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14.10.2012, 23:29

Aus über 39.000 Metern zurück auf die Erde

1342,8 Stundenkilometer - Schallmauer durchbrochen

Es war ein unfassbares Vorhaben, das nach den ersten Einschätzungen vollauf glückte: Felix Baumgartner hat den Sprung aus über 39.000 Metern gewagt und landete sicher im US-Bundesstaat New Mexico, von wo aus der 43-jährige Österreicher auch gestartet war. Der Extremsportler öffnete seinen Fallschirm früher als erwartet und segelte zurück auf die Erde.

Felix Baumgartner
Felix Baumgartner hat den Sprung aus über 39.000 Metern gewagt.
© imagoZoomansicht

Der mit Helium gefüllte Ballon stieg höher als geplant, bis auf mehr als 39 Kilometer. Ursprünglich wollte er bei 1200.000 Fuß (36.600 Metern) abspringen. Als er die neue Absprunghöhe erreicht hatte, klappte Felix Baumgartner das Visier herunter, ging mit seiner Crew am Boden noch einmal die Checkliste der über 30 wichtigsten Schritte vor dem Ausstieg durch.

Dann öffnete sich die Kapsel, Baumgartner legte die Beine auf die Schwelle, löste den Sicherheitsgurt. "Guter Junge, sehr gut", ermutigte ihn sein Mentor Joe Kittinger am Boden. Der mittlerweile 84-jährige US-Amerikaner betreute Baumgartner seit etwa 2009 bei der Mission "Red Bull Stratos" und war während des Aufstiegs und des Absprungs der einzige, der mit ihm kommunizierte.

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In den Sekunden vor dem Absprung ins Nichts, stellte sich Baumgartner auf die Schwelle seiner Spezialkapsel und blickte in die Tiefe. "Es ist sehr, sehr hoch", sagte er. "Eine kleine Welt. Ich komme jetzt nach Hause." Dann sprang er. Als er einige Minuten später, währenddessen er mit Kittinger sprach, sicher im US-Bundesstaat New Mexico landete, fiel er auf die Knie und reckte die Fäuste in den Himmel. Dann war auch schon ein Kamerateam bei ihm, das die letzten Meter seines Fluges im Helikopter quasi begleitete.

Kittinger war selbst ein waghalsiger Springer, der mehrere Weltrekorde aufstellte: Am 16. August 1960 sprang er aus einer Höhe von 31.332 Metern ab und stellte dabei drei Weltrekorde auf: Höchste Ballonfahrt mit offener Gondel, höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle und längster Fallschirmsprung.

Noch ist nicht ganz klar, ob Baumgartner wie geplant alle vier Weltrekorde gebrochen hat. Auf jeden Fall absolvierte er die höchste, jemals durchgeführte Ballonfahrt. Auch den Rekord des höchsten Absprungs hat Baumgartner mit dem Sprung aus über 39.000 Metern sicher. Vor allem strebte der Österreicher nach dem Rekord, ohne technisches Hilfsmittel im freien Fall die Schallmauer zu durchbrechen. Das wurde am Abend offiziell bestätigt. Der 43-Jährige habe nach ersten Daten bei freiem Fall Richtung Erde eine Höchstgeschwindigkeit von 1342,8 Stundenkilometern erreicht, sagte der Experte der Federation Aeronautique Internationale (FAI), Brian Utley, bei einer Pressekonferenz am Sonntag in Roswell. Damit war Baumgartner rund 265 Stundenkilometer schneller als der Schall. Die Mach-Zahl soll bei 1,24 gelegen haben.

Von einem möglichen Durchbruch der Schallmauer hat Baumgartner wenig mitbekommen. "Ich habe absolut keine Ahnung, ob ich Überschall geflogen bin und wenn, zu welchem Zeitpunkt", sagte der 43-Jährige. Eine Druckwelle habe er nicht mitbekommen, ansonsten sei er mit so viel anderem beschäftigt gewesen.

Felix Baumgartners Wahnsinns-Sprung
Joe Kittinger unmittelbar vor dem Start der Mission. Der mittlerweile 84-jährige US-Amerikaner stellte mehrere Weltrekorde auf: Am 16. August 1960 sprang er aus einer Höhe von 31.332 Metern ab und stellte dabei drei Weltrekorde: Höchste Ballonfahrt mit offener Gondel, höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle und längster Fallschirmsprung. Seit 2009 ist er Mentor und Berater von Felix Baumgartner beim Projekt Red Bull Stratos, das seine Rekorde herausfordert.
Mentor ohne Neidfaktor

Joe Kittinger unmittelbar vor dem Start der Mission. Der mittlerweile 84-jährige US-Amerikaner stellte mehrere Weltrekorde auf: Am 16. August 1960 sprang er aus einer Höhe von 31.332 Metern ab und stellte dabei drei Weltrekorde: Höchste Ballonfahrt mit offener Gondel, höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle und längster Fallschirmsprung. Seit 2009 ist er Mentor und Berater von Felix Baumgartner beim Projekt Red Bull Stratos, das seine Rekorde herausfordert.
© Red Bull

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Auch die Frage nach dem längsten freien Fall konnte noch nicht beantwortet werden. Den bislang existierende Rekord wurde von Baumgartners "väterlichem Unterstützer" Kittinger aufgestellt - 4,36 Minuten war der US-Amerikaner ungebremst Richtung Erde unterwegs. "Der soll bei ihm bleiben. Das hat er sich verdient", meinte Baumgartner.

Nach seiner Rückkehr auf die Erde wird Baumgartner per Hubschrauber zur Mission Control nach Roswell gebracht. Dort fallen sich Baumgartner und Kittinger erleichtert und freudestrahlend in die Arme. Weltrekordhalter unter sich.

"Mir sind gerade 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen", reagierte der Sportler nach der Landung erleichtert. Jahrelang habe er sich nervenaufreibend auf den immer wieder verschobenen Sprung vorbereitet. Als er bereits in der Kapsel saß, sei der erneute Versuch wegen Problemen mit der Visierheizung fast wieder abgebrochen worden, aber er habe springen wollen: "Das war die richtige Entscheidung."

Insgesamt sei sein Rekordsprung, bei dem er auch kurz ins gefährliche Trudeln geriet, deutlich härter als angenommen gewesen: "Ich habe kurz gedacht, ich verliere das Bewusstsein."

14.10.12
 
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