
Rodler Andi Langenhan hat am Sonntagnachmittag für eine Überraschung gesorgt. Der 28-Jährige war der schnellste Mann im Eiskanal von Königssee und lieferte sich mit Olympiasieger Felix Loch ein packendes Duell. Am Ende reichten Langenhan 41 Tausendstelsekunden zum sechsten Weltcupsieg seiner Karriere. Das deutsche Top-Trio komplettierte David Möller.
Aufatmen bei Ski-Rennläufer Tobias Stechert: Der 27-Jährige erlitt bei der Abfahrt in Beaver Creek/USA keinen Kreuzbandriss. Der Deutsche Skiverband (DSV) war bei der ersten Diagnose noch von einem Kreuzbandriss beim Oberstdorfer ausgegangen. Es wäre schon der dritte für Stechert gewesen.
Genaue Untersuchungen in München ergaben einen Knorpelschaden und eine Prellung des Fibulaköpfchen im rechten Knie des Athleten. Stechert soll schon morgen in München operiert werden. Bei dem athroskopischen Eingriff soll ein freies Knorpelfragment im Gelenk entfernt werden.
"Das ist natürlich bitter, aber auf der anderen Seite ist die Operation unumgänglich, um das Knie wieder voll belasten und damit möglichst schnell wieder Rennen fahren zu können", sagte Stechert. Nach der OP wird nach DSV-Mannschaftsarzt Ernst-Otto Münch dennoch eine "sechswöchige Entlastung" notwendig sein. In dieser Zeit ist Skifahren unmöglich.
Stechert wird daher wohl die WM im Februar verpassen. "Nach derzeitigem Stand habe ich extrem wenig Chancen, bei den Weltmeisterschaften in Schladming teilnehmen zu können", so der Ski-Rennläufer.
Lindsey Vonn hat beim Weltcup-Wochenende in ihrem "Wohnzimmer" in Lake Louise (Kanada) das "Triple" perfekt gemacht. Nach ihrem beiden Abfahrtssiegen gewann die US-Amerikanerin auch den ersten Super-G der Weltcup-Saison. Die Partenkirchnerin Höfl-Riesch musste sich mit Platz fünf zufrieden geben und hatte 1,16 Sekunden Rückstand auf Vonn, die mit ihrem 56. Weltcup-Sieg Rang zwei der ewigen Bestenliste eroberte. Nur die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll, die 62 Weltcup-Rennen gewann, liegt jetzt noch vor der Amerikanerin.
Vonns Teamkollegin Julia Mancuso kam als zweite mit einem Rückstand von 0,43 Sekunden als zweite ins Ziel, dritte wurde Anna Fenninger aus Österreich (0,45). Viktoria Rebensburg (Kreuth/1,71) belegte Rang zwölf. Veronique Hronek (Unterwössen/4,68) verpasste die Top 25 nach einem schweren Fahrfehler.
Bei den Männern fuhr der Garmischer Fritz Dopfner beim Riesenslalom in Beaver Creek auf Platz sieben. Sein Rückstand auf einen Podestplatz betrug 1,02 Sekunden. Beim Sieg von Ted Ligety fuhren Stefan Luitz aus Bolsterlang als 13. mit seinem besten Weltcup-Ergebnis und der Partenkirchner Felix Neureuther auf Rang 17 ebenfalls ordentliche Resultate ein.
"Im zweiten Lauf war es viel besser", so Dopfer, der vor dem Finale Elfter war, "aber das waren viel zu viele Fehler für mich. Das darf mir nicht mehr passieren, ich muss sauberer und besser fahren." Neureuther, nach dem ersten Lauf als Neunter Bester des DSV-Trios, vergab ein Top-Resultat wegen eines Fahrfehlers bei der Einfahrt Zielhang. "Ich wollte zu viel, habe zu viel riskiert - da ist es passiert. Schade, das war eine sehr große Chance", sagte er.
Hinter Ligety, der bereits den ersten Riesenslalom des Winters in Sölden gewonnen hatte, verwies Marcel Hirscher aus Österreich und den Italiener Davide Simoncelli deutlich auf die Plätze.
In Östersund absolvierten die Frauen das Verfolgungsrennen. Dabei holte sich die routinierte Andrea Henkel den ersehnten ersten Podestplatz des Weltcup-Winters. Die Doppel-Olympiasiegerin aus Großbreitenbach hatte am Ende einen Rückstand von 51,5 Sekunden auf die Norwegerin Tora Berger (31:01,9 Minuten), die damit im dritten Einzelrennen den dritten Sieg feierte. Platz zwei ging an die weißrussische Weltmeisterin Darja Domratschewa, die 29,8 Sekunden zurücklag.
Auch die Kombinierer sind in Kuusamo am Start. Am Sonntag reichte es für das DSV-Team nicht zum angepeilten Podestplatz im Teamsprint. Nach einem Sprung und dem Langlauf über 2 x 7,5 Kilometer kamen Weltmeister Eric Frenzel und Björn Kircheisen als Siebte ins Ziel. Ihr Rückstand auf die siegreichen Österreicher Bernhard Gruber und Mario Stecher betrug 33,5 Sekunden. Das zweite DSV-Duo mit Tino Edelmann und Johannes Rydzek belegte den achten Platz in dem Wettbewerb, der im kommenden Jahr erstmals auch bei der WM ausgetragen wird.
Nur Martin Fourcade stand dem deutschen Biathlon-Team im Weg. Beim Sieg des Franzosen im schwedischen Östersund wurde Andreas Birnbacher aus Schleching Zweiter. Der 31-Jährige musste sich im Zielsprint des Verfolgungsrennens über 12,5 km nur dem Weltmeister geschlagen geben. Der Franzose hatte im Ziel nach 33:03,5 Minuten einen knappen Vorsprung von 0,7 Sekunden. Dritter wurde der Russe Anton Schipulin (3,3 Sekunden zurück) vor Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/4,1), der sich wie das vor ihm liegende Trio einen Schießfehler leistete.
"Es wäre schlimm, wenn mich dieses Ergebnis nicht froh stimmen würde. Es war eine bravouröse Leistung, damit sind wir sehr zufrieden. Die anderen haben sich vielleicht den ein oder anderen Fehler zuviel geleistet", sagte Herrentrainer Mark Kirchner. Die weiteren Resultate der Deutschen: Erik Lesser (Frankenhain/58,4/3 Fehler) wurde 13. Simon Schempp (Uhingen/1:10,7 Minuten/3) ereichte als 20. das Ziel und lag damit zwei Plätze vor Florian Graf (Eppenschlag/1:14,3/4).
Bei den Frauen Björgen, und auch bei den Männern trug sich ein Star der Szene in die Siegerliste von Kuusamo ein. Doppel-Olympiasieger Petter Northug (Norwegen) gewann erstmals in dieser Saison. Jens Filbrich sorgte für das beste deutsche Männer-Ergebnis des WM-Winters - als 19. Den erhofften Platz unter den besten 15 und damit die halbe WM-Norm schaffte aber erneut kein DSV-Athlet.
Der mit einem Vorsprung von 40 Sekunden in die Loipe gegangene Northug rettete in der 15-km-Verfolgung nach 31:19,4 Minuten einen Vorsprung von 1,4 Sekunden auf den Russen Maxim Wylegschanin und schlüpfte ins Gelbe Trikot des Weltcup-Gesamtführenden. Platz drei ging an den Kasachen Alexej Poltoranin (+3,4). Der Schweizer Weltcup-Titelverteidiger Dario Cologna (+7,8) wartet als Vierter dagegen weiter auf den ersten Podestplatz des Winters.
Marit Björgen hat auch das dritte Weltcup-Rennen in Kuusamo gewonnen. Die Weltmeisterin und Olympiasiegerin siegte über 10 Kilometer im klassischen Stil in 31:19,4 Minuten vor der Polin Justyna Kowalczyk mit 1:21,4 Minuten Vorsprung. Dritte wurde mit einem Rückstand von 1:23,9 Minuten die Norwegerin Heidi Weng. Nicole Fessel aus Oberstdorf belegte Platz zehn. Sie ist damit nach Denise Herrmann die zweite Deutsche, die die interne Norm für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften gepackt hat. Katrin Zeller belegte Platz 23.
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