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06.02.2017, 05:45

Matt Ryan ist mit seinen Atlanta Falcons der traurige Verlierer

"G.O.A.T.": Tom Brady setzt sich die Krone auf

Superlative werden hin und wieder inflationär verwendet - vor allem in der National Football League. Doch wenn an einer Stelle Worte wie Wahnsinn, Verrücktheit, Magie oder purer Zauber einen Sinn ergeben haben, dann beim Super Bowl LI (51) am 6. Februar 2017 in Houston/Texas. Dort im NRG Stadium vor über 70.000 frenetischen Fans schrieben die New England Patriots um Superstar Tom Brady nicht nur Erfolgsgeschichte. Nein: Sie schrieben das Drehbuch zum spektakulärsten NFL-Endspiel der Historie!

Tom Brady
Der erfolgreichste Quarterback der NFL-Geschichte mit fünf Titeln: Tom Brady.
© Getty ImagesZoomansicht

So viel Dramatik hatte ein Super Bowl wahrlich noch nie zuvor zu bieten! Denn mit einer historischen Aufholjagd hat Star-Quarterback Tom Brady seine New England Patriots zum fünften Super-Bowl-Triumph geführt. Im größten Thriller der NFL-Geschichte setzte sich der Favorit am Sonntag (Ortszeit) in Houston/Texas mit 34:28 nach Verlängerung gegen die Atlanta Falcons durch. Das unglaubliche dabei: Brady & Co. lagen zwischenzeitlichen mit 3:28 in Rückstand. Solch ein Defizit wurde noch nie zuvor in einem Super Bowl aufgeholt. Zudem hatte es bis dato niemals zuvor eine Verlängerung im Endspiel gegeben.

Mit seinem fünften Super-Bowl-Triumph setzte sich Brady, der mit seiner starken Statistik von 43 von 62 angekommenen Pässe, 466 Yards sowie zwei Touchdowns (eine Interception) auch zum Final-MVP gekrönt wurde, obendrein an die alleinige Spitze der ewigen Rekordliste für Quarterbacks. "Großartige Defense", schwärmte der 39-Jährige, der noch einige Jahre weiterspielen will und wird, nach dem Spiel. Etwas ungläubig ob des großen erreichten Erfolgs stammelte "TB12" zunächst nur: "Alles ist absolut unfassbar, jetzt will ich meine Familie sehen."

"G.O.A.T."

Ohnehin war in den vergangenen Wochen nach einer abermals fantastischen Saison von Brady darüber debattiert worden, ob der Routinier schon jetzt der größte Quarterback der NFL-Geschichte sei. Mit seinem fünften Erfolg, mit dem er die lange Zeit gleichauf liegenden Ikonen Joe Montana (San Francisco 49ers) und Terry Bradshaw (Pittsburgh Steelers) endgültig abgehängt hat, dürfte dies aber klar sein. Brady ist "The Greatest Of All Time" - "G.O.A.T."

Tom Brady
Jubelschrei: Tom Brady verdrückte bei der Übergabe der Vince Lombardy Trophy sogar die ein oder andere Träne.
© Getty Images

Der Dank galt neben Brady und der am Ende gewaltig aufdrehenden Defense, die unter anderem Atlantas Spielmacher Matt "Matty Ice" Ryan einen mit spielentscheidenden "Sack" inklusive Fumble-Eroberung verpasst hatte, aber auch James White. Der Running Back erzielte in der Overtime mit seinem dritten Touchdown die entscheidenden Punkte zum finalen 34:28.

Ein Spiel sondergleichen

Vor den 70.807 Zuschauern im NRG Stadium wurde das Spiel zwischen Atlanta und New England anfangs von den Defensivreihen beherrscht. Brady und Ryan kassierten frühzeitig "Sacks", der Endzone kamen beide nicht nahe. Erst zu Beginn des zweiten Viertels gab es die ersten Punkte: Falcons-Läufer Devonta Freeman gelang nach einem kurzen Lauf ein Touchdown für die Falcons. Und der Champion der National Football Conference (NFC) legte schnell nach: Rookie Austin Hooper fing beim zweiten Touchdown einen 19-Yards-Pass von Ryan.

James White
Der Spielzug ins Glück: New Englands Running Back James White erobert in der Overtime die Endzone - und die Atlanta Falcons trauern.
© Getty ImagesZoomansicht

New England kam in der Offensive zunächst überhaupt nicht zum Zug. Brady wurde stark unter Druck gesetzt und leistete sich eine Interception, Robert Alford trug den abgefangenen Ball für die Falcons über 82 Yards bis ins Ziel. Patriots-Kicker Stephen Gostkowski konnte kurz vor der Pause mit einem Field Goal lediglich auf 3:21 verkürzen. Dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf...

... wenngleich in der zweiten Halbzeit das Bild zunächst gleich blieb: Matt Ryan überzeugte mit sicherem Passspiel, Running Back Tevin Coleman sorgte für den nächsten Touchdown der Falcons gegen die in dieser Saison bislang beste Defensive der Liga - 28:3. Brady hatte weiter große Probleme, fand in der Schlussphase des dritten Spielabschnitts aber James White und schaffte seinen ersten Touchdown-Pass. Dass der sonst so sichere Gostkowski anschließend beim Extra-Kick scheiterte, passte scheinbar ins Bild.

Verrückt, verrückter, Patriots

Die Pats ließen sich von den Schwierigkeiten jedoch überhaupt nicht beeindrucken und sorgten mit all ihrer Erfahrung plötzlich wieder für Spannung, unfassbare Spannung, vor Star-Gästen wie John Travolta, Mark Wahlberg, Elton John, Usher, dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush Senior oder der Pop-Diva Lady Gaga, die eine fantastische Halbzeit-Show darbot.

Nach einem Fumble von Ryan verkürzte New England mit einem Touchdown und einer Two-Point-Conversion auf 20:28. Das Gleiche gelang 57 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit noch einmal, es ging in die Overtime. New England hatte den ersten Angriff und schaffte den entscheidenden Score: Running Back James White beendete das denkwürdige Duell und das sensationelle Comeback mit einem Touchdown.

Matt Ryan
Wie eingefroren: Matt "Matty Ice" Ryan blickt ins Leere.
© Getty Images

Die Gefühlswelten waren nach diesem Moment natürlich grundverschieden: Während die Patriots White in der Endzone feierten und unter einem Jubelhaufen begruben oder eben ungläubig umherstarrten, blickten die Protagonisten aus dem Falcons-Lager ungläubig drein. Vor allem für Atlantas Quarterback Matt Ryan, der nach einer fabelhaften Saison inklusive MVP-Titel, war der Abend bitter. Denn der 31-Jährige (17/23 angekommene Pässe, 284 Yards, zwei TDs, keine Interception) hätte nicht nur sich mit dem ersten Ring belohnen können, sondern auch dem NFL-Franchise aus dem US-Bundesstaat Georgia (gegründet 1966). So aber feierte Tom Brady und der gesamte Tross der Pats - und das wahrscheinlich immer noch...

mag/dpa

NFL-Play-offs, 2016/17, Super Bowl
Atlanta Falcons - New England Patriots 28:34
Atlanta Falcons - New England Patriots 28:34
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Lady Gaga posiert vor dem Super Bowl auf dem Spielfeld in Houston.
© Getty Images

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14 Leserkommentare

Lord_AG
Beitrag melden
06.02.2017 | 15:29

Trainer-Fehler

Genau, wundert mich eigentlich, warum das kein großes Thema ist.

DER entscheidene Faktor war [...]
Glenn-88
Beitrag melden
06.02.2017 | 13:17

unglaublich, aber geil

war doch ein super Spiel, und meine Pats haben gewonnen ( Fan seit 1997). Die falcons hätten es sicher [...]
doctorfrasiercrane
Beitrag melden
06.02.2017 | 12:29

Großartiges Spiel

Ein unglaubliches Match. Ob man ihn mag oder nicht - nach diesem Super Bowl ist Tom Brady sicher der [...]
puhlio
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06.02.2017 | 12:29

@Sonnenloewe

Das stimmt nicht einmal im Ansatz.

Gestern war fast ganz Football USA gegen die Patriots, denn auße[...]
pfefferprinz
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06.02.2017 | 12:28

Verdient...

... ich hätte auch lieber die Falcons als Sieger gesehen, aber was die Pats da veranstaltet haben war [...]

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zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:New England Patriots
Gründungsdatum:16.11.1959
Vereinsfarben:dunkelblau, rot, silber, weiß
Anschrift:New England Patriots
60 Washington Street
Foxboro, Massachusetts, USA 02035
Internet:http://www.patriots.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Atlanta Falcons
Gründungsdatum:30.06.1965
Vereinsfarben:schwarz, rot, silber, weiß
Anschrift:Atlanta Falcons
4400 Falcon Parkway
Flowery Branch, Georgia, USA 30542
Internet:http://www.atlantafalcons.com/


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