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19.10.2016, 14:08

Die etwas andere Saisonbilanz

DTM 2016: Das Jahr der verprügelten Meister

Die DTM-Saison 2016 ist seit dem Wochenende Geschichte. Geschichten über den neuen Meister Marco Wittmann (BMW) hat es zur Genüge gegeben. Im Schatten seines Titelduells mit Edoardo Mortara (Audi) kamen einige Fahrer heftig unter die Räder - unter ihnen fünf ehemalige Champions.

Haben die DTM nach einer verkorksten Saison verlassen: Die Ex-Champions Timo Scheider (li.) und Martin Tomczyk.
Haben die DTM nach einer verkorksten Saison verlassen: Die Ex-Champions Timo Scheider (li.) und Martin Tomczyk.
© imagoZoomansicht

Ausgerechnet also für eine Reihe von Fahrern, die als ehemalige Champions einen großen Namen tragen, lief die Saison 2016 ganz besonders schlecht. Gary Paffett (11. im Abschlussklassement), Bruno Spengler (15.), Mike Rockenfeller (19.), Martin Tomczyk (21.) oder Timo Scheider (22.) ist jedenfalls kaum ein Lächeln abzuringen beim zornigen Blick zurück. Ihnen gelang seit dem Saisonstart Anfang Mai in Hockenheim wenig, in jedem Falle weit weniger als das, was sie sich selbst vorgenommen hatten.

Zumindest zwei von ihnen haben die Konsequenz daraus gezogen oder wurden dazu gezwungen. Martin Tomczyk, Champion 2011, erkannte die Zeichen der Zeit im rechten Moment, als er im September seinen Abschied aus der DTM verkündete. Beim Finale am Wochenende in Hockenheim war ihm die Erleichterung darüber anzumerken: "16 Jahre in diesem Umfeld sind unglaublich", sagte Tomczyk zum kicker, "und ganz ehrlich: Es steht mir hier." In diesem Moment fährt der ausgestreckte Zeigefinger unzweideutig von links nach rechts oberhalb der geschlossenen Lippen entlang. Aber Tomczyk (34) bleibt auch in Zukunft Rennfahrer, weil er die Möglichkeiten innerhalb des Konzerns erkannte: Als BMW-Werkspilot in der Langstrecken-WM "wird mein Terminkalender vermutlich noch voller sein, als er das bisher war".

Acht Piloten erlebten keine einzige Siegerehrung auf dem Podest

Der Bayer aus Rosenheim belegte in der Hälfte aller Rennen 2016 einen Startplatz zwischen Rang 20 und 24. Durchschnittlich Startplatz 19,1 - da ist es nicht einfach, seine Motivation aufrechtzuerhalten. Als einer von acht Fahrern (außer ihm noch Maximilian Götz, Daniel Juncadella, Esteban Ocon, René Rast, Mike Rockenfeller, Felix Rosenqvist und Timo Scheider) erlebte Tomczyk keine einzige Siegerehrung auf dem Podest. Dieselben Fahrer (plus Maxime Martin) waren es im Übrigen auch, die kein einziges Mal einen Startplatz in den Top-3 erreichten. Das Trio Tomczyk/Scheider/Rockenfeller findet sich ebenso am falschen Ende der Tabelle, wenn es um Rennen ohne Meisterschaftspunkte geht: Tomczyk und Rockenfeller verpassten in 13 von 18 Rennen einen Platz in den Top-10, Timo Scheider gar 14-mal.

Ein Blitz aus blauem Himmel trifft Scheider

Scheider, Meister 2008 und 2009, hatte im Gegensatz zu Tomczyk trotz seiner 37 Jahre keinen Gedanken an den Ausstieg verschwendet, als ihn telefonisch der Hammer traf. Der fernmündliche Bescheid, künftig keinen Platz mehr zu haben im DTM-Team von Audi, traf ihn unmittelbar vor dem Saisonfinale wie ein Blitz aus blauem Himmel. Die Gefahr ist groß, dass sich Scheider mit seinem demonstrativen Unmut Feinde im Konzern gemacht hat, die ihn aufs Abstellgleis schieben werden. Dabei bräuchte die Serie dringend Typen wie Scheider, die auch mal auf stets politisch korrekte Formulierungen zu verzichten bereit sind.

Zweimal Pole, zweimal letzter Startplatz: Mercedes-Pilot Lucas Auer.
Zweimal Pole, zweimal letzter Startplatz: Mercedes-Pilot Lucas Auer.
© imago

Gleich elf der insgesamt 26 in dieser Saison zum Einsatz gekommenen DTM-Fahrer hatten das zweifelhafte Vergnügen, mindestens einmal am Start auf dem letzten Platz zu stehen. Dass es den bemitleidenswerten Tomczyk dabei (ebenso wie Lucas Auer, Augusto Farfus, Maximilian Götz, Daniel Juncadella, Esteban Ocon und Christian Vietoris) gleich doppelt traf, ist fast schon keine Überraschung mehr. Eher schon die Tatsache, dass gleich drei Fahrer den Verdruss des letzten Startplatzes ebenso zu verdauen hatten, wie sie in den Genuss der Pole-Position kamen: Der junge Österreicher Lucas Auer hatte in seinem Mercedes zweimal das gesamte Feld im Rücken (Lausitzring 2, Nürburgring 2), musste der kompletten Meute aber auch zweimal hinterherhetzen (Hockenheim 1 und Hockenheim 3).

Beide Extreme kosteten auch Gary Paffett (Pole in Moskau 1, Letzter am Norisring 2) und Christian Vietoris aus, der am Norisring 1 auf Platz eins stand, in Spielberg 1 und Moskau 1 jedoch als "Besenwagen" fungierte. Interessant auch, dass es in dieser Statistik ausschließlich Mercedes-Fahrer traf.

In der DTM sitzt Kollege Zufall mit am Lenkrad

Doch auch das ist ein Charakteristikum der DTM, in der vieles nicht leicht erklärbar ist. Oder könnte sich jemand vorstellen, dass ihre Formel-1-Kollegen Lewis Hamilton und Nico Rosberg heute auf Pole fahren (was sie oft tun), dann aber wieder das Ende zieren? Manchmal, dieser Eindruck drängt sich geradezu auf, sitzt in der DTM Kollege Zufall mit am Lenkrad. Bei allem Verständnis dafür, dass man sich in der DTM ein enges, ausgeglichenes Feld wünscht: Ein wenig deutlicher und häufiger dürften die - durchaus vorhandenen - Leistungsunterschiede zwischen den Fahrern schon zu Tage treten. Wer weiß, ob dann nicht so mancher Ex-Meister auch 2016 positive Akzente hätte setzen können.

Stefan Bomhard

 

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