Die Bedingungen waren optimal, doch Kaymer fand nicht zu seinem Spiel. Der Weltranglisten-15. leistete sich sieben Bogeys - dagegen gelang ihm kein Birdie. "Es ist sehr frustrierend, auf der Range und bei den Proberunden klappen die Schläge, im Turnier nicht", sagte Kaymer.
"Wenn man wenig Selbstvertrauen hat, zieht sich das durch das ganze Spiel", bekannte Kaymer, der nicht einmal wusste, wo er ansetzen sollte, um unter Wettkampfbedingungen stabiler zu werden: "Letzte Woche bei den Scottish Open lief es gut. Ich habe keine Erklärung." Als Profi habe er noch nie solch eine enttäuschende Saison gespielt. 2010 führte er sogar acht Wochen die Weltrangliste an - in dieser Verfassung kann er froh sein, wenn er am Freitag noch den Cut schafft.
Marcel Siem erging es nur wenig besser als Kaymer, für ihn standen schlussendlich 74 Schläge zu Buche. "Die Voraussetzungen waren perfekt, aber ich habe den Driver nicht getroffen und den Putter nicht zum Laufen bekommen." Entnervt verlor der Ratinger seinen Rhythmus, landete mal im tiefen Rough, dann im Bunker und schoss einmal sogar den Ball auf eine Zuschauertribüne. Drei Birdies konnten die sieben Bogeys nicht wettmachen. "Erst hat mir die Geduld gefehlt, dann bin ich verkrampft", schimpfte der 32-Jährige, der vorerst auf Platz 117 liegt.
Superstar Woods dagegen startete stark und beendete den ersten Tag bei dem mit fünf Millionen Pfund (6 333 000 Euro) dotierten Turnier mit 67 Schlägen (vier Birdies/ein Bogey) zum Start.
Der 14-malige Major-Gewinner Woods hat seinen vierten Titel bei dem ältesten Major im Visier und würde bei einem Sieg am Sonntag wieder die Nummer 1 der Welt werden. Zuletzt führte er am 31. Oktober 2010 die Rangliste an. "Ich hatte einen guten Start, der Platz spielte sich sehr gut heute", sagte der 36-Jährige, der die silberne Rotweinkanne ("The Claret Jug") 2000, 2005 und 2006 mitnehmen durfte. Nur die Grüns waren Woods nach dem vielen Regen noch zu langsam für sein Puttspiel.
Die Führung auf dem schwierigen Dünenplatz mit 206 Bunkern übernahm der Australier Adam Scott mit einer 64. "Ich habe mir einfach vorgestellt, es ist schon der Schlusstag und alles gegeben", erzählte der 32-Jährige. "Aber ich habe nicht erwartet, dass das Wetter so ruhigbleibt. Das wird sich sicher noch ändern."
1. Adam Scott (Australien) 64 Schläge; 2. Paul Lawrie (Schottland), Zach Johnson (USA) und Nicholas Colsaerts (Belgien) alle 65; 5. Brandt Snedeker (USA) 66; 6. Ernie Els (Südafrika), Bubba Watson (USA), Graeme McDowell (Nordirland), Tiger Woods (USA), Toshinori Muto (Japan), Rory McIlroy (Nordirland), Steve Stricker (USA) und Peter Hanson (Schweden) alle 67; ...115. Marcel Siem (Ratingen) 74; 150. Martin Kaymer (Mettmann) 77
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