"Ich wollte eine gute Saison nur mit einer weiteren Zeit unter 13 Sekunden beenden, ich kann nicht glauben, dass ich so schnell war. Diese Zeit ist ein Schock. Es war ein perfektes Rennen vom Start bis ins Ziel", meinte Merritt nach dem Einlauf. Den Weltrekord lief er bei idealen Bedingungen mit einem Rückenwind von 0,3 m/Sekunde. Als Zweiter hatte Weltmeister Jason Richardson (ebenfalls USA) in 13,05 nicht die Spur einer Chance. Dritter wie bei Olympia wurde Hansle Parchment (Jamaika/13,14).
Der Amerikaner stellte fest: "Nach einer Reihe von Verletzungen habe ich endlich mein Potenzial freilegen können. Es ist das erste Jahr, dass alles zusammenkam." Merritt ist der erste 110-m-Hürdenläufer, der in einer Saison acht Rennen unter 13 Sekunden lief. Sieben hatte zuvor auch der nun als Weltrekordler entthronte Dayron Robles geschafft, der vier Jahre vor Merritt bei Olympia in Peking Gold gewonnen hatte.
Merritt krönte mit dem Weltrekord eine glanzvolle Saison, die mit 60-m-Hürden-Gold im März bei der Hallen-WM begonnen hatte und mit dem Olympiasieg in 12,92 Sekunden in London einen ersten Höhepunkt fand.
Minuten später rannte der sechsmalige Olympiasieger Usain Bolt in 9,86 Sekunden seine fünftbeste Saisonzeit nach den 9,63 beim Gold in London. Yohan Blake, der vor einem Jahr in Brüssel über 200 m sensationell in 19,26 Sekunden aufgetrumpft hatte, lief in 19,54 seine zweitbeste Zeit des Jahres nach den 19,44 beim Olympiasilber.
Diskus-Olympiasieger Robert Harting war nicht am Start, Peking-Olympiasieger Gerd Kanter aus Estland sicherte sich den Sieg mit 66,84 m. Martin Wierig (Magdeburg) schleuderte die Scheibe auf 66,05 und belegte den zweiten Rang. Der Este schnappte sich Platz eins in der Saisonwertung (Diamond Race) und kassierte 40.000 Dollar, dazu 10.000 für den Sieg beim Meeting. Nur Dritter wurde Litauens zweimaliger Olympiasieger Virgilijus Alekna (65,64).
Jahres-Weltbestzeit über 10.000 m lief in 26:51,16 Minuten der Kenianer Emmanuel Bett. Hinter ihm blieben vier weitere Läufer unter der bisherigen Saisonbestmarke, auf den Rängen zwei und drei auch seine Landsleute Vincent Chepkok in 26:51,68 und Kenneth Kipkemoi in 26:52,65. Junioren-Weltrekordler Alexander Menkow (Russland) gewann den Weitsprung mit 8,29 m.
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