
Es war eine Galavorstellung des Titelverteidigers. Vor allem die Defensive von "Big Blue" drückte dem Spiel bei den 49ers den Stempel auf und brachte Hausherren-Spielmacher Alex Smith schier zum Verzweifeln. Die mit dem deutschen Verteidiger Markus Kuhn angetretenen Gäste von der Ostküste fingen gleich drei Pässe des Quarterbacks ab und brachten Smith sechs Mal durch einen Sack zu Fall.
Die Folge: Smiths Gegenspieler Eli Manning verlebte einen relativ geruhsamen Nachmittag und musste seine Passing-Yard-Maschine nicht wie gewohnt anwerfen. Moderate 15 von 28 Wurfversuchen brachte der Meistermacher an den Mann, überbrückte dabei 193 Yards und fand "Salsa-Tänzer" Victor Cruz einmal in der Endzone. Dieser Touchdown brachte nach einem 0:3-Rückstand im ersten Viertel die Wende zum Guten für die Giants, die auch dank vier Field Goals von Lawrence Tynes und einem Lauf in die Endzone von Ahmad Bradshaw (27 Läufe, 116 Yards) mit 26:3 im "Candlestick" triumphierten.
Durch den Sieg schraubte der Champion seine Bilanz auf vier Siege bei zwei Niederlagen. New York ist damit Erster in der engen NFC East. Auch San Francisco steht bei 4:2, liegt in der NFC West gemeinsam mit den Arizona Cardinals und den Seattle Seahawks vorn.
An Ort und Stelle hatte das Team von Coach Tom Coughlin schon im NFC-Finale der Vorsaison gewonnen und war in den Super Bowl eingezogen.
Die Seahawks setzten sich durch einen späten Touchdown nach 10:20-Rückstand noch mit 24:23 gegen Titelanwärter New England Patriots um den deutschen Offensive Tackle Sebastian Vollmer durch. Der dreimalige Meister rutschte dadurch auf 3:3-Siege ab. Kurios gestaltet sich die Gruppe der "Pats": Alle vier Teams haben die selbe Bilanz nach sechs Spielen. Das lag auch daran, dass die drei Konkurrenten allesamt gewannen.
Die New York Jets zeigten nach zuletzt katastrophalen Leistungen eine Reaktion und bezwangen die Indianapolis Colts deutlich mit 35:9. Der in der Kritik stehende Quarterback Mark Sanchez agierte diesmal fast fehlerfrei (11/18, 82 Yards, zwei TD-Pässe, keine Interception), wenngleich auch ohne großes Risiko. Mann des Tages war Running Back Shonn Greene, der das Ei satte 32 Mal über insgesamt 161 Yards trug und dreimal die gegnerische Endzone erreichte. Auch die Miami Dolphins und die Buffalo Bills egalisierten ihren Bilanz durch knappe Siege über St. Louis bzw. in Arizona.
Bei 6:0-Siegen stehen die Atlanta Falcons, die jedoch mächtig um ihre weiße Weste bangen mussten. Zu viele Fehler leistete sich das Team vor allem in der Anfangsphase des Heimspiels gegen die Oakland Raiders. Quarterback Matt Ryan unterliefen drei Interceptions. Am Ende halfen Defensive und "Special Teams" mit, Asante Samuel trug einen "Pick" über 79 Yards in die Endzone und Kicker Matt Bryant schoss seine Falcons durch ein 55-Yard-Field-Goal in der Schlusssekunde zum 23:20-Sieg.
Die Baltimore Ravens und die Houston Texans liegen derweil bei 5:1-Siegen. Während die Ravens ihr Heimspiel gegen die Dallas Cowboys hauchdünn mit 31:29 gewannen, verloren die Texans zu Hause mit 24:42 gegen die Green Bay Packers.
Eine besondere Leistung verbrachte Returner Jacoby Jones beim Sieg der Ravens. Er trug einen Kick-off tief aus der eigenen Endzone über 108 Yards "nach gegenüber" und stellte dabei einen NFL-Rekord ein. Jones legte mit dem 24:13 im dritten Viertel den Grundstein zum 14. Regular-Season-Heimsieg in Folge. Da halfen den Cowboys auch insgesamt 481 Yards in der Offensive nicht und mehr als 40 Minuten Ballbesitz. Baltimore bezahlte den Sieg teuer: Die Cornerbacks Lardarius Webb (Kreuzbandriss) und Jimmy Smith (Verletzung am Knöchel) schieden ebenso verletzt aus wie Linebacker Ray Lewis (Muskelverletzung) und Defensive Tackle Haloti Ngata (Knie).
Einen unvergesslichen Abend erlebte indes Aaron Rodgers (24 von 37 über 338 Yards) von den Packers. Der Spielmacher warf gleich sechs Touchdown-Pässe und führte seine Farben zum 42:24-Sieg bei den ungeschlagenen Texans. Der Liga-MVP setzte damit eine neue Karrierebestmarke und egalisierte den Vereinsrekord (bislang Matt Flynn im vergangenen Jahr gegen Detroit). Die bislang wechselhaften Packers (3:3) zeigten ihre mit Abstand beste Saisonvorstellung.
Tennessee Titans - Pittsburgh Steelers 26:23
Atlanta Falcons - Oakland Raiders 23:20
Tampa Bay Buccaneers - Kansas City Chiefs 38:10
N.Y. Jets - Indianapolis Colts 35:9
Cleveland Browns - Cincinnati Bengals 34:24
Philadelphia Eagles - Detroit Lions 23:26 n.V.
Miami Dolphins - St. Louis Rams 17:14
Baltimore Ravens - Dallas Cowboys 31:29
Arizona Cardinals - Buffalo Bills 16:19
Seattle Seahawks - New England Patriots 24:23
San Francisco 49ers - N.Y. Giants 3:26
Washington Redskins - Minnesota Vikings 38:26
Houston Texans - Green Bay Packers 24:42
San Diego Chargers - Denver Broncos
| Heim | Gast | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Tennessee | - | Pittsburgh | 26:23 | |
Atlanta | - | Oakland | 23:20 | |
Cleveland | - | Cincinnati | 34:24 | |
Miami | - | St. Louis | 17:14 | |
NY Jets | - | Indianapolis | 35:9 | |
Philadelphia | - | Detroit | 23:26 OT | |
Baltimore | - | Dallas | 31:29 | |
Tampa Bay | - | Kansas City | 38:10 | |
Seattle | - | New England | 24:23 | |
Arizona | - | Buffalo | 16:19 OT | |
San Francisco | - | NY Giants | 3:26 | |
Washington | - | Minnesota | 38:26 | |
Houston | - | Green Bay | 24:42 | |
San Diego | - | Denver | 24:35 | |