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13.06.2018, 10:30

Porsche in Le Mans 2018

Ein Rennauto mit Schulter, Schinken und Schwanz

Seit 95 Jahren schon gibt es das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das am Samstag zum 86. Mal gestartet wird (live ab 15 Uhr bei Eurosport). Vorjahressieger Porsche geht in diesem Jahr nicht mehr in der Prototypenklasse LMP1 an den Start, sondern konzentriert sich im großen Jubiläumsjahr der Marke auf das Rennen in der GT-Klasse. Eines der insgesamt zehn Autos aus Zuffenhausen hat ein mehr als ungewöhnliches Äußeres.

Porsche
Fleischgewordener Flitzer: So geht Porsche in Le Mans an den Start.
© PorscheZoomansicht

Sie sind ein echter Autospezialist, Sie kennen sich einfach aus mit Motor, Getriebe und Bremse. Dann werden Sie jetzt erstaunt sein, auf welche Teile es noch ankommt beim legendärsten Langstrecken-Rennen der Welt, den 24 Stunden von Le Mans. An einem der 60 Autos, genauer noch, an einem der insgesamt zehn eingesetzten Porsche 911 RSR, gibt es auch die folgenden Teile: Rüssel, Hals, Schulter, Wamme, Kotelett, Ripple, Lende, Schinken und Schwanz. Klingt schweinisch? Ist es auch.

Weil Ferry Porsche (1909 - 1998) das Auto, von dem er träumte, nicht fand, baute er es sich kurzerhand selbst und begründete dazu 1948 jene Marke, die sehr rasch zu einer weltberühmten Sportwagenschmiede werden sollte. Zu ihrem globalen Ruf trugen von sehr früher Zeit an die Erfolge im Motorsport bei, ganz besonders die Auftritte in Le Mans. Mit 19 Gesamtsiegen liegt der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen einsam an der Spitze, mit Respektsabstand gefolgt von Audi (13). Keine Marke trat öfter an als Porsche, in diesem Jahr wird es das 68. Mal sein. Kurz gesagt: Porsche und Le Mans, das ist eine echte Liebesheirat.

Auf Biegen und Brechen - Toyota mit Alonso

Auch wenn es eine Ausweitung der imposanten Siegesserie der letzten drei Jahre aufgrund des Rückzugs aus der Top-Kategorie Ende 2017 nicht geben wird, verspricht die 86. Austragung des Klassikers erneut ein Rennen auf Biegen und Brechen zu werden. Am wenigsten gilt dies ausgerechnet für den Fight um den Gesamtsieg, denn Toyota als einziger Hersteller wird sich mit einiger Sicherheit jenen Sieg endlich abholen, dem man seit 33 Jahren vergeblich hinterherfährt. Zudem spricht einiges dafür, dass die Japaner alle Kräfte auf das Auto mit der Startnummer 8 konzentrieren werden, in dem neben Sébastien Buemi (SUI) und Kazuki Nakajima (JPN) auch der spanische Formel-1-Superstar Fernando Alonso sitzen wird. Allein technische Defekte oder Unfälle scheinen mögliche Ursachen dafür zu sein, dass auch in diesem Jahr der verzweifelte Toyota-Traum platzen könnte.

Fisichella startet bei den "Amateuren"

Seine Spannung aber wird Le Mans diesmal von ganz woanders her beziehen. Hinter den Prototypen der Klasse LMP1 (Toyota und ein paar schwächere Privatiers) sowie der kleineren Prototypenklasse LMP2 sind die GT-Autos angesiedelt. Hier kommt es in diesem Jahr zu einer an Hitzigkeit kaum zu steigernden Auseinandersetzung nahezu aller wesentlichen Hersteller, die sich mit der Produktion sportlicher Straßenautos ein außergewöhnliches Renommee erworben haben: Porsche trifft hier auf Chevrolet, Ford, Ferrari, Aston Martin und BMW. Sechs Hersteller mit 17 Autos in der etwas höher angesiedelten Pro-Klasse, dazu 13 in der darunter angeordneten Am-Kategorie ergeben ein illustres Feld. Wobei "Am" (für Amateur) nicht allzu wörtlich genommen werden muss: Hier geht etwa der ehemalige Formel-1-Fahrer Giancarlo Fisichella (229 Rennen, drei Siege) an den Start, auch Olivier Beretta (Monaco) und der Portugiese Pedro Lamy haben bereits Formel-1-WM-Läufe bestritten.

Porsche
Le Mans 1971 - Porsche und sein berühmtes "Schweinchen".
© Porsche

Dumas im Fokus: Erst Le Mans, dann Pikes Peak!

Im Kampf mit den namhaften Konkurrenten ist Porsche beim Fahrerpersonal das Beste gerade gut genug. Im Auto mit der Nummer 92 sitzen neben Patrick Pilet (FRA) mit Nick Tandy (GBR) und Earl Bamber (NZL) ebenso einstige Le-Mans-Gesamtsieger wie in der Nummer 94 mit Romain Dumas (FRA) und dem Saarpfälzer Timo Bernhard. Auf Dumas werden die Augen auch insofern gerichtet sein, als der 40-Jährige nur eine Woche später mit Volkswagen beim berühmten Pikes-Peak-Bergrennen in Colorado in einem Elektro-Prototypen auf Rekordjagd gehen wird (ausführliche Story hierzu im kicker am kommenden Montag).

Bleibt das kleine Geheimnis um das Schweinchen-Auto. Die rosafarbene Lackierung mit den ungewöhnlichen Aufschriften aller essbaren Körperteile geht zurück auf ein Auto, das 1971 am Le-Mans-Rennen teilnahm. Die Konstruktion dieses Einzelstücks sollte die aerodynamischen Vorteile von Kurz- und Langheck-Version des Porsche 917 verbinden und verhalf dem bis dahin unerprobten Auto zum Gewinn der Qualifikation. Zur "Sau" wurde der 917/20 durch seinen rosafarbenen Lack mit den aus einer Laune heraus ("Das Auto sieht ja aus wie ein Schweinchen") aufgezeichneten Fleischpartien. Die unter Porsche-Designer Anatole Lapine umgesetzte Idee erregte großes Aufsehen. Bis heute ist der auch "Trüffeljäger" genannte 917/20 einer der bekanntesten Porsche überhaupt. Das Original des im Rennen nach einem Unfall ausgeschiedenen Autos steht im berühmten Petersen Automotive Museum von Los Angeles. Ob der 911 RSR des Jahrgangs 2018 wirklich saugut sein und mehr Schwein haben wird als sein optischer Urvater?

Stefan Bomhard

 

kicker

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