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02.02.2013, 19:33

NFL: Die Harbaugh-Brüder messen sich im Super Bowl

"Battle of the Brothers" im Super Dome

Erstmals in der Geschichte der National Football League treffen in der Nacht von Sonntag auf Montag (0.15 Uhr MESZ, LIVE! bei kicker.de) zwei Brüder in Trainerfunktion im Super Bowl aufeinander. John und Jim Harbaugh kämpfen mit den Baltimore Ravens beziehungsweise den San Francisco 49ers um die begehrte Trophäe. Doch die Begegnung beinhaltet noch mehr pikante Geschichten als nur den "Battle of the Brothers".

Der Superdome in New Orleans begrüßt die Fans der 49ers und Ravens zum großen Endspiel.
Der Superdome in New Orleans begrüßt die Fans der 49ers und Ravens zum großen Endspiel.
© Getty Images

DER SCHAUPLATZ

New Orleans begrüßt die beiden Teams, im Super Dome geht's um den Super Bowl. Der Endspielort erinnert die Amerikaner natürlich auch an eine der schlimmsten Tragödien der jüngsten Geschichte. Dort, wo am Wochenende das größte Glanz-und-Glamour-Sportevent des Jahres steigt, kämpften 2005 nach Hurrikane Katrina noch unzählige Menschen ums Überleben. Am Ufer des Mississippi suchten im damaligen Spätsommer Zehntausende verzweifelt Zuflucht vor den Wassermassen, 80 Prozent der Stadt waren überflutet. Die Arena bot vielen Zuflucht, geriet aber selbst in Mitleidenschaft durch die Naturgewalten. Die Reparatur kostete mehr als 200 Millionen Dollar. "Es ist schön, den Superdome wieder in einer solch großartigen Form zu sehen", betont Baltimores Coach John Harbaugh.

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DIE QUARTERBACKS

John Kaepernick trifft auf Joe Flacco. Zwei grundverschieden Typen messen sich in den Spielmacherrollen. Kaepernick ist der Shooting-Star der "Niners". Er kann werfen und mit seinem bulligen Körper auch gut laufen. Der in Wisconsin in einer Familie voller Packers-Anhänger aufgewachsene Kaepernick kann sich als 25-Jähriger kaum noch an San Franciscos letzten Super-Bowl-Triumph vor 18 Jahren erinnern. Kaepernick soll den Kaliforniern den sechsten Titel bringen. Frühere Helden der Franchise geben gute Ratschläge: "Mach einfach weiter so", sagte beispielsweise Steve Young (51), heute wie so viele TV-Experte. Er führte die 49ers 1995 als Nachfolger des legendären Joe Montana (vier Titel zwischen 1980 und 1990) zum Titelgewinn. Mit einem Sieg könnte Kaepernick in den Kreis der beiden Vorgänger vorpreschen - eine High-Speed-Karriere wäre das, nachdem er zu Saisonbeginn nur Nummer zwei hinter Alex Smith war.

"Ich versuche einfach, einen klaren Kopf zu behalten, und arbeite weiter. Jetzt ist die Zeit, in der man am härtesten arbeiten muss." Unaufgeregt, nur nach außen exzentrisch erscheindend - so kommt "Joe Cool Jr." daher (Joe Cool Sen. war Joe Montana). Gut vorstellbar, dass Kaepernick zu Wochenbeginn den Triumphzug in den "Cable Cars" von Downtown San Francisco anführen wird. Montana selbst traut dem Youngster den großen Wurf zu: "Bei Kaepernick spricht jeder davon, dass er immer besser wird. Sie sind im Moment sehr gefährlich."

Doch Vorsicht: Kaepernicks Gegenüber Joe Flacco spielt in der Form seines Lebens! Dass er sich zu Beginn der Play-offs als Nummer eins bezeichnet hatte, sorgte damals für einen Brüller. Inzwischen nimmt man Flacco ernst. Er spielt eine der besten Postseasons in der Geschichte der Liga. Die Zahlen des 28-Jährigen: Acht Touchdown-Pässe, null Interceptions. Insgesamt landete seit 19 Vierteln (162 Pässe) kein Ball mehr in den Armen der Gegner. In punkto Selbstbewusstsein ist Flacco derzeit kaum zu toppen. Am gefährlichsten wird er, wenn er die Tiefe sucht. Außerdem ist Flacco sehr beweglich.

DIE TRAINER

"Harbowl" - John gegen Jim, der große gegen den kleinen Bruder. Das gab's noch nie. Inzwischen sind auch die Eltern prominent, werden auf Pressekonferenzen und in Talkshows nach dem Geheimnis gefragt, wie man zwei solch talentierte Trainer groß ziehen kann.

John und Jim (re.) - die Harbaugh-Brüder treffen sich am Sonntag nicht bei den Eltern, sondern im Super Dome von New Orleans.
John und Jim (re.) - die Harbaugh-Brüder treffen sich am Sonntag nicht bei den Eltern, sondern im Super Dome von New Orleans.
© Getty Images

Aus Kinderzimmergerangel ist nun ein Trainer-Duell auf höchster Ebene geworden. John (50) coacht die Ravens, der frühere Quarterback Jim (48) die "Niners". "Das wird ein Spaß für unsere Familie", betonte der Ältere, dessen Team als knapper Favorit gehandelt wird. Bei allem Respekt vor dem anderen und dessen Leistung wollen natürlich beide gewinnen. Und wie geht man danach mit dem Sieg, der Niederlage um?

"Wir werden uns dann sicherlich irgendwann in der Saisonpause zum Golfen treffen - dann gibt's die Chance zur Revanche für den Unterlegenen", sagte Jim, der sich selbst als "halb so gut wie John" bezeichnet. "Aber ich gebe mir Mühe." "Jim versucht nur, mich einzulullen", kontert John. Bemerkenswert auch: Jims ältester Sohn Jay arbeitet als Fitness-Trainer für Johns Ravens.

Und natürlich bemerkenswert - Mama Jackie: "Für mich persönlich war die Geburt unserer Kinder und später unserer Enkel viel wichtiger."

Auf dem Feld trafen sich die Brüder bislang einmal: Im November 2011 gewann John mit seinen Ravens mit 16:6. Die Eltern verhielten sich damals neutral und werden es auch diesmal tun.

DER PROTAGONIST

Neben den Quarterbacks und den Trainern steht vor allem ein Spieler der Ravens im Fokus: Ray Lewis. Im Finale endet die 17-jährige NFL-Karriere des Routinier, der zweite Meisterschaftstitel soll die Krönung bilden. Der Linebacker will danach "in den Sonnenuntergang fahren und ein schönes Leben haben". Lewis ist das Gesicht des Vereins, dank seiner ebenso emotionalen wie engagierten Spielweise der große Fanliebling.

Bei den Personalgeschichten über ihn fehlt aber auch der Verweis auf die Super-Bowl-Party am 31. Januar 2000 nicht, als er vor einem Nachtclub in Atlanta mit zwei Freunden in eine Messerstecherei verwickelt war - zwei Menschen starben. In seinem Auto wurden Blutspuren eines Opfers sichergestellt und Lewis daraufhin des zweifachen Mordes angeklagt. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Mittlerweile trüben Dopingvorwürfe seine Laufbahn. Er soll seinen zu Saisonbeginn angerissenen Trizeps-Muskel mit einem verbotenen Hirschgeweih-Extrakt behandelt haben, bestritt dies jedoch vehement. "Niemals."

THEMA DANEBEN BENEHMEN

Chris Culliver, Cornerback der 49ers, sorgte im Vorfeld vor dem Finale mit homophoben Aussagen im Radio für einen Eklat. "Nee, wir haben keine Schwulen in unserem Team. Wenn das welche machen, müssen die verschwinden", sagte der 24-Jährige in einer Radio-Show: "Ich kann mit diesen Süßen nicht in einer Umkleide sein." Sollte es schwule Spieler in seinem Team geben, sollten diese das für sich behalten und erst "zehn Jahre später» damit rauskommen".

Die 49ers reagierten sofort und distanzierten sich von den Aussagen ihres Cornerbacks. "Es gibt im Klub keinen Platz für irgendeine Form der Diskriminierung."

02.02.13
 

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Vereinsdaten

Vereinsname:Baltimore Ravens
Anschrift:Baltimore Ravens
1101 Russell Street
Baltimore, Maryland, USA 21230 (410) 547-8100
Internet:http://www.baltimoreravens.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:San Francisco 49ers
Anschrift:San Francisco 49ers
4949 Centennial Boulevard
Santa Clara, California, USA 95054
Internet:http://www.sf49ers.com/

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