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18.04.2017, 10:35

Turnen: Europameisterschaft in Rumänien

Toba traurig: Krankenhaus statt Traum-EM

Sein heldenhafter Auftritt in Rio machte Andreas Toba populär. Dort begann aber zugleich eine Serie von Verletzungen, dreimal musste der deutsche Turn-Meister operiert werden. Vor der EM im Heimatland seiner Eltern gehen seine Gedanken noch einmal zurück.

Andreas Toba
Olympia-Pechvogel: Andreas Toba.
© imagoZoomansicht

Seine ungewöhnliche Leidensgeschichte wird Olympia-Held Andreas Toba gerade vor den Turn-Europameisterschaften in Rumänien besonders bewusst. "Es war mein Traum, im Heimatland meiner Eltern bei der EM zu starten. Es tut schon weh, dass es nicht klappt", sagte er. Insgesamt drei Knie-Operationen hat der deutsche "Hero de Janeiro" seit den Spielen in Brasilien über sich ergehen lassen müssen und hütet vor den am Mittwoch beginnenden kontinentalen Titelkämpfen noch das Krankenhausbett. Eine bakterielle Infektion im operierten Knie führte über Ostern zu einer weiteren Zwangspause.

Nach seinem Kreuzbandriss am Boden hatte der Hannoveraner im vergangenen August trotz riesiger Schmerzen in der Rio Arena am Pauschenpferd mutig weitergeturnt und dem deutschen Team den Finaleinzug ermöglicht. Als er nach der Operation im Sommer auf dem Wege der Besserung schien, machten ein Muskelfaserriss und die folgende OP im Februar einen Strich durch sein Comebackpläne. "Das Knie ist immer wieder dick geworden. Entzündungskeime mussten bei der Arthroskopie entfernt werden", nannte er als Grund für den dritten Eingriff in Bremen.

Die Langeweile bringt einen schon ein bisschen ins Grübeln.Andreas Toba

"Jetzt werde ich die Wettkämpfe im rumänischen Fernsehen verfolgen und den Jungs die Daumen drücken", kündigte Toba mit dick bandagiertem Knie an. Es sei "natürlich langweilig. Und die Langeweile bringt einen schon ein bisschen ins Grübeln", sagte der 26 Jahre alte deutsche Mehrkampf-Meister im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Das wichtigste Ziel ist es zunächst, dass die Gesundheit wieder in Ordnung kommt und ich wieder fit werde."

Toba macht keinen Hehl daraus, wie sehr die schwierige Situation an ihm nagt. Das Krankenhaus empfinde er "wie ein Gefängnis". Dennoch gibt er nicht auf, auch wenn die Chance eines Comebacks bei den deutschen Meisterschaften im Rahmen des Turnfests im Juni aus seiner Sicht "auf ein Minimum" gesunken ist. "Turnfest ist immer geil. Aber es ist keine wichtige Qualifikation. Ich muss die Kirche im Dorf lassen."

"Ich bin nicht so ein Typ wie Donald Trump"

Da der Wiedereinstieg in das Turntraining vorerst in weiter Ferne liegt, bleibt Toba viel Zeit zum Nachdenken und auch für Rückblicke auf ein ungewöhnliches Jahr. "Es scheint mir bis heute alles irreal. Mein Ziel war es immer, im Turnen Erfolge zu erkämpfen und nicht für so eine, für mich selbstverständliche Handlung gefeiert zu werden. Ich bin nicht so ein Typ wie Donald Trump, der immer sagt: "America first". Ich bin ein Teamplayer, denke immer erst an die anderen", charakterisiert er sich selbst.

Nach seinem beeindruckenden Einsatz in Rio waren für ihn Ehrungen und Fernsehauftritte an der Tagesordnung, plötzlich brauchte der sonst eher als zurückhaltend bekannte Toba sogar einen Manager, um alles koordinieren zu können. "Man empfindet dies heute in der Öffentlichkeit als so ungewöhnlich, weil es in der Gesellschaft nicht mehr überall so üblich ist", sagte Toba, der unter anderem mit dem Medienpreis "Bambi" geehrt wurde.

Andreas Toba
Mit dem Bambi für "Unsere Olympiahelden": Andreas Toba.
© picture alliance

Als Sternstunde bewertet er seinen Auftritt im Bundestag. "Das war der Hammer. Die hohe Würdigung und die Standing Ovations der Abgeordneten im voll besetzten Saal werde ich nie vergessen", meinte er. Bundestags-Präsident Norbert Lammert hatte ihn als einziger Olympia-Teilnehmer von Rio ins hohe Haus eingeladen.

Mit der EM will er sich nun ein wenig von seiner körperlichen Situation ablenken. "Für Marcel Nguyen und Lukas Dauser sind Plätze im Barren-Finale drin. Beide haben mit ihren Ausgangswerten keine schlechten Karten", meinte er und hofft ein wenig auf deutsche Medaillen.

Lohnt sich der Aufwand?

Doch manchmal fragt sich Toba schon, ob die Mühen des Sports den gehörigen Aufwand lohnen. Alles sei dem Turnen untergeordnet: "Vor Olympia hatte ich Silvester 2015 das letzte Mal Alkohol getrunken. Auf Partys lässt man sich nur kurz bei den Freunden blicken, ist pünktlich zu Hause, weil ja am nächsten Morgen wieder das Training ruft. Wenn das eine Heldentat sein soll, ist unser tägliches Training ebenfalls eine", sagte Toba unlängst in einem Interview.

dpa

 

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