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02.02.2015, 05:35

Super Bowl XLIX: Alle wollten Lynch, doch Wilson warf

König Brady - Seattles wirres Wagnis

Ein enorm spannendes und teils nervenzerreißendes Spiel endete im Spektakel des Super Bowls 49 mit 28:24 für New England um Rekord-Quarterback Tom Brady. Inmitten von jubelnden Patriots befand sich auch Sebastian Vollmer, der als erster deutscher Spieler die Vince Lombardi Trophy gewann. Ebenfalls auf dem Feld: Tragische Verlierer aus Seattle, die 20 Sekunden vor dem Ende noch selbst die Chance auf den großen Wurf hatten. Fatalerweise wurde auch geworfen, was für arge Verwunderung allerorts sorgte. Eine unnötige Schlägerei gab es auch noch.

Tom Brady
Zum vierten Mal auf dem NFL-Thron: Tom Brady.
© Getty ImagesZoomansicht

Die letzten Minuten des vierten Quarters hatten es in sich. Mehr Action ging nicht: Nachdem der amtierende Meister Seattle zwischenzeitlich bis auf 24:14 davongezogen war, zeigte New Englands Spielmacher Tom Brady seine Killer-Qualitäten als "Comeback-Kid". Es folgten zunächst zwei Touchdown-Pässe des 37-Jährigen auf Danny Amendola und den an diesem Tag überragenden Julian Edelman (neun Receptions, 109 Yards, ein TD). Plötzlich stand es 2:02 Minuten vor dem Ende 28:24 für die Patriots.

Und nun? Seattle schickte sich mit Quarterback Russell Wilson (247 Yards, zwei TDs, eine Int.) an, den spielgewinnenden Drive zu starten. Ansehnlich startete dieser mit First Downs, mit einem Nackenschlag sollte er enden: 20 Sekunden vor dem Ende stand die Offense der Seahawks ganz Nahe an der Endzone. Wilson nahm den Snap gut auf und warf zum späteren Entsetzen aller Fans einen mittigen Pass in Richtung Wide Receiver Ricardo Lockette. Es schlug die Sekunde von New Englands Strong Safety Malcolm Butler, der sich das "Ei" schnappte und die spielentscheidende Interception verbuchte. Auf sämtlichen sozialen Netzwerken wie Twitter brach nun ein regelrechter Sturm der Verwunderung aus: Warum sagte der Offensive Coordinator Darrell Bevell einen Pass an? Warum wurde nicht der im Spiel immer besser werdende Running Back Marshawn Lynch mit einem Rush geschickt? "Beast Mode" vor Pass, so der allgemeine Ton der Medien und Football-Fans. Eines ist sicher: Vorwürfe in diese Richtung muss sich Seattle in den nächsten Tagen gefallen lassen.

Russell Wilson
Schlich nach seinem Fehler geknickt vom Feld: Seattles Spielmacher Russell Wilson.
© Getty Images

Außerdem "glänzte" der amtierende Meister daraufhin mit Unsportlichkeit: Brady & Co. wollten abknien und die Zeit zum mittlerweile ohnehin sicheren Sieg auslaufen lassen, da explodierte plötzlich die Stimmung und eine gewaltige Keilerei brach aus. Zahlreiche Spieler schubsten und schlugen sich teilweise, ehe das Schiedsrichtergespann die Beteiligten wieder beruhigen konnte.

Keilerei auf dem Feld
Seattles Bruce Irvin und Rob Gronkowski (rechts) gehen aufeinander los.
© Getty Images

Bradys Schritt in die "Hall of Kings"

Wenig später war aber Schluss und Ikone Brady, einst im Jahr 2000 erst in der sechsten Runde an Stelle 199 von den "Pats" gezogen, feierte seinen vierten Super-Bowl-Triumph. Damit zog er mit den besten Quarterbacks aller Zeiten gleich: Joe Montana (San Francisco 49ers) und Terry Bradshaw (Pittsburgh Steelers), ebenso jeweils mit vier Ringen bestückt.

New Englands Spielmacher (328 Yards, vier TDs, zwei Int.), der zudem zum MVP der Partie gewählt wurde, zeigte sich mit der Trophäe in der Hand und unter Konfettiregen sichtlich vom Erfolg berührt: "Wir haben nie an uns gezweifelt. Wir haben Stärke bewiesen. Wir haben meistens gut gespielt, auch wenn ich zwei Picks geworfen habe. Es war unglaublich und ein großartiger Mannschaftssieg. Außerdem möchte ich meiner Familie, meinen Freunden und den Teamkollegen für ihre Unterstützung danken. Dieser Titel ist für euch." Auch Butler, der entscheidende Abfänger bei der letzten Interception, war kaum vor Euphorie zu bremsen: "Ich hatte so eine Vision, dass ich ein Big Play machen würde. Ich kann unseren Erfolg gerade aber nicht erklären, es ist verrückt."

Vollmer ist überglücklich

Sebastian Vollmer (links) und Tom Brady
Beschützer und Chef: Sebastian Vollmer (links) und Tom Brady.
© Getty ImagesZoomansicht

Überglücklich war natürlich auch Right Tackle und Brady-Beschützer Vollmer, der als erster deutscher Footballer den Super Bowl gewann. "Ich habe keine Worte. Es ist der Wahnsinn", sagte Vollmer direkt nach dem Spielende beim TV-Sender Sat.1. Der gebürtige Düsseldorfer erreichte in seinem sechsten NFL-Jahr das Ziel seiner Träume und machte die Enttäuschung von 2012 vergessen, als er und seine Patriots im Endspiel an den New York Giants gescheitert waren (17:21). Zuvor hatte es nur Uwe von Schamann als Deutscher zum Super Bowl geschafft, unterlag als Kicker aber zweimal mit den Miami Dolphins (1983, 1985).

Linebacker Björn Werner von den Indianapolis Colts sieht im Sieg von Landsmann Vollmer auch ein neues Football-Level in Deutschland erreicht: "Football wird in Deutschland immer größer. Es wird mittlerweile immer mehr übertragen und nun haben die Medien mit Vollmer auch einen ersten Helden."

Via Sky Sport News HD sagte eben jener "Held": "Als Sportler ist es der Wahnsinn für mich. Was es für den deutschen Football-Fan bedeutet, das weiß ich nicht. Wenn jetzt jemand mit Football anfängt, dann wäre das super."


Die Super-Bowl-Sieger seit dem Jahr 2000:

2015: New England Patriots (28:24 gegen die Seattle Seahawks)
2014: Seattle Seahawks (43:8 gegen die Denver Broncos)
2013: Baltimore Ravens (34:31 gegen die San Francisco 49ers)
2012: New York Giants (21:17 gegen die New England Patriots)
2011: Green Bay Packers (31:25 gegen die Pittsburgh Steelers)
2010: New Orleans Saints (31:17 gegen die Indianapolis Colts)
2009: Pittsburgh Steelers (27:23 gegen die Arizona Cardinals)
2008: New York Giants (17:14 gegen die New England Patriots)
2007: Indianapolis Colts (29:17 gegen die Chicago Bears)
2006: Pittsburgh Steelers (21:10 gegen die Seattle Seahawks)
2005: New England Patriots (24:21 gegen die Philadelphia Eagles)
2004: New England Patriots (32:29 gegen die Carolina Panthers)
2003: Tampa Bay Buccaneers (48:21 gegen die Oakland Raiders)
2002: New England Patriots (20:17 gegen die St. Louis Rams)
2001: Baltimore Ravens (34:7 gegen die New York Giants)
2000: St. Louis Rams (23:16 gegen die Tennessee Titans)

mag/sid

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