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08.01.2017, 10:59

NFL-Play-offs, Wild Card Round: Lions-Flüche halten an

Starkes Seattle: Spektakel, Sieg & Schönheitsfehler

Die Seattle Seahawks sind seit Jahren eines der am meisten gefürchteten Teams der National Football League - vor allem in den Play-offs. Und dort vor allem zu Hause im CenturyLink Field. Das neueste Opfer: Detroit. Die Lions hatten in der Wild Card Round beim 6:26 keinerlei Chance aufs Weiterkommen, was sicherlich auch an der eigenen schwachen Leistung lag. Doch vielmehr als das wussten eben die Hawks zu überzeugen - und zwar mit einem neuen Marshawn Lynch sowie Spektakel-Catches.

Touchdown: Seattles Receiver Paul Richardson gelang ein spektakulärer Catch.
Touchdown: Seattles Receiver Paul Richardson gelang ein spektakulärer Catch.
© Getty ImagesZoomansicht

Seahawks liefern den Fans eine Show

Pure Dominanz - so könnte die knappe Überschrift über dem deutlichen und hochverdienten 26:6-Heimsieg der Seattle Seahawks über die Detroit Lions lauten. Denn die heimischen Hawks um Headcoach und Mastermind Pete Carroll zogen den Gästen aus "Motor City" von der ersten Minute bis zur letzten Sekunde den Zahn.

Dabei glänzten die lautstark von den "12" unterstützen Akteure mit einem bunten Potpourri an sehenswerten Einlagen - wobei sogar einige mögliche Aktionen fehlten. Quarterback Russell Wilson zum Beispiel, der nach einigen kleineren Verletzungen während der Saison wieder richtig fit ist, verzichtete nämlich komplett auf sein gefürchtetes Laufspiel. Warum? Weil er es einfach nicht benötigte! Dafür warf der 28-Jährige zuverlässig wie eh und je bei 23 von 30 Pässen für 224 Yards sowie zwei Touchdown-Zuspielen (keine Interception).

Den Rest erledigte das Team mit...
...felsenfester Abwehrarbeit: Weiterhin ohne Chef Earl Thomas (Beinbruch und Saisonaus) in der Secondary, machte die Hawks-Defense den Lions um Spielmacher Matthew Stafford (18/32, 205 Yards, kein TD, keine Int.) das Leben schwer. Am Ende sprangen für Detroit lediglich zwei Field Goals von Matt Prater, 13 First Downs, zwei von elf erfolgreiche Versuche bei Third Downs und kümmerliche 49 Rushing Yards heraus.
...einem unfassbaren Laufspiel: Thomas Rawls, erst seit zwei Jahren im Team, absolvierte - Stand jetzt - das Spiel seines Lebens. Der 23-jährige Running Back erreichte unglaubliche 161 Rushing Yards, was einem neuen Postseason-Rekord von Seattle gleichkam. Übertrumpft wurde damit die 157er Marke eines gewissen Marshawn Lynch (Karriereende) aus dem Jahr 2014. Am Samstag (Ortszeit) adaptierte Rawls quasi den "Beast Mode" von Lynch, fand Abwehrlöcher, sprengte mit seinem bulligen Körper Lücken auf, rammte sich durch Gegner hindurch oder überzeugte mit wendigen Drehungen. Da fehlten bei Verschnaufpausen am Seitenrand eigentlich nur noch die süßen "Skittles".
...wahnwitzigen Catches: Die phänomenalen Fähigkeiten von Giants-Superstar Odell Beckham Jr. haben sich inzwischen weltweit herumgesprochen. Doch seit diesem Wild Card Game braucht sich Seattles Wide Receiver Paul Richardson wahrlich nicht hinter "OBJ" verstecken: Der 24-Jährige (drittes NFL-Jahr) erreichte mit drei Catches 48 Yards und einen Touchdown. Klingt relativ unspannend - war es aber nicht: Richardson griff bei seinem TD um seinen Gegenspieler herum und sicherte sich das "Ei" mit einer Hand. Bei einem anderen Fang benötigte er ebenfalls nur einen Arm. Stark auch die Szene von Receiver Doug Baldwin (elf Catches, 104 Yards, ein TD), der kurz vor Spielende den Ball mit einer Hand nicht richtig greifen konnte, zu Boden ging, dabei das Leder an seinen Hintern presste und somit vom grünen Untergrund weghielt. Es wurde zu Recht auf Catch entschieden.

Der Schönheitsfehler

Einziges Manko an diesem Abend: Bei Richardsons spektakulärem Catch in der Endzone hatte dieser seinem Gegenspieler Tavon Wilson mit dem anderen Arm kräftig am Helmgitter gezogen, was die Schiedsrichter übersahen. Dieses 7:0 hätte nicht zählen dürfen.

Fairer Verlierer: Detroits Quarterback Matthew Stafford (re.) gratuliert seinem Pendant Russel Wilson zum Sieg.
Fairer Verlierer: Detroits Quarterback Matthew Stafford (re.) gratuliert seinem Pendant Russel Wilson zum Sieg.
© Getty ImagesZoomansicht

Viel geändert hätte es aber womöglich nicht, schließlich präsentierte sich Detroit von vorne bis hinten zu schwach, während Seattle schlichtweg eine Klasse besser war und nun zum zehnten Mal in Folge zu Hause ein Play-off-Spiel gewann. Doch nicht nur das: Die Seahawks haben zum fünften Mal in Serie die Divisional Round erreicht - und dürfen sich nun auf das Gastspiel bei den noch spielfreien Atlanta Falcons (11:5, zweitbestes Team der NFC nach der Regular Season) freuen. Das große Ziel der Hawks ist klar: die dritte Super-Bowl-Teilnahme aus den vergangenen vier (!) Jahren (Titel 2013/14 gewonnen).

Detroit und Play-offs: Das passt nicht mehr

Für die Lions um Spielmacher Matt Stafford, der während der Regular Season im vierten Quarter acht Comebacks nach Rückstand verbucht hatte (NFL-Rekord), endete die Spielzeit nach gutem Start derweil äußerst ernüchternd. Die Lions verpassten durch das 6:26 abermals einen Sieg in der NFL-Endrunde. Der letzte war 1992 gelungen. Doch nicht nur das: Seit 1957 hat Detroit nicht ein einziges Auswärtsspiel in den Play-offs mehr gewonnen.

Etwas Eindrucksvolles hinten raus: Seit Quarterback Wilson Starter in Seattle ist (in der NFL seit 2012), haben die Hawks nach einer Halbzeitführung von sieben oder mehr Punkten alle 34 von 34 (!) Spielen gewonnen - Regular Season und Play-offs zusammengerechnet.


Wild Card Round 2016/17

Samstag, 7. Januar (MEZ)

Houston - Oakland 27:14

Sonntag, 8. Januar (MEZ)

Seattle - Detroit 26:6
Pittsburgh - Miami (19.05 Uhr)
Green Bay - New York Giants (22.30 Uhr)

Freilose

New England (14:2, bestes Team der AFC in der Regular Season)
Kansas City (12:4, zweitbestes Team der AFC in der Regular Season)
Dallas (13:3, bestes Team der NFC in der Regular Season)
Atlanta (11:5, zweitbestes Team der NFC in der Regular Season)

mag

 
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