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04.09.2017, 23:55

NFL-Vorschau 2017, Teil 1 von 8: Pittsburgh, Baltimore & Co.

AFC North: Letzte Chance für "Big Ben"? Ist Flacco fit?

Aufgepasst, Football-Fans! Das lange Warten hat ein Ende, endlich fliegt das Ei wieder durch die Stadien der Vereinigten Staaten. Heißt, die NFL geht wieder los - und mit ihr die Frage, wer am Ende dieser Saison in den begehrten Super Bowl einziehen wird? In der AFC North melden mindestens einmal zwei Mannschaften Ansprüche darauf an. Im Fokus der Division stehen neben zwei Super-Bowl-Quarterbacks auch der bestbezahlteste Wide Receiver der NFL sowie ein Running Back, der aus Trotz das gesamte Trainingslager schwänzte. Auch der Nummer-1-Pick des Drafts ist am Start.

Ben Roethlisberger
"Big Ben" Roethlisberger brachte die Lombardy-Trophy schon zweimal nach Pittsburgh. Schafft er es 2017/18 gar ein drittes Mal?
© Getty ImagesZoomansicht

Die AFC North galt in der jüngeren Vergangenheit als eine der umkämpftesten Divisionen der NFL. Allein in den letzten sechs Jahren gewannen Steelers, Ravens und Bengals je zweimal die Staffel. Zuletzt hatte Pittsburgh häufig die Nase vorn. Für den großen Wurf reichte es im Vorjahr aber nicht: Im AFC-Finale setzte sich New England klar durch, das zwei Wochen später den Super Bowl gewann.

Pittsburgh Steelers (Vorjahr: 11:5)

Die Pittsburgh Steelers sind auch in diesem Jahr der große Favorit in der Division. Der ausschlaggebende Grund: Eine bärenstarke Offense inklusive einer Offensive Line, die es ihrem Quarterback Ben Roethlisberger ermöglicht, das Angriffsspiel erfolgreich aufzuziehen. Doch wie lange ist "Big Ben" noch der Strippenzieher in "Steel City"? Der 35-Jährige ist im Spätherbst seiner Karriere angelangt und hängt seine Schuhe vielleicht schon am Ende der neuen Saison an den Nagel.

Trotzdem gehört Pittsburgh zum erweiterten Favoritenkreis, die Chancen auf eine siebte Meisterschaft stehen nicht schlecht. Spielmacher Roethlisberger steht mit Antonio Brown der bestbezahlteste Wide Receiver zur Seite, dazu kommt mit Le'Veon Bell der vielleicht gefährlichste Running Back der Liga, der sich rein monetär betrachtet aber nicht ausreichend wertgeschätzt fühlt. Da sich beide Parteien bis zur Deadline im Juli nicht auf einen neuen sowie hochdotierten Vertrag geeinigt hatten, schwänzte Bell kurzerhand das Trainingslager und kehrte erst am 1. September, einen Tag nach dem Ende der Pre-Season zum Team zurück - und unterschrieb den Franchise Tag. Nach der kommenden Spielzeit könnte der Star Pittsburgh als Free Agent ablösefrei verlassen.

So stark die Steelers im Angriff auch besetzt sind, in der Abwehr drückt ein kleinwenig der Schuh - auch weil Pittsburgh mit Lawrence Timmons seinen besten Linebacker der letzten Jahre verlor. Diese Lücke soll Vince Williams an der Seite von Ryan Shazier schließen. Einen vielversprechenden Einstand feierte Rookie T.J. Watt (22), der jüngere Bruder von Houstons Abwehrmaschine J.J. Watt. Gleich in seinem ersten Preseason-Spiel gegen die New York Giants glänzte er mit zwei "Sacks". Diesen Namen sollte man sich unbedingt merken.

Trainer: Mike Tomlin
Stars: Ben Roethlisberger (QB), Antonio Brown (WR), Martavis Bryant (WR), Le'Veon Bell (RB), James Harrison (LB), Ryan Shazier (LB)

Baltimore Ravens (8:8)

Joe Flacco
Joe Flacco verpasste wegen Rückenproblemen die komplette Vorbereitung - für Week 1 soll der Quarterback trotzdem bereit sein.
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Geht es um die sportlichen Ziele, so vermelden die Baltimore Ravens eigentlich jedes Jahr aufs Neue, dass sie sich als "Contender" sehen. Seit dem letzten Super-Bowl-Gewinn im Februar 2013 lagen Anspruch und Wirklichkeit jedoch weit auseinander. Seither steht nur noch eine Teilnahme an der K.-o.-Runde, was jedoch multikausal zu erklären ist: Zum einen verlor Baltimore wichtige Stützen (Ray Lewis, Ed Reed), zum anderen waren die Ravens in den letzten beiden Spielzeiten von Verletzungen wichtiger Leistungsträger gebeutelt (Steve Smith Sr., Dennis Pitta).

Quarterback Joe Flacco zählte ebenfalls zu dieser Liste, kehrte nach einem Kreuzband- und Meniskusriss 2015 aber im Vorjahr wieder zurück. Jetzt ist es der Rücken, der dem Spielmacher Probleme bereitet. So konnte Flacco während der Preseason nicht eine Sekunde auf dem Feld stehen. Trotz des Fragezeichens hinter dem Super-Bowl-Quarterback verzichtete Baltimore auf die Verpflichtung des in den USA stark umstrittenen Colin Kaepernick. Stattdessen investierten die Ravens gewaltig in ihre ohnehin schon starke Defensive. Trainer John Harbaugh bekam im Laufe der Vorbereitung ebenfalls das Vertrauen ausgesprochen: Der Super-Bowl-Coach (seit 2008 im Amt) verlängerte bis 2019 und gab die Marschrichtung vor: "Wir haben hier die große Möglichkeit, Meisterschaften zu gewinnen."

Trainer: John Harbaugh
Stars: Joe Flacco (QB), Danny Woodhead (RB), Marshal Yanda (G), Terrell Suggs (LB), Eric Weddle (S), Justin Tucker (K)

Cincinnati Bengals (6:9:1)

Marvin Lewis
Der Blick von Marvin Lewis geht nach vorn. Schaffen es die Bengals wieder in die Play-offs?
© Getty ImagesZoomansicht

Auch die Cincinnati Bengals setzten bislang auf dem Trainerstuhl auf Kontinuität: Marvin Lewis geht diesen Herbst in seine bereits 15. Spielzeit als Cheftrainer und führte sein Team in den letzten sechs Jahren immerhin fünfmal in die Play-offs (kein Sieg). Einzig New Englands Erfolgscoach Bill Belichick ist länger im Amt. Doch trotz der langjährigen Beziehung zwischen Lewis und den Bengals lastet großer Druck auf den Schultern des Headcoaches, der erstmals seit 2010 ohne Anschlussvertrag in die neue Saison startet. Denn in Cincinnati möchte man nach einer unbefriedigenden Spielzeit (nur sechs Siege) unbedingt wieder in die Play-offs einziehen.

Soll die neue Saison ein Erfolg für die Raubkatzen werden, so muss die Offensive Line ihren Quarterback Andy Dalton besser beschützen. Denn bekommt der Rotschopf, der ebenfalls nur über einen Kontrakt bis Saisonende verfügt, genügend Zeit in der Pocket, so stehen ihm gleich mehrere Pass-Optionen zur Verfügung. A.J. Green und Tyler Eifert haben ihre Qualitäten in den vergangenen Jahren schon zur Schau gestellt. Jetzt erhält das Receiver-Corps noch Zuwachs: Nummer-9-Draft-Pick John Ross überzeugte vor allem durch seine Geschwindigkeit. Dazu kommen brandgefährliche Backs (Giovani Bernard, Jeremy Hill).

Trainer: Marvin Lewis
Stars: Andy Dalton (QB), A.J. Green (WR), Giovani Bernard (RB), Tyler Eifert (TE), Carlos Dunlap (DE), Vontaze Burfict (LB, zu Saisonbeginn drei Spiele gesperrt)

Cleveland Browns (1:15)

DeShone Kizer
Vom College-Campus ins Haifischbecken NFL: DeShone Kizer (#7) soll in Cleveland endlich für Ruhe auf der Quarterback-Position sorgen.
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Während die Bengals ihre Probleme in der Offensive Line haben, wurde diese von den Cleveland Browns ordentlich aufgepolstert. Vom Divisionsrivalen aus Cincinnati holten die Browns Kevin Zeitler. Dazu wurde J.C. Tretter (ehemals Green Bay) mit einem satten Fünfjahresvertrag ausgestattet. Die O-Line soll sicherstellen, dass Rookie-Quarterback DeShone Kizer (Zweitrunden-Pick aus Notre Dame) eine verhältnismäßig ruhige erste NFL-Spielzeit hat.

Kizer setzte sich durch gute Auftritte in der Preseason gegen seine Konkurrenten Jody Kessler und Brock Osweiler durch und verdiente sich damit den Posten des Starters. Während Kessler sein Vertreter sein wird, wurde Osweiler am Ende der Preseason von den Browns entlassen. In der Defensive zieht Myles Garrett die Blicke auf sich. Der Defensive End wurde an erster Stelle gedraftet und soll nach einer Reihe von misslgückten Picks (Stichwort Johnny Manziel) endlich neue Hoffnung nach Cleveland bringen.

Trainer: Hue Jackson
Stars: DeShone Kizer (QB), Kevin Zeitler (G), Joe Thomas (OL), J.C. Tretter (OL), Myles Garrett (DL)


Fazit: Der Divisionstitel im Norden kann nur über die Steelers gehen. Voraussetzung hierfür ist aber, dass "Big Ben" gesund bleibt, ansonsten bekommt auch Pittsburgh Probleme. Findet Flacco sofort seinen Rhythmus und hält die Ravens-D, was sie verspricht, ist Baltimore ein Wild-Card-Kandidat. Cincinnati dürfte sich darum ebenfalls bewerben, Cleveland bleibt auch dieses Jahr nur die Außenseiterrolle, wenngleich es besser als 2016 (nur ein Sieg) laufen sollte.

Sandro Schüßler

Überblick: Die Spielmacher der 32 NFL-Teams
Brady, Rodgers, Prescott, Carr - Quarterbacks 2017
Die NFL-Quarterbacks 2017
Die NFL-Quarterbacks 2017

Das Hauptaugenmerk während der NFL-Saison 2017/18 liegt wie immer auf den Quarterbacks der 32 Teams, die die Spiele lesen, gestalten und natürlich im besten Fall gewinnen sollen. Das fällt Top-Stars wie Tom Brady, Aaron Rodgers, Eli Manning, "Big Ben" Roethlisberger, Drew Brees, Cam Newton oder Russell Wilson bekanntlich etwas leichter, doch auch bei den anderen Klubs tummeln sich gute, neue und talentierte Spielmacher.
© imago

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zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:Pittsburgh Steelers
Gründungsdatum:19.05.1933
Vereinsfarben:schwarz und gold
Anschrift:Pittsburgh Steelers
3400 South Water Street
Pittsburgh, Pennsylvania, USA 15203-2349
Internet:http://www.steelers.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Baltimore Ravens
Gründungsdatum:09.02.1996
Vereinsfarben:Purpur, schwarz, gold
Anschrift:Baltimore Ravens
1101 Russell Street
Baltimore, Maryland, USA 21230 (410) 547-8100
Internet:http://www.baltimoreravens.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Cincinnati Bengals
Gründungsdatum:01.01.1966
Vereinsfarben:Schwarz, orange, weiß
Anschrift:Cincinnati Bengals
One Paul Brown Stadium
Cincinnati, Ohio, USA 45202
Internet:http://www.bengals.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Cleveland Browns
Gründungsdatum:01.01.1946
Vereinsfarben:Braun, orange, weiß
Anschrift:Cleveland Browns
76 Lou Groza Boulevard
Berea, Ohio, USA 44017
Internet:http://www.clevelandbrowns.com/


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