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09.08.2012, 11:00

Kaymer versucht die Saison zu retten

Kiawah Island wartet auf die Golf-Profis

Am Donnerstag beginnt das PGA-Championship auf dem Ocean Course von Kiawah Island in South Carolina. Etwa 150 der weltbesten Golfprofis werden zum vierten und letzten Major-Turnier dieses Jahres antreten. Mit Marcel Siem und Martin Kaymer treten zwei deutsche Profis an. Während Siem relativ unbeschwert aufspielen kann, geht es für Kaymer um viel. Nach einer durchwachsenen Saison 2012 droht der Verlust der Ryder-Cup-Qualifikation und ein weiteres Abrutschen in der Weltrangliste.

Vorjahressieger: Keegan Bradley mit der Wanamaker Trophy.
Vorjahressieger: Keegan Bradley mit der Wanamaker Trophy.
© Getty ImagesZoomansicht

Am 17. Januar 1916 versammelten sich unter der Führung des legendären Walter Hagen 35 Golfprofessionals der USA und gründeten die Professional Golfers' Association of America (PGA). Daraus wurde einer der größten und profitabelsten Sportverbände der Welt. Zeitgleich beschloss die Gründungsversammlung auch die Ausrichtung einer Meisterschaft in Form eines Matchplay-Turniers. Die PGA-Championship war geboren. Kaufhaus-Magnat Rodman Wanamaker spendete für 2.580 US-Dollar dazu den Pokal. Der ist heute weltweit als Wanamaker-Trophy berühmt. Das erste Turnier wurde im Jahr 1916 im Siwanoy Country Club, Bronxville (im Staat New York) ausgetragen und sah mit Jim Barnes aus England auch gleich seinen ersten internationalen Sieger.

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Das PGA-Championship etablierte sich nach einer zweijährigen, kriegsbedingten Unterbrechung schnell zum damals dritten Major Turnier neben den US- und British-Open. Erst 1934 sollte mit dem Masters ein viertes Turnier dazu kommen. Bis 1957 blieb der Modus unverändert. Das PGA-Championship wurde im Match-Play-Format ausgetragen und sah berühmte Sieger. Walter Hagen, Gene Sarazen, Tommy Armour, Byron Nelson, Sam Snead und Ben Hogan konnten sich unter anderem in die Siegerlisten eintragen.

Seit 1958 wird das Turnier, das nach dem Vorbild der beiden Open-Tournaments auf wechselnden Plätzen abgehalten wird, als Zählspiel ausgetragen. Dow Finsterwald durfte sich 1958 mit 276 Schlägen auf dem Llanerch Country Club bei Philadelphia als erster Sieger feiern lassen. Ein langer Weg über legendäre Namen des Golfsports führt in diesem Turnier weiter bis zum Jahr 2011. Gary Player, Jack Nicklaus, Lee Trevino, Hal Sutton, Nick Price, Vijay Singh, Tiger Woods und Phil Mickelson konnten sich auf der Wanamaker-Trophy verewigen. Im Vorjahr holte sich Keegan Bradley den Siegerscheck über mehr als 1,4 Millionen Dollar ab und löste damit Martin Kaymer als Sieger ab, der 2010 das Turnier als erster Deutscher gewinnen konnte.

Jack Nicklaus
Lebende Golf-Legende: Jack Nicklaus hat das PGA-Championship zwischen 1963 und 1980 fünfmal gewonnen.
© Getty Images

Apropos Martin Kaymer: Nach einer höchstens als durchwachsen zu bezeichnenden Saison 2012 steht für den deutschen Vorzeige-Golfer aus Mettmann bei dieser Veranstaltung viel auf dem Spiel. Nicht nur, dass sein Abrutschen in der Weltrangliste, von Platz eins nach seinem Erfolg 2010 auf Platz 21 aktuell, endlich gestoppt werden muss. Da auch die europäische Konkurrenz nicht schläft, droht Martin Kaymer eine Nichtberücksichtigung für das europäische Ryder-Cup-Team. Dies wäre ein klarer Rückschritt in seiner Karriere.

Siem spielt die Saison seines Lebens

Mit Marcel Siem hat sich bei der Auflage 2012 ein zweiter deutscher Profi qualifiziert. Für ihn gelten umgekehrte Vorzeichen. Siem spielt die wohl beste Saison seiner Karriere und hat mit der "Open de France" heuer bereits ein hochdotiertes Turnier gewonnen. Ob es für einen vorderen Platz bei einem Major-Turnier reicht, ist aber nur schwer zu beantworten.

Die Favoriten auf dem Ocean Course von Kiawah Island in South Carolina rekrutieren sich überwiegend aus der Top-Ten der Weltrangliste. Allen voran der wiedererstarkte Tiger Woods nimmt einen fünften Sieg beim PGA-Championship ins Visier. Damit würde er zu den Rekordsiegern und Golflegenden Jack Nicklaus und Walter Hagen aufschließen. Immer einen Tip wert sind die beiden starken Engländer Luke Donald (Weltranglistenerster) und Lee Westwood. Die drei Sieger der Major Turniere 2012, Bubba Watson (Masters), Webb Simpson (US-Open) und Ernie Els (British Open), werden genauso hoch gewettet wie Titelverteidiger Keegan Bradley, der den Aufgalopp am vergangenen Wochenende, die Bridgestone Invitational gewinnen konnte. Dagegen spricht allerdings ein Major-Fakt der letzten Jahre: Die letzten 16 Major-Turniere sahen 16 verschiedene Sieger.

09.08.12
 
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