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05.09.2017, 16:43

NFL-Vorschau 2017, Teil 2 von 8: New England, Miami & Co.

AFC East: Gigant New England und die große Kluft

Es ist die Frage aller Fragen - speziell in der AFC East: Welcher Kontrahent kann den New England Patriots eigentlich das Wasser reichen? Sind die Miami Dolphins, die Buffalo Bills oder die New York Jets in der Lage, dem amtierenden NFL-Champion in der neuen Regular Season ein Bein zu stellen? Die Antwort dürfte kaum verwundern: Wenn alles einigermaßen glatt geht, marschieren die Pats erneut voran. Doch Potenzial ist in der AFC East durchaus versteckt - spielt Jay Cutler dabei eine Rolle?

Tom Brady
Der Dominator der National Football League - und vor allem der Regent der AFC East: Star-Quarterback und Fünffach-Ringträger Tom Brady.
© Getty ImagesZoomansicht

Diese Statistik spricht Bände: Seit Headcoach Bill Belichick und Tom Brady die Geschicke der New England Patriots leiten, wird die direkte Konkurrenz der AFC East immer weiter vom Treibsand nach unten gezogen. Gegen Miami, Buffalo und die New York Jets hat der inzwischen 40-jährige Star-Quarterback phänomenale Werte vorzuweisen: In über 80 Spielen gelangen ihm bis dato über 60 Siege. Zu Hause im Gillette Stadium in Foxborough/Massachusetts gewinnt Brady zudem weit über 80 Prozent der Spiele.

New England Patriots (Vorjahr: 14:2)

In den jüngsten 15 Jahren gewann das furiose Duo, das die gesamte National Football League der Neuzeit längst aufgemischt hat, ganze 13-mal den AFC-East-Titel sowie fünf Super Bowls - Rekord. Siebenmal wurde dabei das NFL-Finale erreicht - Rekord. All diese Fakten sprechen auch für die bevorstehende Saison eine deutliche Sprache: Die Pats gehen als turmhoher Favorit ins Rennen - was auch daran liegt, dass der 40-jährige Brady noch lange nicht genug und oft betont hat, noch viele, viele Jahre weiterzuspielen.

Doch nicht nur das Duo sorgt für Furore, auch der gesamte Rest des Kaders. Beispiele? Der mächtige Tight End Rob Gronkowski wirkt wieder komplett genesen, nachdem er vergangene Saison ab Dezember aufgrund einer Lungen- und Rückenverletzung komplett ausgefallen war. Aus "Gronk is done" ist inzwischen wieder "Gronk is back" geworden: Der 28-Jährige kehrte während der Vorbereitung beim 23:27 gegen Houston zurück aufs Feld - sein erster Einsatz in einem Preseason-Testspiel seit 2012. "Es fühlte sich großartig an, wieder rauszugehen, die Füße nass zu kriegen und das Spieltempo hautnah mitzuerleben", so Gronk, der ergänzte: "Ich liebe es einfach, Football zu spielen."

Das tun seine Kollegen wie Running Back Dion Lewis oder Cornerback Malcolm Butler auch. Und so gehen die Patriots natürlich erneut als Favorit voran - und dürften nach dem monströsen Super-Bowl-Comeback gegen Atlanta (34:28 nach 3:28) eine noch breiter angeschwollene Brust haben. Headcoach Belichick, der in seiner New-England-Bilanz bei 201:71 Siegen steht, wird zusammen mit Brady & Co. den Ton erneut vorgeben - und das in der gesamten AFC.

Julian Edelman
Auf spektakuläre Actioneinlagen von Julian Edelman müssen die New England Patriots komplett verzichten.
© Getty Images

Einen gewaltigen Rückschlag gab es aber für den amtierenden NFL-Champion: Wide Receiver Julian Edelman, der kongeniale Partner von Quarterback Brady, zog sich während der Preseason einen Kreuzbandriss zu. "Das ist hart für uns alle. Er ist einfach ein überragender Teamkamerad und ein großartiger Freund. Doch wir müssen jetzt andere Lösungen finden", so "TB12", der damit die gesamte Mannschaft auffordert, speziell seine verbleibenden Anspielstationen um "Gronk", Danny Amendola, Chris Hogan oder Malcolm Mitchell. "Die Produktion auf dem Spielfeld muss nun auch von woanders kommen - von allen Backs und Tight Ends. Dann werden wir das wegstecken."
Trainer: Bill Belichick
Stars: Tom Brady (QB), Rob Gronkowski (TE), Danny Amendola (WR), Malcolm Butler (CB), Dont'a Hightower (LB), Dion Lewis (RB), Stephen Gostkowski (K)

Miami Dolphins (10:6)

Einigermaßen dran an den Patriots war Miami in der abgelaufenen Spielzeit: Das NFL-Franchise aus Florida schloss die Regular Season mit 10:6 ab, erreichte die Play-offs auch dank Ersatzspielmacher Matt Moore und scheiterte dort krachend mit 12:30 an den Pittsburgh Steelers. Doch die Dolphins haben dadurch Auftrieb bekommen - und stellen sich deswegen selbstbewusst Richtung neuer Spielzeit auf.

Jay Cutler
Neue Chance, endlich Erfolg? Jay Cutler ist aus dem Vorruhestand zurückgekehrt - und will mit den Miami Dolphins angreifen.
© Getty ImagesZoomansicht

Allerdings kam es bereits zu einem unliebsamen Vorfall: Im Zuge des Training Camps hatte sich Star-Quarterback Ryan Tannehill ohne Fremdeinwirkung schwer am Knie verletzt. Die Reaktion? Miamis Trainer Adam Gase vertraute offenbar seinem Schützling Moore, immerhin 33 Jahre alt, nicht - und holte stattdessen den bereits Richtung TV-Expertendasein abgewanderten Jay Cutler für stolze 13 Millionen US-Dollar Einjahresgehalt aus dem Vorruhestand zurück aufs Feld.

Insgesamt stehen für den Spielmacher in bisherigen 139 NFL-Spielen (Regular Season) neben ordentlichen 208 Touchdown-Pässen ganze 146 Interceptions sowie 56 Fumbles zu Buche. Kritiken begleiten den Spielmacher aber schon immer: In seiner Broncos-Zeit wurde ihm eine persönliche Fehde mit San Diegos Philip Rivers nachgesagt, außerdem gilt Cutler schon immer als extrem verletzungsanfällig. Im gesamten Land muss er sich deshalb stets anhören, dass ihm eine gehörige Portion Härte fehle, die in diesem Geschäft unabdingbar ist. Nun hat er eine unerwartete Chance bekommen, ein jahrelang erwartetes Versprechen doch noch einzulösen - und das sogar in Duellen mit den Patriots.
Trainer: Adam Gase
Stars: Jay Cutler (QB), Jay Ajayi (RB), Kiko Alonso (LB), Ndamukong Suh (DT)

Buffalo Bills (7:9)

Bei den Buffalo Bills steht der Quarterback dagegen schon jetzt in der Kritik - und obendrein nicht ganz so im Fokus: Spielmacher Tyrod Taylor steht seit 2015 bei den Bills unter Vertrag und soll das NFL-Franchise (eigentlich) in eine glorreiche Zukunft führen. Auch wenn immer mal wieder Diskussionen über den nicht immer zuverlässigen Spielmacher auftauchen, stärkt ihm Headcoach Sean McDermott (noch) den Rücken: "Ich habe vollstes Vertrauen in Tyrod. Wir haben aber insgesamt als Team viel Arbeit vor uns und müssen uns verbessern."

LeSean McCoy
Das Powerhouse der Buffalo Bills: Running Back LeSean McCoy.
© Getty ImagesZoomansicht

Und so richtet sich das Hauptaugenmerk auf Running Back LeSean McCoy: Denn der 29-Jährige, der ebenfalls seit 2015 im Klub spielt und bereits zwischen 2009 und 2014 für die Philadelphia Eagles auf sich aufmerksam gemacht hatte, passt in nahezu jede Ausrichtung einer Mannschaft. McCoy ist einer der dynamischsten Backs der Liga, erkennt Lücken sofort, sticht hindurch, weicht aus, kann Hits vertragen. Allein mit solchen Leuten lassen sich Spiele gewinnen - und Buffalo kann Spiele gewinnen, wenngleich der Football vielleicht nicht der spektakulärste ist.

Denn: Die Bills haben nur zweimal in den vergangenen 30 Jahren vier oder weniger Spiele gewonnen. Ob sie allerdings 2017 viel mehr als vier Siege erreichen können? Fraglich, offen, ungeklärt... zumal der Verein um General Manager Brandon Beane Athleten wie Wide Receiver Sammy Watkins (L.A. Rams), Cornerback Ronald Darby (Philadelphia Eagles) oder Linebacker Reggie Ragland (Kansas City Chiefs) ausgetauscht hat.
Trainer: Sean McDermott
Stars: LeSean McCoy (RB), Micah Hyde (S), Eric Wood (C), Richie Incognito (G)

New York Jets (5:11)

Fünf Siege, elf Niederlagen - weit mehr dürfen die New Yorker Fans auch im Jahre 2017 nicht erwarten. Denn die N.Y. Jets befinden sich im Umbruch - und werden deswegen nicht viel gegen die Konkurrenz ausrichten können, womöglich auf Jahre hinaus. Miserabel: Nur 2015 standen an einem Saisonende seit dem letztmaligen Erreichen der Play-offs im Jahr 2010 mehr Siege als Niederlagen zu Buche, ansonsten war N.Y. stets weit entfernt von jeglichen Postseason-Hoffnungen.

Todd Bowles
Auf Todd Bowles, dem Headcoach der New York Jets, lastet auch 2017 immenser Druck.
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Gibt es irgendetwas, das Hoffnung macht? Im Grunde nein! Denn Headcoach Todd Bowles hangelt sich eher von Saison zu Saison, das Management macht Fehler am laufenden Band (Receiver Erik Decker und Linebacker David Harris sind weg) und auch verzweifelte Versuche, wie den bereits zurückgetretenen Wide Receiver Steve Smith Sr. (ehemals Baltimore) zu reaktivieren, scheiterten. "Wir wollen Entscheidungen treffen, die unser Team voranbringen", begründete etwa General Manager Mike Maccagnan seine Personalrochade, die bei den Spielern jedoch zum Großteil ratlose Gesichter verursacht. "Ich habe es hingenommen", reagierte etwa Wide Receiver Quincy Enunwa (25). "Natürlich ist keiner von uns sonderlich glücklich über diese Entscheidungen, aber so läuft das Geschäft eben. Wir spielen zwar Football, aber am Ende des Tages ist es ein Geschäft."
Trainer: Todd Bowles
Stars: Josh McCown (QB), Matt Forté (RB), Kony Ealy (DE), James Carpenter (G)


Fazit: Für die Buffalo Bills und die New York Jets bleibt einmal mehr die Rolle als Zuschauer in der AFC East - die immerhin mit ein paar Siegen versüßt werden dürfte. Einzig die Miami Dolphins sollten den New England Patriots gefährlich werden können in Sachen AFC-East-Titel. Die Betonung liegt aber auf können. Denn auch ohne Star-Receiver Edelman ragen die Pats im Vergleich zur Konkurrenz heraus. Die drei "kleinen" NFL-Franchises in dieser Division werden einmal mehr Superstar Brady und dessen Corps huldigen müssen.

Markus Grillenberger

Überblick: Die Spielmacher der 32 NFL-Teams
Brady, Rodgers, Prescott, Carr - Quarterbacks 2017
Die NFL-Quarterbacks 2017
Die NFL-Quarterbacks 2017

Das Hauptaugenmerk während der NFL-Saison 2017/18 liegt wie immer auf den Quarterbacks der 32 Teams, die die Spiele lesen, gestalten und natürlich im besten Fall gewinnen sollen. Das fällt Top-Stars wie Tom Brady, Aaron Rodgers, Eli Manning, "Big Ben" Roethlisberger, Drew Brees, Cam Newton oder Russell Wilson bekanntlich etwas leichter, doch auch bei den anderen Klubs tummeln sich gute, neue und talentierte Spielmacher.
© imago

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zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:New England Patriots
Gründungsdatum:16.11.1959
Vereinsfarben:dunkelblau, rot, silber, weiß
Anschrift:New England Patriots
60 Washington Street
Foxboro, Massachusetts, USA 02035
Internet:http://www.patriots.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Miami Dolphins
Gründungsdatum:01.01.1965
Vereinsfarben:Türkisgrün, orange, weiß, marineblau
Anschrift:Miami Dolphins
7500 Southwest 30th Street
Davie, Florida, USA 33314
Internet:http://www.miamidolphins.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Buffalo Bills
Gründungsdatum:01.01.1959
Vereinsfarben:Blau, rot, weiß, marineblau
Anschrift:Buffalo Bills
One Bills Drive
Orchard Park, New York, USA 14127
Internet:http://www.buffalobills.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:New York Jets
Gründungsdatum:14.08.1959
Vereinsfarben:grün und weiß
Anschrift:New York Jets
1000 Fulton Avenue
Hempstead, New York, USA 11550
Internet:http://www.newyorkjets.com/


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