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15.10.2017, 17:00

Wittmann siegt im letzten Rennen - Ekström abgefangen

Überraschung! Rast feiert seinen ersten DTM-Titel

Neuer Pokal, neuer Meister: Audi-Pilot René Rast hat zum ersten Mal den DTM-Titel gewonnen - in seiner ersten kompletten Saison in der Tourenwagen-Serie. Für Oldie Mattias Ekström (Audi) wurde es beim Sieg von BMW-Pilot Marco Wittmann dagegen schon wieder nichts mit dem dritten Titel nach 2004 und 2007.

Konfetti für den neuen Champion: Audi-Pilot René Rast.
Konfetti für den neuen Champion: Audi-Pilot René Rast.
© picture allianceZoomansicht

Überraschungs-Champion René Rast brüllte in den Boxenfunk und wusste überhaupt nicht wohin mit seinen Emotionen für den ersten DTM-Titel. "Jaaaaaaa, jaaaaaaa, jaaaaaaa", rief der 30 Jahre alte Familienvater aus Minden nach einem engen Rennen, als das Feuerwerk noch in den Himmel schoss. "Emotionen pur. Vielen Dank an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben", sagte er später in der ARD. Als Zweiter hinter Tagessieger und Vorjahresmeister Marco Wittmann im BMW belohnte sich Rast für seine Aufholjagd und fing den DTM-Oldie Mattias Ekström noch ab. Der Schwede kam nicht über Rang acht hinaus. Aus elf Punkten Vorsprung wurden so im letzten Saisonrennen auf dem Hockenheimring noch drei Punkte Rückstand.

Ob der Schwede auch in der kommenden Saison mit dann 40 Jahren einen weiteren Versuch unternimmt, den dritten Titel nach 2004 und 2007 zu gewinnen, ist offen. Eine Strafe aus dem Samstags-Rennen und insgesamt zu wenig Speed kostete den Top-Favoriten am Ende noch alles. Rast dagegen nutzte die Chance, in seiner ersten vollen DTM-Saison gleich seine ganze Klasse zu demonstrieren - was ihm kaum jemand zugetraut hatte. Der Lohn: als erster Fahrer bekam er den auch den von Fans neu gestalteten DTM-Pokal für den Meister.

Rast fällt auf P5 zurück

Am Start war die Ausgangssituation klar: Als Zweiter der Qualifikation musste Rast seine Position nur verteidigen - und hätte den Titel sicher. Zu weit hinten waren seine Audi-internen Konkurrenten Ekström, Jamie Green und Mike Rockenfeller. Doch für den Quasi-Rookie, der früher nur als Ersatzfahrer in der DTM aktiv war, lief an der Startampel einiges schief. Am Ende der ersten Runde war er bereits auf den fünften Platz zurück gefallen - und Ekström war trotz Rang 15 zu diesem Zeitpunkt der virtuelle Meister. Mit einem Punkt Vorsprung. Nach fünf Runden schob sich Rast auf den vierten Platz - und holte sich seinerseits mit einem Zähler mehr den virtuellen ersten Rang.

Die Titelkandidaten, alle mit eigener Taktik unterwegs, blieben lange auf der Strecke und fuhren mit dem ersten Satz Reifen Runde um Runde. Ekström und Green pflügten begünstigt durch die Stopps der anderen Fahrer durchs Feld und erhöhten den Druck auf Rast mehr und mehr. Die Zuschauer auf den gut gefüllten Tribünen sahen bei strahlendem Sonnenschein ein Nervenkitzel-Rennen - mit dem besten Ende für Rast.

Wie geht es weiter mit der DTM?

Für DTM-Chef Gerhard Berger war die Spannung ein dringend benötigtes Geschenk zum Saisonabschluss. In seinem ersten Jahr als Boss der Tourenwagenserie gelangen dem Österreicher viele gute Entscheidungen. Doch mit dem für 2019 angekündigten Ausstieg von Mercedes musste er auch einen herben Schlag verarbeiten, der die Zukunft der ganzen Serie infrage stellt.

Und schon für die kommende Saison muss der ehemalige Formel-1-Pilot drängende Fragen beantworten. Der TV-Vertrag mit der ARD läuft aus, nach dpa-Informationen hat der Sender kein Angebot mehr für die Live-Rechte abgegeben. Auch hinter dem Rennkalender stehen noch Fragezeichen. Zudem muss Berger die angekündigte Entwicklungsphase im Bereich der Aerodynamik moderieren, die BMW als Ausgleich für die spät in der Saison abgeschafften Zusatz-Gewichte dringend fordert und Audi gern verhindern würde, weil die Ingolstädter in diesem Bereich derzeit am besten sind.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren belohnte sich Audi in dieser Saison aber wenigstens für den Leistungsvorsprung: Zum zweiten Mal nach 2004 holten die Bayern neben dem Fahrer- auch den Hersteller- und Team-Titel. Die Party nach der Zielflagge war deswegen nur der Anfang.

dpa

 

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