In Semmering feierte Veronika Velez-Zuzulova am Zauberberg nach 13 Platzierungen auf dem Treppchen ihren ersten Sieg im Weltcup. Die 28 Jahre alte Slowakin lag am Ende 0,10 Sekunden vor Kathrin Zettel aus Österreich und 0,20 Sekunden vor Tina Maze aus Slowenien. Maze hatte vor dem Finale noch mit 0,55 Sekunden vor Velez-Zuzulova auf Rang eins gelegen.
Für Höfl-Riesch hat es nicht aufs Podest gereicht, aber die Doppel-Olympia-Siegerin holte wie schon am Vortag im Riesenslalom Rang vier. Als Sechste in den zweiten Durchgang gestartet, verbesserte sie sich noch um zwei Plätze, das Podium war 1,01 Sekunden entfernt.
Christina Geiger aus Oberstdorf erreichte mit Rang sechs ihr bestes Resultat im WM-Winter. Lena Dürr (Germering) belegte Rang 24, Veronika Staber (Samerberg-Törwang) Platz 27. Nicht im Finale dabei waren Fanny Chmelar (Partenkirchen/37. im ersten Lauf) und Barbara Wirth (Lenggries/ausgeschieden).
Der Abfahrtslauf in Bormio/Italien hat mit der knappsten Entscheidung bei einem Männer-Weltcup aller Zeiten geendet: Der Österreicher Hannes Reichelt und der Italiener Dominik Paris kamen mit gleicher Zeit ins Ziel und sorgten für einen Doppelsieg. Der drittplatzierte Aksel Lund Svindal (Norwegen) folgte mit nur einer Hundertstelsekunde Abstand, der Viertplatzierte Klaus Kröll (Österreich) hatte nur eine weitere Hundertstel Rückstand.
Der Ebinger Stephan Keppler kam mit einem Rückstand von 99 Hundertstel zeitgleich mit dem Italiener Peter Fill auf einen respektablen elften Rang. Nach Unsicherheiten zu Beginn holte Keppler im Schlussabschnitt der Strecke noch einmal deutlich auf und erfüllte mit seinem Ergebnis schon mal die Hälfte der WM-Norm.

"So etwas hab ich noch nie erlebt", sagte der Gesamtweltcupführende Svindal in Bormio. Und der Österreicher Kröll als Vierter konnte es kaum glauben. "Da fühlt man sich ein bisschen wie der Depp vom Tag."
Wie schon im Vorjahr hat der Norweger Petter Northug den Prolog der Tour de Ski gewonnen. Im Freistilrennen in Oberhof setzte er sich über 4,0 Kilometer in 8:28,7 Minuten vor dem Schweden Marcus Hellner durch (+ 6,1 Sekunden). Dritter wurde der Russe Alexander Legkow (+ 7,2 Sekunden). Bester deutsche Skilangläufer wurde der Bad Lobensteiner Axel Teichmann mit 22,8 Sekunden Rückstand auf Northug auf dem 22. Platz; Tobias Angerer aus Vachendorf landete zum Auftakt auf Rang 24.
Bei den Frauen hatte zuvor die Amerikanerin Kikkan Randall das Rote Trikot der Spitzenreiterin übernommen. Beim Freistilrennen über 3,1 Kilometer in Oberhof kam sie mit der Bestzeit von 7:28,1 Minuten ins Ziel und verwies damit die Schwedin Charlotte Kalla auf den zweiten Platz. Dritte wurde die dreimalige Tour-Siegerin Justyna Kowalczyk aus Polen (4,7 Sek. zurück). Beste deutsche Skilangläuferin wurde Denise Herrmann aus Oberwiesenthal auf einem guten vierten Platz; sie hatte 9,3 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Randall.

Die Tour de Ski findet ohne den Biberauer Tim Tscharnke statt. Der deutsche Langläufer kann wegen eines Magen-Darm-Infekt die Sieben-Etappen-Tour nicht in Angriff nehmen. Beim Auftakt in Oberhof ging der nachnominierte Andreas Katz aus Baiersbronn in die Loipe und landete auf Platz 37 (+ 27,3 Sekunden). Für das DSV-Team bedeutet der Ausfall Tscharnkes einen herben Dämpfer.
Tscharnke gehörte zu den hoffnungsvollsten deutschen Startern bei der Tour de Ski. Der Thüringer, bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver mit Axel Teichmann (Bad Lobenstein) Silbermedaillengewinner im Teamsprint, hatte Anfang des Monats im kanadischen Canmore das Weltcup-Massenstartrennen über 15 Kilometer gewonnen und war beim Sprint Vierter geworden.
Am Sonntag beginnt in Oberstdorf die Vierschanzentournee. Mit dabei: neun Deutsche, darunter Martin Schmitt. Severin Freund machte dabei Hoffnung auf einen DSV-Auftaktsieg, etwas ausrechnen kann sich auch der im Aufwind befindliche Richard Freitag. Routinier Schmitt schaffte bei seiner 17. Tournee-Teilnahme den Sprung ins Starterfeld für Sonntag (16 Uhr).

Vor 8000 Fans wurden Freitag und Freund Vierter und Sechster, Sieger der Qualifikation wurde Österreichs Top-Favorit Gregor Schlierenzauer mit einem Sprung auf 131 Meter. Der Norweger Anders Jacobsen schlüpfte mit Platz zwei in die Rolle des Geheimfavoriten. "Ich bin mit der Qualifikation zufrieden. Man hat gesehen, dass es für die Jungs nicht einfach war, nach zwei Wochen Pause wieder den Rhythmus zu finden. Jetzt geht es darum, einen guten Wettkampf zu machen", bilanzierte Bundestrainer Werner Schuster.
Freunds Motto für Sonntag: "Weit fliegen und spät landen." Das sollte sich auch Youngster Andreas Wellinger vornehmen, der die Vorschusslorbeeren mit 118 Metern und dem lediglich 30. Platz nicht bestätigen konnte. "Ich war beim Absprung sehr spät dran und habe die Kante nicht getroffen. Hoffentlich läuft es morgen besser", sagte der 17 Jahre alte Youngster. Der doppelt so alte Schmitt flog acht Meter weiter und untermauerte seine ansteigende Form. "So langsam komme ich auf einen grünen Zweig", sagte Schmitt und visiert den zweiten Durchgang an. Dafür muss sich der Oldie im K.o.-Duell allerdings gegen seinen Teamkollegen Andreas Wank behaupten oder unter die fünf besten Lucky Loser kommen.
Mit dabei sind ferner der 33 Jahre alte Michael Neumayer (135 Meter nach einer "guten Weihnachtsgans"), Danny Queck, Maximilian Mechler und Felix Schoft. Karl Geiger, Daniel Wenig und Tobias Bogner schieden aus.
Die deutschen K.o.-Paarungen beim ersten Tournee-Springen
Richard Freitag (Aue) - Vegard Swensen (Norwegen)
Severin Freund (Rastbüchl) - Krzysztof Mietus (Polen)
Michael Neumayer (Berchtesgaden) - Taku Takeuchi (Japan)
Martin Schmitt (Furtwangen) - Andreas Wank (Oberhof)
Maximilian Mechler (Isny) - Maciej Kot (Polen)
Andreas Wellinger (Ruhpolding) - Manuel Fettner (Österreich)
Danny Queck (Lauscha) - Anders Bardal (Norwegen)
Felix Schoft (Partenkirchen) - Wolfgang Loitzl (Österreich)
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