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01.01.2018, 22:59

Rekordweltmeister tritt mit Klatsche ab

Knackpunkt 9-Darter! Cross fertigt Taylor im WM-Finale ab

Phil Taylor tritt als Vizeweltmeister ab: In seinem letzten WM-Finale unterlag der Rekordchampion dem 30 Jahre jüngeren Debütanten Rob Cross mit 2:7 - ein Knackpunkt der Partie war ein um Mikrometer verpasster 9-Darter.

Rob Cross (r.) und Phil Taylor
Die Sekunden nach dem letzten Wurf: Rob Cross (r.) und Phil Taylor liegen sich in den Armen.
© picture allianceZoomansicht

Zum Schluss blieb Phil Taylor nichts anderes mehr übrig, als sich über die kleinen Dinge zu freuen: Er feierte einen seltenen Leg-Gewinn, die letzten 180er seiner WM-Laufbahn, machte Witze mit dem Caller, mit dem Publikum. Irgendwann nämlich, und zwar noch weit vor dem letzten Dart, war so ziemlich allen im "Ally Pally" klar: Der 57-jährige Rekordchampion würde nicht mit seiner 17. Trophäe abtreten - sondern sie einem Ex-Elektriker überlassen müssen, der geboren wurde, als Taylor seinen ersten WM-Titel einfuhr: Rob Cross, Jahrgang 1990, der überhaupt keine Lust auf einen schmalzigen Taylor-Abgang hatte.

Taylor hatte sich bei seinem letzten WM-"Walk on" Zeit genommen, hier noch ein Autogramm, dort sogar noch ein Selfie. Er überließ Cross sogar lässig den ersten Dart. Doch der Underdog war wenig empfänglich für Psychospielchen: Das erste Leg schnappte er sich gleich, im dritten zauberte er seine ersten beiden 180er aufs Bord, gefolgt von den ersten kleinen emotionalen Gesten.

Nur mit dem Wasser sind Cross' Hände ungeschickt

Und auch der zweite Satz ging souverän an Cross - mit einem 167er-Finish als Schlusspunkt! Seine einzige ungeschickte Aktion in dieser Phase: Ihm fiel versehentlich das Wasserglas vom Tisch, als Taylor gerade werfen wollte. Cross entschuldigte sich gleich, Taylor lächelte belustigt, vergab dann aber zwei große Chancen, das Leg zu beenden. Es ging an Cross.

Man musste es sich noch einmal vergegenwärtigen: Cross spielte seine erste WM, sein erstes WM-Finale, und er spielte es so: Im dritten Satz ging er sofort mit 2:0 nach Legs in Führung, das zweite sicherte er sich mit nur elf Darts. Als er dann auch noch eine 153 checkte, stand es 8:2 nach Legs - und 3:0 nach Sätzen! Ein Weltklasse-Start des früheren Elektrikers, der im Halbfinale gegen Titelverteidiger Michael van Gerwen auch die nötige Portion Glück gehabt hatte. Sein "Average" lag bei rund 108.

Taylor wirft acht perfekte Darts - Cross antwortet eiskalt

Diesmal aber antwortete Taylor plötzlich: mit einem 151er-Finish, einem Break, dem mühelosen 1:3 nach Sätzen - und einer Faust, die er erleichtert durch die Luft fliegen ließ. Und dann antwortete er noch damit: Er, der in seiner Karriere schon 22 9-Darter, aber keinen davon im Alexandra Palace gespielt hatte, eröffnete den fünften Satz mit acht perfekten Darts. Das "Ally Pally" schrie nur noch, für den perfekten Durchgang fehlte einzig die Doppel-12. Taylor verpasste sie um gefühlte zwei Mikrometer.

Er blickte ungläubig, lachte auf, scherzte mit Cross - und verlor dann erst das Leg und auch den Satz im Schnelldurchgang! Es war der Knackpunkt dieses Endspiels und der letzte Beweis dafür, dass Cross an diesem Montagabend von wirklich gar nichts aus der Ruhe, von seinem Spiel abzubringen war. Er hatte eine doppelt so hohe Doppelquote gegenüber Taylor (rund 70 Prozent!) und schraubte seinen "Average" zu Beginn des sechsten Satzes zwischenzeitlich auf überragende 110.

Schon bald stand es 5:1, dann 6:1. Taylor ahnte sein Schicksal, genoss aber sichtlich die letzten Minuten auf der Bühne, seinem Wohnzimmer, "The Power" verkürzte in totaler Lockerheit sogar noch mal per 3:0 auf 2:6. Doch das letzte Wort, es konnte nur Cross gehören: Mit einer finalen 140 beendete er das - bisher - größte Match seiner Karriere. Dann umarmte er Taylor.

jpe

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© imago

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