In London war Bolt noch der große Triumphator über die 100 Meter gewesen - in Lausanne trat der schillernde Superstar über diese Distanz aber nicht an. Blake ergriff seine Chance und rannte ins Rampenlicht. Die "Bestie" gewann die 100 Meter mit persönlicher Bestzeit (9,69 Sekunden) und stahl seinem Trainingspartner damit ein wenig die Show. Blake unterbot seine bisherige Bestmarke um sechs Hundertstelsekunden und ist nach Weltrekordhalter Bolt (9,58) und dem US-Amerikaner Tyson Gay (9,69) erst der dritte Sprinter überhaupt, der die Marke von 9,70 Sekunden unterbot. Bolt, der Blake von der Aufwärmzone aus angefeuert hatte, freute sich mit seinem Landsmann und war dann auch als erster Gratulant zur Stelle. Zweiter wurde Gay mit einer Zeit von 9,83 Sekunden.
Über die 200 Meter gab sich der sechsfache Olympiasieger Bolt dann aber die Ehre und gewann mit Meeting-Rekord (19,58 Sekunden) vor Europameister Churandy Martina aus den Niederlanden (19,85).
Der Auftritt von Bolt und Blake war gewiss der Höhepunkt, dem die 17.000 Zuschauer entgegengefiebert hatten. Allerdings hatte das Meeting auch noch weitere tolle sportliche Momente zu bieten. So glückte Weltmeisterin Carmelita Jeter aus den USA über die 100 Meter der Frauen die Olympia-Revanche. Auf den letzten Zentimetern fing sie noch die London-Siegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce (Jamaika) ab und siegte nach Auswertung der Zielfotos - beide hatten dieselbe Zeit erreicht (beide 10,86).
Einen bitteren Moment erlebte Olympiasieger Aries Merritt (USA), der über die 110 Meter Hürden nach einem Fehlstart disqualifiziert wurde.
Deutsche Athleten waren im ausverkaufen Olympia-Stadion auf der Pontaise eher eine Randnotiz. Die Stabhochspringer Björn Otto und Raphael Holzdeppe scheiterten frühzeitig an der Höhe von 5,70 Metern und kamen damit beim erneuten Triumph von Olympiasieger Renaud Lavillenie aus Frankreich noch nicht einmal unter die besten Zehn. Bester Deutscher war Malte Mohr, der die 5,80 Meter übersprang.
Beim Speerwurf gingen sowohl Silbermedaillen-Gewinnerin Christina Obergföll als auch die Olympia-Dritte Linda Stahl leer aus. Obergföll wurde einen Tag nach ihrem 31. Geburtstag Vierte (63,28 Meter), Stahl Sechste (62,73). Der Sieg ging an Barbora Spotakova aus Tschechien (67,19 Meter), die Weltmeisterin Maria Abakumova aus Russland (65,80) distanzierte und damit vorzeitig als Disziplinsiegerin in der Diamond League feststeht.
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