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05.06.2018, 14:40

Jaguar in Formel E etabliert - Markenpokal für den neuen I-Pace

Die Raubkatze setzt zum nächsten Sprung an

Die Formel E begibt sich auf neues Terrain. Am Samstag macht die erste rein elektrische Autorennserie Station in Zürich. Mit dem 10. Saisonlauf findet erstmals nach 63 Jahren wieder ein Rundstreckenrennen in der Schweiz statt - 1955 wurden solche Rennen als Folge der tragischen Ereignisse in Le Mans verboten, der 24-Stunden-Klassiker hatte im selben Jahr in einer Katastrophe mit 84 Toten geendet.

Jaguar Formel E
Unter Strom: Mit dem Team Panasonic Jaguar Racing bestreiten die Briten bereits ihre zweite Formel-E-Saison.
© Jaguar

Zürich ist nach Santiago de Chile und Rom der dritte neue Austragungsort in dieser Saison. Ein Zeichen für das wachsende Interesse an der noch jungen Serie. Und schon vor dem finalen Double-Header in New York am 14./15. Juli steht fest, dass das Auftaktrennen der Saison 2018/19 mit der saudi-arabischen Hauptstadt Riad der Formel E weiteres - wenn auch umstrittenes - Neuland erschließen wird.

Auf den letzten Kilometern der diesjährigen Serie hat beim Zürich-ePrix einer bereits die Zielflagge vor Augen: Jean-Eric Vergne kann vorzeitig die Meisterschaft gewinnen - der französische Techeetah-Fahrer wäre im vierten Jahr der Formel E ihr vierter Titelträger. In der Liste der Champions stehen bisher Nelson Piquet jr. (Brasilien, 2015, Team China Racing), Sébastien Buemi (Schweiz, 2016, Renault e.dams) und Lucas di Grassi (Brasilien, 2017, Audi Abt). Die Hersteller-Wertung ging jeweils an Renault e.dams.

Formel E Zürich
Station in der Schweiz: Zürich ist nach Santiago de Chile und Rom der dritte neue Austragungsort in dieser Saison.
© dpaZoomansicht

Die Dominanz eines Teams könnte schon bald Geschichte sein. Denn weitere namhafte Hersteller mit Motorsport-Tradition haben die Formel E für sich entdeckt. Sie sehen in ihr ein innovatives Umfeld, um die - im Kampf gegen den Klimawandel immer stärker geforderte - Entwicklung von Elektroautos voranzutreiben. Mit BMW ab der Saison 2018/19 sowie Mercedes und Porsche ein Jahr später wollen nach Audi drei weitere deutsche Marken die Fans "elektrisieren". Für Titelverteidiger Lucas di Grassi ein positives Signal: "Die Serie wird stärker und stärker, das kommt der Meisterschaft zugute".

Während den meisten großen Autobauern bislang der entscheidende Antrieb fehlte, befindet sich mit Jaguar ein anderer Premium-Hersteller bereits auf dem Beschleunigungsstreifen. Die Briten bestreiten mit ihrem Team Panasonic Jaguar Racing ihre zweite Formel-E-Saison. Der Abstand zur Spitze ist kleiner geworden. Zuletzt, beim Deutschland-ePrix in Berlin, war Mitch Evans (23, Neuseeland) als Sechster einmal mehr in die Punkteränge gefahren, und Neuverpflichtung Nelson Piquet jr. (32) - ehemals wie sein Vater in der Formel 1 unterwegs - hatte sich in einer starken Schlussoffensive bis auf Rang 9 vorgekämpft, bevor ihn ein Verbremser auf Platz 12 zurückwarf. "Am Ende stimmte aber die Pace, so dass wir jetzt guten Mutes nach Zürich gehen", bilanzierte Piquet jr. das Rennwochenende. Vor Zürich liegen Evans und Piquet jr. in der Fahrerwertung auf den Plätzen 7 und 8; Jaguar ist im Hersteller-Ranking weiter Fünfter - noch vor Renault e.dams. Ein großer Sprung der "Raubkatze", die ihr zurückliegendes Einstiegsjahr noch als Zehnte und Letzte beendete. Jaguar-Team-Direktor James Barclay gibt vor, "die Saison auf hohem Niveau zu beenden", heißt für die ausstehenden Rennen: "Wir wollen aufs Podium".

Rückkehr nach zwölf Jahren Abstinenz

Jaguar war im Oktober 2016 nach zwölf Jahren Abstinenz in den internationalen Motorsport zurückgekehrt. Warum? "Jaguar und Motorsport - das ist wie Butter und Brot", sagt Gerd Mäuser, Chairman des Racing-Teams. Das Formel-E-Team ist damit der direkte Nachfolger des ehemaligen Formel-1-Rennstalls, der 2005 von Red Bull übernommen wurde.

Formel E Jaguar
Auf Punktejagd: Mitch Evans und Nelson Piquet jr. sitzen für Panasonic Jaguar Racing im Cockpit.
© VögeleZoomansicht

Mit dem Einstieg in die Elektrik-Serie setzt Jaguar Land Rover gleichzeitig auf den Know-how-Transfer zwischen dem Rennteam und den Serienentwicklern mit Blick auf die Elektrifizierung zukünftiger Straßenmodelle. Entsprechend dem Gründungsmotto von Panasonic Jaguar Racing: Race to innovate - Rennen fahren, um weiterzuentwickeln. So sind etwa Ingenieure aus der Serienentwicklung der Traditionsmarke in das Rennteam integriert. Zwar werden aus Kostengründen für alle Formel-E-Teams das Kohlefaserchassis, die aerodynamischen Bauteile und die Batterie als sogenannte Gleichteile konzipiert. Doch die Hersteller können ihre eigenen Antriebe entwickeln, worunter Motor, Getriebe und Inverter fallen; auch die Hinterradaufhängung ist freigestellt. Der aktuell von Jaguar eingesetzte Rennwagen I-TYPE 2 hat - wie alle Fahrzeuge - eine Maximalleistung von 200 kW (272 PS) im Qualifying-Modus (Rennmodus 180 kW/245 PS) und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 225 km/h.

Rennen ohne Fahrzeugwechsel

Doch mit dem I-Type 3 hat Jaguar bereits im Frühjahr sein Nachfolgemodell für die Saison 2018/19 präsentiert. Es erfüllt die neuen Gen-2-Regeln der Formel E, die vor allem bedeuten: Den Fahrern stehen im Qualifying mit 250 kW (340 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h so viel Leistung zur Verfügung wie noch nie; im Rennen beträgt diese dann 200 kW. Zudem fällt dank einer fast doppelt so großen Energiespeicherkapazität der bisherige Fahrzeugwechsel nach der Hälfte des Rennens weg. Synergien zwischen Sport- und Straßenfahrzeugen zeigen sich in der Entwicklung des Performance SUV I-Pace, dem ersten vollelektrisch betriebenen Jaguar, der seit März die Modellfamilie der Nobelmarke erweitert. "Wir haben bereits wichtige Erkenntnisse aus unseren Formel-E-Einsätzen in die Entwicklung zukünftiger Serienmodelle einfließen lassen", sagt Mäuser. So zum Beispiel die Verwendung leichterer Materialien.

Crossover I-Pace: Debüt auf Straße und Rennpiste

Doch damit nicht genug. Jaguar hat eine Rennversion des SUV I-Pace aufgelegt und diese im Rahmen des Berlin-ePrix vorgestellt. Das Auto ist die Basis der neuen Jaguar I-Pace e-Trophy. Dieser Marken-Pokal wird mit Beginn der Saison 2018/19 im Rahmenprogramm der Formel-E-Meisterschaft laufen und ist zugleich die erste Rennserie mit elektrisch angetriebenen Produktionsfahrzeugen. Alejandro Agag, Gründer und CEO der Formel E, zeigte sich nach ein paar Demonstrationsrunden in Berlin begeistert: "Er sieht aus wie ein Serienmodell, hat aber die Leistung eines Rennwagens. Die Formel E soll einem breiteren Zielpublikum innovative Technologien näherbringen, die Jaguar I-PACE eTrophy ist zu diesem Zweck die perfekte Ergänzung zur Formel E". Und Mäuser ist überzeugt: "Die I-Pace eTrophy wird unseren Technologietransfer weiter beschleunigen". Natürlich soll sie auch die Markteinführung der Serienversion unterstützen.

Jaguar I-Pace
Jaguar I-Pace: Im Juli kommt das Elektro-SUV (r.) auf den Markt, mit der e-Trophy (l.) wird sogar ein Markenpokal ausgetragen.
© Hersteller

Das Format der neuen Rahmen-Veranstaltung ähnelt dem der etablierten Serie: An zehn der voraussichtlich zwölf Formel-E-Rennwochenenden fahren bis zu 20 Jaguar I-PACE eTrophy gegeneinander - in einem freien Training, im Qualifying und in einem Rennen über 25 Minuten plus eine Runde. Alle Cup-Autos werden bei Jaguar Land Rover im britischen Warwickshire aufgebaut und vorbereitet, alle Teilnehmer erhalten von der eTrophy ein "Arrive and Drive"-Paket mit einer Rundumbetreuung von der technischen Unterstützung über die weltweite Logistik bis zu Vermarktungsmöglichkeiten.

Die Formel E begibt sich auf neues Terrain. Nicht nur in Zürich...

Sabine Vögele

 

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