Mit insgesamt 1104,1 Punkten verwiesen die deutschen Springer Österreich (1098,8) und Slowenien (1064,4) auf die weiteren Podestplätze.
Dabei lag das Team von Bundestrainer Werner Schuster zur Halbzeit noch auf Rang zwei hinter den nach zwei Springern führenden Slowenen. Doch ein schwerer Patzer der Slowenen eröffnete dann den DSV-Adlern die Chance auf die Spitzenposition. Und Youngster Andreas Wellinger nutzte diese mit 143 Metern eindrucksvoll. Zwar versuchten die Österreicher mit ihren Topspringern Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer noch zu kontern, doch der Angriff kam zu spät. Als letzter deutscher Springer behielt Severin Freund die Nerven und brachte den Erfolg souverän unter Dach und Fach.
"Ich bin froh, dass ich unten bin. Ich weiß, dass die anderen drei es auch drauf haben", sagte Wellinger nach seinem Topsprung. An den stolzen Weiten ihres Vorgängers bissen sich die übrigen Deutschen im teaminternen Duell zwar die Zähne aus, für den am Ende doch knappen Sieg reichten aber auch ein mehr als durchschnittlicher Flug von Freitag und ein ordentlicher Schlusssprung von Freund. "Ganz zufrieden bin ich natürlich nicht. Aber es hat gereicht, und das ist das Wichtigste", sagte Freund.
Damit haben die deutschen Skispringer erstmals seit 1027 Tagen wieder einen Mannschafts-Wettbewerb gewonnen. Im Februar 2010 fehlten in Willingen allerdings die Topathleten, so die österreichischen Olympia-Sieger.
1. Deutschland (Andreas Wellinger/Ruhpolding 137,0/143,0 m, Michael Neumayer/Berchtesgaden 128,0/129,5, Richard Freitag/Aue 132,5/137,5, Severin Freund/Rastbüchl 133,0/130,0) 1104,1 (549,2/554,9) Pkt.; 2. Österreich (Wolfgang Loitzl 134,5/139,5, Manuel Fettner 124,5/132,5, Gregor Schlierenzauer 128,0/142,0, Thomas Morgenstern 129,0/135,5) 1098,8 (521,3/577,5); 3. Slowenien (Robert Kranjec 128,0/104,5, Jurij Tepes 131,5/128,5, Jaka Hvala 138,0/137,5, Peter Prevc 137,5/135,5) 1064,4 (557,0/507,4); 4. Norwegen 1048,8 (523,1/525,7); 5. Japan 1015,4 (505,1/510,3); 6. Russland 938,9 (452,1/486,8); 7. Finnland 895,6 (462,6/433,0); 8. Tschechien 864,3 (439,9/424,4); 9. Schweiz 423,6; 10. Frankreich 359,4; 11. Polen 354,3
Lindsey Vonn war bei der Abfahrt in Kanada wieder klar die Schnellste. Die Amerikanerin feierte ihren zwölften Sieg auf der Strecke in Lake Louise, es war ihr insgesamt 54. im Weltcup. 1,74 Sekunden war Vonn schneller als Höfl-Riesch, der nur eine Hundertstelsekunde auf Stacey Cook und damit auf Rang zwei fehlte. Für Viktoria Rebensburg (Kreuht) reichte es bei dem wegen Nebels und Schneefalls für insgesamt über eine Stunde unterbrochenen Rennens Platz zwölf.
"Im Training waren die Bedingungen besser, aber ich denke, es war ein faires Rennen. Am Ende hat die Beste gewonnen, und das nicht zu knapp", meinte Höfl-Riesch, die mit Rang drei "zufrieden" war. "Aber mein Ziel ist es immer, an die Lindsey heranzukommen oder sie zu schlagen. Es wird der Tag kommen..."
Christof Innerhofer hat die Abfahrt der Herren im US-amerikanischen Beaver Creek gewonnen. Auf der Piste "Birds of Prey" setzte sich der Italiener in 1:41,69 Minuten vor den beiden Norwegern Aksel Lund Svindal (+ 0,23 Sekunden) und Kjetil Jansurd (+ 0,50) durch.
Als einziger deutscher Fahrer schaffte Andreas Sander den Sprung unter die Top 30. Der 23-Jährige kam in 1:43,45 Minuten gemeinsam mit dem Kanadier Manuel Osborne-Paradise auf einen geteilten 28. Rang. Josef Ferstl und Stephan Keppler verpassten dagegen den Sprung in die Punkteränge.
Tobias Stechert dagegen verletzte sich, obwohl er nicht stürzte. Das Malheur passierte, als der 27-Jährige, in der Vorwoche Fünfter in Lake Louise, in einer Kurve einen kleineren Fahrfehler zu korrigieren versuchte. "Ich bin am Innenski weggerutscht, da hat der Außenski gegriffen, und ich habe einen Schlag aufs Knie bekommen, scheiße. Ich hoffe, dass es weniger ist, aber es hat sich nicht gut angefühlt", sagte Stechert. Stechert musste das Rennen abbrechen, blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und musste mit der Akia abtransportiert werden. Eine exakte Diagnose steht aber noch aus. Bereits im Jahr 2009 hatte er einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitten, fünf Jahre zuvor im rechten Knie.
Bereits zuvor gingen ebenfalls in Kuusamo die Langläufer im klassischen Sprint in die Loipe. Die deutschen Athleten fuhren in dem im Team eher ungeliebten Wettbewerb hinterher. Weder bei den Damen noch bei den Herren erreichte ein DSV-Starter das Halbfinale. Denise Herrmann sicherte sich mit Rang 15 immerhin das WM-Ticket. Bei den Männern belegte Einzelkämpfer Josef Wenzl (Zwiesel) einen enttäuschenden 22. Rang.
"Denise ist bereits zum zweiten Mal in die Punkte gelaufen. Josef, der sich im klassischen Stil nicht so wohl fühlt, hat in einem stark besetzten Feld das Viertelfinale erreicht. Das sind Ergebnisse, auf die man aufbauen kann", sagte ein dennoch zufriedener Bundestrainer Frank Ullrich.
Die Podestplatzierungen machten Russland und Norwegen unter sich aus. Dreifach-Olympiasiegerin Marit Björgen (Norwegen) war bei den Frauen einmal mehr nicht zu schlagen und feierte vor Evgenija Schapovalova und Anastasia Dozenko (beide Russland) saisonübergreifend ihren fünften Sieg in Serie. Bei den Männern gewann der Russe Nikita Krijukov vor Petter Northug und Erik Brandsdal (beide Norwegen).
Damen: 1. . Marit Björgen (Norwegen) 3:09,2 Min. (Finale); 2. Evgenia Schapovalova (Russland) +1,9; 3. Anastassia Dozenko (Russland) +2,7; ...15. Denise Herrmann (Oberwiesenthal) (Viertelfinale); 22. Nicole Fessel (Oberstdorf); 26. Hanna Kolb (Buchenberg); 46. Stefanie Böhler (Ibach) (Qualifikation); 48. Katrin Zeller (Oberstdorf); 86. Monique Siegel (Oberwiesenthal).
Männer:1. Nikita Krijukov (Russland), 2. Petter Jr. Northug (Norwegen), 3. Eirik Brandsdal (Norwegen), ... 22. Josef Wenzl (Zwiesel), ... 40. Axel Teichmann (Bad Lobenstein), ... 47. Tim Tscharnke (Biberau), ... 55. Hannes Dotzler (Sonthofen), ... 58. Tobias Angerer (Vachendorf), ... 64. Andreas Katz (Baiersbronn), ... 80. Jens Filbrich (Frankenhain), ... 101. Thomas Bing (Dermbach)
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