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07.02.2018, 11:00

DTM-Werksfahrer 2018 statt Formel 1

Ex-Meister Wehrlein kehrt zurück

Prominenter Neuzugang für das DTM-Team von Mercedes: Pascal Wehrlein, 2015 mit den Stuttgartern jüngster Meister der DTM-Geschichte, kehrt nach zwei Jahren Formel 1 zurück ins Feld von Europas größter Tourenwagenserie. Ein gewagter Schritt, denn Wehrlein bleiben nur wenige Monate, um sich für 2019 erneut in der Formel 1 zu empfehlen.

Pascal Wehrlein
Vor der Rückkehr in die DTM: Pascal Wehrlein nimmt bei Mercedes einen neuen Anlauf.
© picture allianceZoomansicht

"Erster - oder nichts". Mit diesem auf Langfristigkeit angelegten Wahlspruch startete Pascal Wehrlein vor einem Jahr in seine zweite Formel-1-Saison. Gekommen vom pleitegegangenen Manor-Rennstall, wo es 2016 in 21 Rennen zu nicht mehr als einem WM-Punkt gereicht hatte, sollte nun der brave, manchmal etwas biedere, aber stets grundsolide Schweizer Sauber-Rennstall zum Sprungbrett an die Spitze werden. Sicher nicht in dem eidgenössischen Auto, das mit einem Vorjahresmotor von Ferrari schon vor der Saison chancenlos war. Aber doch wenigstens mit guten Leistungen, die in der Formel 1 selten übersehen werden, und der Hoffnung, schon bald eines der beiden Mercedes-Cockpits zu ergattern.

Im Prinzip funktionierte der Plan des jungen Mannes aus Sigmaringen recht gut. Selbst mit dem lahmenden Sauber-(Renn-)Wagen gelangen ihm fünf WM-Zähler, vier als Achter von Barcelona und ein weiterer als Zehnter in Aserbaidschan. Sein um zwei Formel-1-Jahre erfahrenerer Teamkollege Marcus Ericsson, der zudem schon zwei Jahre länger im Sauber-Team zu Hause ist, ging leer aus. Und doch hielt die Rennstallleitung an ihm fest; nicht weiter erstaunlich, wenn man weiß, dass die Geldgeber der klammen Mannschaft aus Hinwil Schweden sind und deshalb lieber einen der ihren (hinterher-)fahren sehen.

Wehrlein wurde so zum Opfer der Formel-1-Gesetzmäßigkeiten, wonach im Zweifelsfall Geld gegen Talent gewinnt. Denn bei den anderen Teams, die überhaupt noch Plätze anzubieten hatten, wurden Summen verlangt, die Wehrlein nicht auftreiben konnte und auch gar nicht aufzutreiben bereit war. Der Russe Sergey Sirotkin bekam so den Sitz im Williams-Mercedes; rund 15 Millionen Euro sollen seine Geldgeber als Mitgift in die Teamkasse eingebracht haben.

In dieser Situation musste Wehrlein nun den Weg aus der Rennsport-Sackgasse finden. Und mit gerade mal 23 Jahren steht er ja immer noch eher am Anfang seiner Karriere, auch wenn der DTM-Titelgewinn schon mehr als zwei Jahre zurückliegt. Dort, in der DTM, die es ihm in Rekordzeit erlaubte, sich einen Namen zu machen, will er nun wieder den neuerlichen Marsch nach oben antreten. Und es lässt sich trefflich darüber streiten, ob es für ihn von Vorteil sein wird oder eher nachteilig, dass Mercedes Ende 2018 und somit 30 Jahre nach dem werkseitigen Einstieg der DTM den Rücken kehrt. Wehrlein bleiben also genau 10 Wochenenden und 20 Rennen, um sich wieder ins Gespräch zu bringen.

Vertrag als Testfahrer: Wehrleins Hintertürchen?

Damit erweist sich Mercedes, das schon früh die Karriere des Pascal Wehrlein begleitete und führte, erneut als Rückenstärkung und Rückendeckung. Die Zeit der bedingungslosen Hilfestellung aber ist erst einmal vorbei. "Irgendwann", sagt Mercedes-Sportchef Toto Wolff, "irgendwann kommt ein Punkt, an dem ein Fahrer auf eigenen Beinen stehen muss." Immerhin aber ließ Wolff seinen Schützling nicht komplett fallen. Neben der Chance, sein Können weiter in der DTM zu zeigen, behielt er Wehrlein auch als Testfahrer des Mercedes-Formel-1-Teams unter Vertrag. Das genau ist das winzige Hintertürchen, durch das Wehrlein schlüpfen muss, wenn er 2019 in die Formel 1 zurückkehren will.

Weil Rennfahrer aber stets Egoisten sind, darf Wehrlein als Rückkehrer aus der Formel 1 nun nicht auf die großartige Hilfe seiner DTM-Markenkollegen bauen. Die unterstützten ihn zwar nach Kräften im Titeljahr 2015, haben aber alle ihre eigene weitere Karriere im Kopf, wenn es 2018 letztmalig in einem Stern-Auto auf die Strecke geht. Der nahende Ausstieg wird sie alle noch einmal besonders anstacheln. "Aber ich mag Herausforderungen", sagt Wehrlein, "und kann es kaum erwarten, zum ersten Mal mit unserem neuen Auto auf die Strecke zu fahren. Die ersten Tests können für mich gar nicht früh genug kommen."

Auch die von unzähligen Beispielen untermauerte These, dass es schwerer ist, sich aus der Formel 1 kommend in der DTM zurechtzufinden als beim umgekehrten Weg, soll kein Hindernis sein. Mercedes-DTM-Leiter Uli Fritz jedenfalls hegt keine Zweifel an Wehrleins Potenzial: "Wir sind überzeugt, dass er sich mit seiner Erfahrung und seinem Engagement schnell zurechtfinden wird."

Seit dem heutigen Mittwoch weiß Wehrlein auch, mit wem er es teamintern zu tun haben wird. Zu den bisher schon für Mercedes fahrenden Gary Paffett, Paul Di Resta, Lucas Auer und Edoardo Mortara gesellt sich aller Voraussicht nach ein weiterer DTM-Rückkehrer, der Spanier Daniel Juncadella (26). Er war nach eher unauffälligen Leistungen 2016 aus dem Kader genommen worden und fuhr im letzten Jahr verstärkt im GT-Programm von Mercedes. Die neue Saison beginnt am 5. Mai in Hockenheim.

Stefan Bomhard

 

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