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29.11.2017, 10:10

Audi jetzt als Werksteam in der Formel E

Neue Städte. Neue Fahrer. Neue Saison.

Oberstes Prinzip der Elektroserie Formel E ist es, sich abzuheben von den klassischen Motorsport-Kategorien. Leise sein, wenn andere die Motoren brüllen lassen. Sich elektrisch fortbewegen, wenn andere Treibstoff in den Tank füllen. Für die Rennen in die Innenstädte der schönsten Citys der Welt gehen, wenn die anderen sich auf abgesperrte Rennstrecken zurückziehen. Oder eben genau dann in die neue Saison zu starten (Samstag und Sonntag, jeweils um 7.45 Uhr bei Eurosport), wenn die Formel 1 gerade ihre dreimonatige Winterpause begonnen hat.

Formel E in Hongkong
Hier startet die Formel E am Wochenende in ihre neue Saison: Hongkong.
© imagoZoomansicht

Die Fehler, die sich in der Formel 1 unter dem einstigen Impresario Bernie Ecclestone häuften, je näher sein Abschied kam, will die kleine elektrische Tochter von vorneherein erst gar nicht begehen. Die Formel E, die am Wochenende mit einer Doppelveranstaltung in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong in ihre neue Saison startet, legt in allen Bereichen Wert auf Neues, vermeidet aber Gigantismus und Überfütterung. 14 Rennen (bisher 12) an elf Orten stehen im Kalender. Und selbstverständlich bleibt es beim wichtigsten Grundsatz überhaupt: Die Rennen werden im Herzen weltberühmter Metropolen ausgetragen.

Neu aufgenommen wurden für die vierte Saison der Elektroserie die Städte Rom, Sao Paulo, Santiago de Chile und - aufgemerkt! - die seit mehr als sechs Jahrzehnten nahezu rennsportabstinente Schweiz mit ihrem Bankenzentrum Zürich. Nicht mehr dabei ist diesmal Buenos Aires, und Monaco pausiert, weil es die Formel E immer nur im Zwei-Jahres-Rhythmus willkommen heißt. Die Saison endet am 28./29. Juli im kanadischen Montreal. Mit Mexico City, Sao Paulo und Montreal gibt es drei geografische Überschneidungen zur Formel 1 - allerdings ohne Verwechslungsgefahr. Vom Lärm der Formel 1 und dem stillen Rauschen der Formel E mal abgesehen, bleibt es auch bei dem Konzept, dass in der E-Serie alles an einem Tag stattfindet. Freies Training, Qualifying, E-Prix - dazu ein weit gestreutes Programm für die nahe ans Geschehen herankommenden Zuschauer.

Verstärkungen für das Fahrerfeld

Neue Gesichter präsentiert das 20-köpfige Fahrerfeld, äußerst prominente dazu: Le-Mans-Sieger Neel Jani (Team Dragon), Dreifach-Le-Mans-Sieger André Lotterer (Techeetah), DTM-Siegfahrer Edoardo Mortara und der in 75 Grand Prix gestählte Ex-Formel-1-Pilot Kamui Kobayashi (Andretti) sind echte Verstärkungen. Hinzu kommt der eher unbekannte Italiener Luca Filippi (NIO), immerhin auch er Vizemeister der GP2-Serie 2011 hinter dem heutigen Formel-1-Stammfahrer Romain Grosjean. Nicht mehr mit von der Partie sind die bisherigen Stammfahrer José Maria Lopez, Stéphane Sarrazin, Loïc Duval, Adam Carroll, Robin Frijns sowie die sporadisch eingesetzten Tom Dillmann, Mike Conway, Ma Qing Hua, Esteban Gutierrez und Pierre Gasly, der 2018 ein Stammcockpit bei Toro Rosso in der Formel 1 haben wird. An Gasly zeigt sich, dass der Weg zwischen Formel 1 und Formel E keine Einbahnstraße sein muss.

Das deutsche Quartett

Nick Heidfeld

Insbesondere aus deutscher Sicht lohnt sich ein intensiver Blick auf die Formel E. Vier deutsche Fahrer bilden die, nach Nationenstärke gerechnet, mit Abstand stärkste Fraktion im Starterfeld: Senior unter ihnen ist der 40-jährige Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der sich in der Formel E ebenso als Siegverweigerer präsentiert wie während seiner zwölf Jahre andauernden Formel-1-Karriere. Elektrisch angetrieben, holte er sieben Podiumsplätze bei 32 Starts, in der Formel 1 waren es 13 Podiumsplätze in 183 Rennen. Hier wie da ein Dauerbesucher auf dem Podium, herrscht beim Thema Siege aber nach wie vor Fehlanzeige.

André Lotterer

Der Duisburger André Lotterer schlägt mit 36 Jahren als Rookie in die Formel E ein neues Kapitel in seiner an Erfolgen reichen Karriere auf. Mit Audi gewann der sprachbegabte Pilot dreimal den 24-Stunden-Klassiker in Le Mans, zuletzt fuhr er für Porsche in der Langstrecken-WM. Nicht auszuschließen, dass ihn die Stuttgarter Sportwagenschmiede schon jetzt im Feld platzierte, um beim eigenen Einstieg 2019/20 auf einen ihr bestens bekannten und dann schon erfahrenen Piloten zurückgreifen zu können.

Maro Engel

Ein echter Vielfahrer ist der Wahl-Monegasse Maro Engel (32). Er ist seit 2016/17 in der Formel E, hat elf Rennen für Venturi bestritten, dazu 2017 die gesamte DTM-Saison für Mercedes. Außerdem war er im selben Jahr bei den 24-Stunden-Rennen am Nürburgring, in Dubai sowie Daytona am Start, hinzu kamen Auftritte in der Blancpain ES Series und im GT World Cup - ein vielbeschäftigter Mann. Und, ähnlich wie Lotterer, möglicherweise auch schon ein Vorbote für die Zeit, ab der Mercedes offiziell in die Formel E einsteigen wird (2019/20). Interessanterweise trifft er im Venturi-Team auf Edoardo Mortara, den er in der DTM auch als Mercedes-Markenkollegen hat.

Daniel Abt

Das schwarz-rot-goldene Quartett vervollständigt Daniel Abt aus Kempten. Der Sohn von Hans-Jürgen Abt, dem vormaligen Teamchef des gleichnamigen Rennstalls aus dem Allgäu, ist nun nach der Übernahme durch Audi zum offiziellen Werksfahrer aufgestiegen. Abt war vom ersten Rennen an (Peking 2014) in der Formel E mit von der Partie, besitzt die Erfahrung aus 33 Formel-E-Rennen, wie außer ihm nur Sam Bird, Jerôme d'Ambrosio, Nelson Piquet jr., Nicolas Prost und Stéphane Sarrazin. Sie bilden das Sextett der 100-Prozentigen, wobei Abt mit seinen 24 Jahren bei weitem der Jüngste ist.

Großes Interesse der großen Automobilhersteller

Ein Quartett aus Deutschland wird es schon bald auch bei den Herstellern geben, es könnte nobler nicht sein. Nach Audi und den erwähnten Marken Porsche und Mercedes hat auch BMW seine Finger schon länger im Spiel als Technikpartner des Andretti-Teams. Zwölf Monate noch, dann werden die Münchner als echtes Werksteam ausrücken. Die Formel E kann sich, im Gegensatz zur Formel 1, über mangelndes Interesse seitens der großen Automobilhersteller nun wahrlich nicht beklagen.

Stefan Bomhard

 

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