagos Rookie-Quarterback Mitchell Trubisky.
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Auch die Chicago Bears brechen in neue Zeiten auf - nach der Entlassung von Jay Cutler (zwischen 2009 und 2016 im Team, nach seinem offiziellen Rücktritt inzwischen bei den Miami Dolphins unter Vertrag) leitet vorerst Quarterback Mike Glennon (seit zweieinhalb Jahren ohne NFL-Einsatz von Beginn an) die Geschicke - wenngleich Rookie Mitchell Trubisky (zweiter Erstrunden-Pick im Draft 2017) im Verlaufe der Saison eingreifen könnte. Die Stärken des 23-Jährigen sind schnell umrissen: "Mitch" wirft sehr genaue Pässe. 2016 im College brachte er 68 Prozent seiner Zuspiele an den Mann und verbuchte insgesamt 30 Touchdowns bei lediglich sechs Interceptions. Mit seinem präzisen Wurfarm und guter Beinarbeit etablierte er sich in seinem letzten College-Jahr als moderner Starting-Quarterback seines Teams - wenngleich er insgesamt nur 13 College-Spiele absolvierte.

So zeigt sich der NFL-Neuling auch noch recht bescheiden - und gesteht Glennon die Rolle als Starter absolut zu: "Mike ist ein toller Typ, ein absoluter Profi. Wir haben eine tolle Quarterback-Gruppe mit ihm, Mark Sanchez und Connor Shaw. Wir helfen und pushen uns gegenseitig, werden jeden Tag besser. Aber Mike ist der Starter und ich stehe voll und ganz hinter ihm." Sein Job sei es derweil, "reinzukommen, die Offense so schnell wie möglich zu lernen, da rauszugehen und mein Können zu zeigen. Glennon hilft mir bei allem, was ich brauche und ich werde auch für ihn da sein. Ich versuche einfach, ein weiteres Augenpaar für ihn auf dem Feld zu sein."

Genau deswegen wird alles seine Zeit brauchen in Chicago, in "Windy City" - zumal mit Alshon Jeffery (Philadelphia Eagles) auch noch der Star-Receiver schlechthin abgezogen ist und Victor Cruz kurz vor Saisonstart gestrichen wurde. Ex-Steeler Markus Wheaton (nur acht TDs in vier Jahren) und Cameron Meredith (66 Catches für 888 Yards vergangene Saison) müssen wohl die Kastanien aus dem Feuer holen.

Defensiv ist und bleibt außerdem die Secondary das große Fragezeichen. Mit Marcus Cooper, Prince Amukamara und Quintin Demps bewerben sich drei Neuzugänge um Startplätze - und nur wenn sie alle deutlich besser agieren als im Vorjahr wird sich Chicago nachhaltig steigern. Immerhin: Die Defense um Jerrell Freeman, Danny Trevathan, Pernell McPhee, Leonard Floyd und Eddie Goldman hat das Potenzial, Spiele zu bestimmen.
Trainer: John Fox
Stars: Prince Amukamara (DB), Quintin Demps (DB), Danny Trevathan (LB), Josh Sitton (OL), Zach Miller (TE)


Fazit: In der NFC North richtet sich alles auf eine Titelverteidigung der Green Bay Packers ein, die Detroit Lions könnten den Käsestädtern aber eine Abreibung verpassen. Minnesota glänzt mit mächtigem Defense-Bollwerk à la "Blitz", wenngleich wie in Chicago Quarterback-Fragen aufgeworfen werden. Das kann für Unstimmigkeiten im ganzen Team sorgen - denn ohne festen Spielmacher als Anführer bricht jedem Team früher oder später das Rückgrat weg. Die Vikings und vor allem die Bears werden ganz oben im Tableau nichts zu suchen haben.

mag

Überblick: Die Spielmacher der 32 NFL-Teams
Brady, Rodgers, Prescott, Carr - Quarterbacks 2017
Die NFL-Quarterbacks 2017
Die NFL-Quarterbacks 2017

Das Hauptaugenmerk während der NFL-Saison 2017/18 liegt wie immer auf den Quarterbacks der 32 Teams, die die Spiele lesen, gestalten und natürlich im besten Fall gewinnen sollen. Das fällt Top-Stars wie Tom Brady, Aaron Rodgers, Eli Manning, "Big Ben" Roethlisberger, Drew Brees, Cam Newton oder Russell Wilson bekanntlich etwas leichter, doch auch bei den anderen Klubs tummeln sich gute, neue und talentierte Spielmacher.
© imago

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zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:Green Bay Packers
Gründungsdatum:11.08.1919
Vereinsfarben:Dunkelgrün, gelb, weiß
Anschrift:Green Bay Packers
1265 Lombardi Avenue
Green Bay, Wisconsin, USA 54304
Internet:http://www.packers.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Detroit Lions
Gründungsdatum:01.01.1929
Vereinsfarben:Hellblau, silber, weiß, schwarz
Anschrift:Detroit Lions
222 Republic Drive
Allen Park, Michigan, USA 48101
Internet:http://www.detroitlions.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Minnesota Vikings
Gründungsdatum:01.01.1960
Vereinsfarben:Purpur, gold, weiß
Anschrift:Minnesota Vikings
9520 Viking Drive
Eden Prairie, Minnesota, USA 55344
Internet:http://www.vikings.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Chicago Bears
Gründungsdatum:01.01.1919
Vereinsfarben:Dunkelblau, orange, weiß
Anschrift:Chicago Bears
1000 Football Drive
Lake Forest, Illinois, USA 60045
Internet:http://www.chicagobears.com/


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