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26.12.2016, 10:50

NFL, Week 16, Christmas Day: Meister Denver ist raus

Weihnachts-Thriller in Pittsburgh! "BBB" bescheren

Weihnachten gilt traditionell als Fest der Liebe und der Familie. Streitereien oder Rivalitäten sollten dort nicht ausgelebt werden - es sei denn: Der Sport ruft! Das war an diesem 1. Weihnachtsfeiertag in den USA nicht nur in der NBA so, sondern auch in der NFL. Dort stieg am Sonntag das Highlight von Week 16, die Erzrivalen der AFC North - Pittsburgh und Baltimore - machten den Titel "König des Nordens" unter sich aus. Drei Bs aus "Steel City" sollten im Drama den Unterschied ausmachen.

Le'Veon Bell
Einer der Bs: Le'Veon Bell wird nach einem Touchdown von den Teamkollegen "begraben".
© Getty ImagesZoomansicht

Gefühlschaos an Weihnachten

Was war das für ein Finale, was war das für ein hochdramatisches letztes Viertel im mit 66.276 frenetischen Fans gefüllten Heinz Field in Pittsburgh! Fingernägel kauen, Augen aufreißen, ungeduldig mit den Beinen wippen - all das dürften die Fans der Steelers und Ravens an diesem 1. Weihnachtsfeiertag durchlebt haben.

Neun Sekunden vor Schluss aber überschnitten sich die Gefühle der beiden Fanlager nicht mehr: Denn während die wild mit ihren "Terrible Towels" wedelnde "Steelers Nation" ein 31:27 und zugleich den Play-off-Einzug feierte, stand für die "Ravens Nation" nicht nur eine bittere Pleite, sondern zugleich das endgültige Aus aller Endrundenhoffnungen zu Buche.

NFL-Parallele zur NBA: Brown wie Irving

Was war passiert? Zunächst schlief das Spiel nach einem gefälligen Start mit 7:3-Führung für Pittsburgh (10:5) ein wenig ein, sodass bis zum Ende der ersten Halbzeit die Gäste aus Baltimore lediglich noch ein weiteres Field Goal zum 6:7 beisteuerten. Beiden Teams war anzumerken, dass vieles auf dem Spiel stand. Sie präferierten zunächst die sichere Schiene.

Doch dann flog das "Ei" - oder wurde gekonnt durch die Reihen getragen: Die Ravens stellten zunächst bis auf 17:10, ehe die Steelers im finalen Quarter das Ruder bis 1:18 Minuten vor Schluss an sich rissen und eine 24:20-Führung auf die Anzeigentafel hievten. Nun schlug allerdings die Sekunde von Baltimores Fullback Kyle Juszczyk: Der 25-Jährige hielt sich nach einem frontalen Hit kurz vor der Endzone sehenswert auf den Beinen und rettete sich letztlich mit ausgestreckten Armen zum 27:24 für seine lila Farben in die Zone.

Von diesem Rückschlag und von der knapp bemessenen Zeit ließen sich die Hausherren aber nicht unterkriegen - und schlugen in spektakulärer Manier zurück: Neun Sekunden vor Ablauf der Uhr und nach einem starken Drive fing Wide Receiver Antonio Brown den Ball kurz vor der Endzone und schob sich gegen drei (!) Gegenspieler und mit ausgestrecktem Arm zum siegbringenden Touchdown in die Endzone. Ähnliches war an diesem Weihnachtstag wenige Stunden zuvor NBA-Star Kyrie Irving beim 109:108 seiner Cleveland Cavaliers gegen die Golden State Warriors gelungen. Der amtierende Meister hatte so das Spiel 3,4 Sekunden vor Ablauf der Zeit gedreht.

Glückliche Bs und traurige Ravens

Die Freude war auf Seiten Pittsburghs natürlich riesengroß hinterher - vor allem, weil man sich die Krone aufsetzen ("König des Nordens") und sich einmal mehr auf die drei Stars ("BBB") verlassen konnte: Steelers-Quarterback "Big Ben" Roethlisberger (279 Yards, drei Touchdowns), der seine zwei Interceptions gut wegsteckte und den 39. Game Winning Drive seit 2004 hinlegte (kein anderer QB schaffte mehr), Running Back Le'Veon Bell (20 Carries, 122 Yards, ein TD) und Antonio Brown (zehn Receptions, 96 Yards, ein TD) überzeugten.

Doch alleine darauf wollte es Spielmacher Roethlisberger an diesem Tag nicht reduzieren: "Alle haben heute überzeugt - und meine zwei Fehler ausgemerzt. Wir haben niemals aufgegeben, haben zusammen immer an den Sieg geglaubt und uns am Ende belohnt." Steelers-Headcoach Mike Tomlin ergänzte: "Wir sind natürlich überglücklich, die AFC North gewonnen zu haben - und das gegen eine starken Gegner. Das genießen wir!"

Im Lager von Baltimore hingen die Köpfe dagegen etwas tief, nachdem man die Play-offs nach den Qualifikationen 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 und 2014 zum dritten Mal in den jüngsten vier Spielzeiten verpasst hat. Quarterback Joe Flacco (262 Yards, ein TD) konnte dabei die finale Chance nicht nutzen - und warf stattdessen mit einem schwachen Pass beim letzten Spielzug seine einzige Interception an diesem Tag. Bitter: Der 37-jährige Wide Receiver Steve Smith Sr. (79 Yards, ein TD) könnte seine Karriere nach 16 Jahren beenden.

Vom Super Bowl 50 ist nichts mehr übrig

Devontae Booker
Ausgeknockt: Devontae Booker und Meister Denver.
© Getty Images

Am 7. Februar 2016 hatten sich die Carolina Panthers und die Denver Broncos um Quarterback-Legende Peyton Manning in der 50. Auflage des Super Bowls gegenübergestanden. Zum Meister gekrönt hatte sich Denver mit einem 24:10-Erfolg.

Seit Sonntag (Ortszeit) ist klar: Nach dem Aus der Panthers, die bereits am Samstag ihre allerletzten und ohnehin winzig kleinen Hoffnungen begraben mussten (16:33 gegen Atlanta), hat es in Week 16 endgültig auch den amtierenden Champion erwischt. Im Sunday Night Game bekamen die Broncos (8:7) mit ihrer ansonsten so hochgelobten Abwehr gehörig auf die Weihnachtsmütze und verloren bei den bereits durch die Ravens-Niederlage in Pittsburgh qualifizierten Kansas City Chiefs (11:4) deutlich mit 10:33.

Erschreckende Zahlen gefällig? Die Abwehr Denvers ließ satte 484 Yards Raumgewinn der Hausherren zu (Höchstwert seit 2013) und verlor erstmals seit 2000 (!) beide Spiele gegen den AFC-West-Rivalen. Zudem ließen sich die Broncos kurz vor Schluss noch veräppeln, als Chiefs-Bomber (über 150 Kilogramm Körpergewicht) Dontari Poe einen Lauf kurz vor der Endzone nur antäuschte und stattdessen eine Lop-TD-Pass über die verdutzte Abwehr warf.

Die AFC hat alle Plätze belegt

Durch die Schmach von Denver sind im Übrigen auch die Miami Dolphins vorzeitig in die Play-offs eingezogen - damit sind alle sechs Play-off-Plätze in der American Football Conference vor Week 17 belegt: New England (13:2), Oakland (12:3), Kansas City (11:4), Miami (10:5), Pittsburgh (10:5) und Houston (9:6). Lediglich die Positionen sind noch offen.


Ergebnisse, Week 16

Thursday Night, 22. Dezember (Ortszeit)

Philadelphia - New York Giants 24:19

Saturday, 24. Dezember

Buffalo - Miami 31:34 n.V.
New England - New York Jets 41:3
Jacksonville - Tennessee 38:17
Green Bay - Minnesota 38:25
Cleveland - San Diego 20:17
Chicago - Washington 21:41
Carolina - Atlanta 16:33
Oakland - Indianapolis 33:25
New Orleans - Tampa Bay 31:24
Seattle - Arizona 31:34
Los Angeles - San Francisco 21:22

Saturday Night

Houston - Cincinnati 12:10

Sunday, 25. Dezember

Pittsburgh - Baltimore 31:27

Sunday Night

Kansas City - Denver 33:10

Monday Night, 26. Dezember

Dallas - Detroit

mag

 

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