
Auf der Olympia-Strecke von 2014 kam Frenzel mit einem Rückstand von 14,1 Sekunden auf den Österreicher Bernhard Gruber ins Ziel, der seinen ersten Sieg des WM-Winters feierte. Grundlage für seinen Lauf auf das Podest war ein "Blindflug" von der neuen Olympia-Schanze. Bei starkem Nebel behielt der 24-Jährige den Durchblick und landete bei guten 126 Metern. "Es war heute wirklich nicht einfach", sagte Frenzel, der nach dem Springen auf Rang fünf gelegen hatte. Dritter wurde mit Wilhelm Denifl ein weiterer Österreicher. Olympiasieger Jason Lamy-Chappuis (Frankreich), ärgster Verfolger des Deutschen im Kampf um das Gelbe Trikot, wurde nur Siebter.
Auch die übrigen deutschen Starter konnten die starken Ergebnisse der vergangenen Wochen nicht wiederholen. Zweitbester DSV-Akteur war Routinier Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) auf Rang 16, Vize-Weltmeister Tino Edelmann (Zella-Mehlis) und der neue Junioren-Weltmeister Manuel Faißt (Baiersbronn) kamen auf die Ränge 19 und 21.
Das im tschechischen Harrachov geplante Weltcup-Skifliegen ist wegen zu schlechter Windverhältnisse abgesagt worden. Nach mehreren Verschiebungen strich der internationale Skiverband FIS erstmals in diesem Winter einen Wettbewerb. "Am Schanzentisch sind die Böen zu stark und zu unterschiedlich. Es wäre nicht ratsam, hier einen Springer runterzuschicken. Für den Athleten wäre es zu unberechenbar. Es gab am Ende zwar eine richtige Tendenz, aber an ein Springen war immer noch nicht zu denken", sagte FIS-Renndirektor Walter Hofer.

Fessel hat mit dem ersten Weltcup-Podest ihrer Karriere drei Wochen vor der WM in Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März) ein Ausrufezeichen gesetzt. Die 29-Jährige aus Oberstdorf nutzte im russischen Sotschi die Abwesenheit der Weltelite und landete im Skiathlon nur 29,8 Sekunden hinter Siegerin Kristin Störmer Steira (Norwegen) auf Rang drei. Katrin Zeller (Oberstdorf) komplettierte als Fünfte das starke Resultat der deutschen Mannschaft.
Beim Testlauf für die Winterspiele 2014 in Sotschi lag Fessel zu Halbzeit sogar in Führung, musste im Ziel nach 15 Kilometern aber der starken Steira den dritten Weltcup-Sieg ihrer Karriere überlassen. Zweite wurde Julia Tschekalewa aus Russland. Auf das Podest hatte Fessel es bislang nur im Teamsprint (2009) und mit der Staffel (2010) geschafft. Weltcup-Punkte gab es auch für Stefanie Böhler (Ibach), die auf Platz 23 das beste Ergebnis des WM-Winters verbuchte. Die dreimalige Langlauf-Olympiasiegerin Marit Björgen (Norwegen) hatte ebenso auf einen Start verzichtet wie Kikkan Randall aus den USA. Die Gesamtweltcup-Führende Justyna Kowalczyk aus Polen, die schon beim Sprint am Freitag leer ausgegangen war, musste nach wenigen Kilometern entkräftet aufgeben.
Bei den Männern sorgte der 35 Jahre alte Angerer aus deutscher Sicht für das Glanzlicht. Nach 30 Kilometern und 1:21:10 Stunden hatte der Bayer aus Vachendorf auf der Olympia-Strecke als Sechster nur zehn Sekunden Rückstand auf Gesamtweltcup-Gewinner Dario Cologna aus der Schweiz. Dahinter landeten mit Ilja Tschernoussow, Alexander Legkow, Maxim Wylegschanin und Jewgeni Below gleich vier russische Lokalmatadoren auf den Rängen zwei bis fünf. Superstar Petter Northug (Norwegen) musste sich mit Platz zwölf begnügen.
Axel Teichmann verpasste dagegen mit Platz 28 die WM-Norm erneut deutlich. Der zweimalige Olympiazweite aus Bad Lobenstein, der in dieser Saison gesundheitliche Rückschläge verkraften musste, benötigt weiterhin einen achten Rang oder zwei Platzierungen unter den besten 15 für das WM-Ticket. Die für die Titelkämpfe bereits qualifizierten Jens Filbrich (Frankenhain) und Andy Kühne (Oberwiesenthal) nahmen als 39. und 58. keine Punkte mit.
Es ist das erwartet enge Rennen in der Königsklasse. Nach zwei von vier Läufen liegt Viererbob-Europameister Maximilian Arndt aus Oberhof ganz knapp hinter dem Russen Alexander Subkow. Dritter ist Titelverteidiger Steven Holcomb aus den USA. Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich aus Oberbärenburg verbesserte sich von Platz sieben auf fünf. Er hat wie Manuel Machata vom SC Potsdam auf Rang sechs und Thomas Florschütz aus Riesa auf Platz sieben noch Medaillenchancen. Etwas angesäuert war der Viererbob-Weltmeister von 2011, Machata, weil seinem Team im ersten Lauf ein Malheur passierte. Der linke Anschubbügel wurde bei seinem Schlitten nicht rechtzeitig eingeklappt. Somit blieb der Bügel im entscheidenden oberen Teil, wo Geschwindigkeit aufgebaut wird, an der Natureisbahn hängen.
Im Skeleton verpassten die deutschen Männer Medaillen. Frank Rommel aus Eisenach landete zusammen mit dem Amerikaner John Daly auf Rang fünf. Alexander Kröckel aus Oberhof wurde 14., sein Vereinskollege und Junioren-Weltmeister Christopher Grotheer kam auf Platz 16. Alexander Gassner aus Winterberg landete auf Rang 18. Den Sieg sicherte sich der Russe Alexander Tretjakow, der seinen ersten WM-Titel gewann. Vor dem Finallauf hatte Rommel als Vierter noch mit einer Medaille geliebäugelt. Doch am Ende hatte er 2,84 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Russen. "Ob Vierter oder Fünfter, das spielt keine Rolle. Ich wollte eine Medaille auf meiner Lieblingsbahn, die habe ich verpasst, deshalb bin ich erstmal enttäuscht. Ich möchte es aber nicht aufs Wetter schieben", bilanzierte Rommel.
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