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16.10.2018, 13:14

Geschichten und Geschichte einer spannenden Saison

DTM 2018 - was für ein Jahr!

Die Schlacht ist geschlagen - und es waren genau genommen deren 20. Die DTM-Saison 2018 ist Geschichte, und sie schrieb ganz viele Geschichten. Wir haben uns auch in diesem Jahr in die Zahlen gestürzt und dabei Bemerkenswertes in Hülle und Fülle gefunden.

DTM 2018
Was für ein Jahr: Die DTM-Saison 2018 bot viele interessante Geschichten.
© imagoZoomansicht

Hauchdünn

Nur 0,354 Sekunden Vorsprung auf seinen Audi-Markenkollegen Robin Frijns hatte Sieger René Rast beim dritten Hockenheim-Rennen. Es war der knappste Zieleinlauf des Jahres. Hauchdünn waren auch Rasts 0,421 Sekunden auf Nico Müller im Spielberg-2-Lauf, als der Schweizer am Ende sichtbar nicht mehr attackierte, um Rasts Titelchancen möglichst nicht zu beeinträchtigen. Neun Rennen gingen mit weniger als einer Sekunde weg, ein klares Zeichen für engen Motorsport.

Sternedominanz

Zwei Mercedes-Mannschaften lagen am Ende in der Teamwertung vorne. Team Petronas mit Paffett/Wehrlein holte sich die Wertung vor dem Remus-Team (Di Resta/Juncadella). Im letzten Rennen des Jahres sorgte Vizemeister René Rast mit seinem sagenhaften sechsten Sieg in Folge noch dafür, seinem Team Audi Rosberg Rang drei zu sichern. Die Mercedes-Energy-Truppe (Auer/Mortara) fiel zwar auf Rang 4 zurück - dennoch war 2018 ein leistungsmäßig enorm starkes Comeback der Stuttgarter in ihrem letzten DTM-Jahr. Sie werden der Meisterschaft fehlen.

Spitzenkampf

Gleich sieben Führende (Müller, Mortara, Rast, Duval, Frijns, Rockenfeller und Sieger Di Resta) erlebte das erste Rennen von Budapest. Übersetzt in Marken heißt das: Fünfmal führte ein Audi-Fahrer, der Sieg aber ging an Mercedes.

Podiumskönig

Von den 18 Stammfahrern schafften es erstaunliche 16 zumindest einmal aufs Podium. Allein Loic Duval und Jamie Green (beide Audi) sahen bei der Siegerehrung immer tatenlos zu. Häufigster Gast auf dem Treppchen mit zehn Besuchen war Meister Gary Paffett, gefolgt vom siebenmaligen Gewinner René Rast (9) sowie Paul Di Resta und Marco Wittmann (je 6).

Topspeed

Schnellste Passage im Kalender war auch in diesem Jahr die langgestreckte Parabolica-Kurve von Hockenheim, die gefahren wird wie eine Gerade. Nachdem im ersten Saisonrennen gleich vier Fahrer (Frijns, Rockenfeller, Rast und Wehrlein) hier mit 272 km/h geblitzt wurden, übertraf sie beim dritten Hockenheim-Lauf Bruno Spengler (BMW) mit 274 km/h sogar noch ein wenig. Alle jedoch kamen straffrei davon... Das Rennen mit dem geringsten Top-Speed war der nächtliche Sonntagsauftritt im italienischen Misano (Spengler, Rockenfeller, Farfus, 224 km/h).

Tiefpunkte

Die verletzten Marshalls und Mechaniker beim zweiten Budapest-Rennen hätten unbedingt verhindert werden müssen. Auf glitschigem Beton waren selbst Klasserennfahrer nicht in der Lage, ihr nur noch 60 km/h schnelles Rennauto sicher in den Stand zu bringen. Derlei darf sich nicht noch einmal wiederholen. Nachzudenken gilt es auch über Fahrer, die in der Enttäuschung über ein schwaches Rennen nicht zum obligatorischen Wiegen gehen und stattdessen lieber eine nachträgliche Disqualifikation in Kauf nehmen.

Safety Car
Ruhiges Jahr: Im Vergleich zur Formel 1 (15-mal in 16 Rennen) musste das Safety Car in der DTM nur in zehn von 20 Rennen ausrücken.
© imagoZoomansicht

Safety-Car

In zehn der insgesamt 20 Rennen war der Einsatz des Safety-Cars notwendig. Zum Vergleich die Formel 1: Hier musste das Führungsfahrzeug in diesem Jahr bei bisher 17 Rennen nicht weniger als 16-mal ausrücken. Nur in Sotschi (Russland) blieb es in der Boxengasse geparkt.

Kugelsicher

In acht Rennen kamen alle 18 bzw. 19 Starter ins Ziel. Dass alle Fahrer die schwarz-weiß-karierte Flagge sehen, kam in der laufenden Formel-1-Saison noch gar nicht vor. Dies spricht für die ab 2018 deutlich verbesserte Robustheit der DTM-Autos, gleichzeitig aber auch für die Fahrweise der Piloten. Die meisten Ausfälle (6) gab es im nächtlichen Regenrennen von Misano.

Überrundungen

Diese Form der Höchststrafe ist in der DTM ausgesprochen selten. Nur sechsmal kamen Fahrer verspätet an. In der Formel 1 sind es in den bisher 17 Saisonrennen 103 Überrundungen. Dort klagt man über eine Zwei- beziehungsweise Dreiklassengesellschaft.

Schnellster

Den rasantesten Umlauf des Jahres realisierte Lucas Auer bei seiner Rekordrunde im ersten Spielberg-Rennen: 183,977 km/h im Schnitt wurden für ihn gemessen. Könige der schnellsten Rennrunde sind die beiden Mercedes-Fahrer Gary Paffett und Daniel Juncadella (je 4).

Wegstrecke

Lediglich eine Distanz von 95,970 Kilometern legte Sieger Edoardo Mortara beim ersten Lausitzring-Lauf zurück. Grund dafür: Acht Runden lang lag das Safety-Car nach einem heftigen Unfall von René Rast vorne. Über die längste Distanz des Jahres führte das zweite Spielberg-Rennen: 172,720 Kilometer. Voraussetzung dafür sind ein schneller Kurs, trockene Straßenverhältnisse und keine Vorkommnisse, die ein Safety-Car erfordern.

Bestzeiten

Siebenmal pro DTM-Wochenende gibt es eine Ergebnisliste: nach den drei Freien Trainings, nach den beiden Qualifyings und nach den beiden Rennen. Alle Fahrer schafften zumindest einmal den Eintrag an erster Stelle. Ein besonderes Kunststück gelang dabei dem jungen Schweden Joel Eriksson (BMW): Er kommt als DTM-Debütant auf zwei Erwähnungen, eine davon als Sieger des zweiten Misano-Rennens - stark für einen Neuling.

Abgehängt

Schon seit 85 Rennen wartet der bereits viermal siegreich gewesene Brasilianer Augusto Farfus auf Triumph Nummer 5. Letztmals stand er im September 2013 in Zandvoort ganz oben. Nur drei der 18 Stammfahrer gewannen noch gar kein DTM-Rennen: Loic Duval (Audi) und die beiden Debütanten Robin Frijns und Philipp Eng (beide BMW).

Gary Paffett
Triumphator: Gary Paffett holte sich den Titel.
© imago

Punktehamster

Mit 17 Zusatzpunkten aus dem Qualifying (drei gibt es für den Besten, zwei für den Zweiten, einen für den Drittplatzierten) legte René Rast 2017 den Grundstein zum Titelgewinn. Deutlich übertroffen wird er in diesem Jahr noch von Gary Paffett, der sich dort 25 seiner insgesamt 255 Zähler holte, also fast genau zehn Prozent. Fünfmal raste der Engländer auf die Pole-Position. Hätte Rast anstelle der diesmal erreichten 13 Zusatzpunkte seinen Vorjahreswert von 17 wiederholt, wäre er punktgleich mit Paffett aufgrund der höheren Anzahl von Siegen Meister geworden. Gänzlich ohne Extra-Punkte blieben Robin Frijns, Augusto Farfus und Jamie Green. Der Brite war noch vor Jahresfrist lange Zeit ein heißer Titelanwärter und ist nun wohl als Schlusslicht der Punktetabelle (27 Zähler) der Absteiger des Jahres.

Sonntagsarbeiter

Die meisten Punkte in den Rennen am Sonntag holten René Rast (145), Gary Paffett (131) und Paul Di Resta (117). Paffett (124), Di Resta (117) und Rast (106) waren auch an den Samstagen die Topleute. Auffallend die Bilanz von Lucas Auer: An Samstagen mit 101 Punkten eine Granate, lief er sonntags (nur 20) seiner Form meist hinterher.

Punktgenau

Mit jeweils 17 Punkteresultaten stachen die Mercedes-Piloten Gary Paffett und Paul Di Resta heraus. Der am Saisonende in einer eigenen Liga fahrende René Rast nahm 15-mal Punkte mit. Und wäre wohl Meister geworden, wenn er nicht im ersten Lausitzring-Rennen einen Horrorunfall gebaut hätte, der ihn tags darauf zum Zuschauen verurteilte. Fast schlimmer noch: Auf dem Weg zu einem höchstwahrscheinlichen Sieg im Zandvoort-1-Rennen kostete ihn ein Safety-Car, hervorgerufen ausgerechnet durch den Audi-Markenkollegen Nico Müller, die für den Titelgewinn entscheidenden Punkte.

Führungskräfte

In Sachen Führungsrunden sticht René Rast extrem weit hervor. 158 Runden lang besetzte er die Topposition im Rennen. Besonderheit: Bei seinem Sieg im ersten Spielberg-Rennen lag er vor dem Überqueren der Ziellinie in keiner einzigen Runde vorne. Sébastien Ogier holte sich als Einziger der drei Gaststarter - neben ihm noch Mattias Ekström (Audi) und Alessandro Zanardi (BMW) - eine Führungsrunde.

Paul Di Resta und René Rast
Je zweimal auf der Pole: Paul Di Resta und René Rast (re.).
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Trainingsweltmeister

Das bis zum letzten Wochenende im Titelrennen verbliebene Trio schlug sich im Qualifying recht unterschiedlich. An die fünf Pole-Positionen von Gary Paffett kam niemand heran, René Rast und Paul Di Resta standen je zweimal auf der besten Startposition.

Hinterherfahrer

Überraschendes Resultat in einer Wertung, die niemand anführen möchte. Ex-Meister Bruno Spengler fuhr 2018 wie der Schatten des einstmaligen Champions. Nicht weniger als fünfmal war er am Start Letzter unter den Stammfahrern. Apropos vorangegangene Meister: Vier von ihnen belegen die Top-Plätze am Jahresende (Paffett, Rast, Di Resta, Wittmann), einer schlug sich als Achter bestenfalls so la la (Wehrlein), einer (Rockenfeller) war als Elfter ganz sicher nicht zufrieden, und Spengler markierte als Zwölfter das Tabellenende in der Wertung der sieben Champions im Feld.

Ausgefallen

Ausfälle sind selten in der DTM. Lucas Auer leistete sich gleich deren fünf, wird aber von seinen Anhängern wegen seiner beherzten Fahrweise sehr geschätzt. Hinzu kamen zwei Disqualifikationen, das reichte in der Endabrechnung zu lediglich Rang 7. Die ohnehin eher schwach agierenden Augusto Farfus und Loic Duval erreichten je dreimal das Ziel nicht. Die beiden Neulinge Philipp Eng und Joel Eriksson sahen ebenso in allen Rennen die Zielflagge wie Paul Di Resta, Timo Glock, Mike Rockenfeller und Pascal Wehrlein. Bei ihm freilich verunziert die gänzlich überflüssige Disqualifikation von Hockenheim (nicht zum Wiegen erschienen) die ansonsten weiße Weste.

Stefan Bomhard

 

kicker

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