Hochsprung-Ass Friedrich trat nicht zur Hochsprung-Qualifikation an, weil sie an Magenproblemen leidet. Die 28-jährige Frankfurterin muss damit immer mehr um ihre Olympia-Teilnahme bangen. Die Weltmeisterschafts-Dritte von 2009 wollte bei der EM die Olympia-Norm von 1,95 Meter schaffen. In dieser Saison steht ihre Bestleistung bei 1,92 Meter.
Zuletzt scheiterte die deutsche Rekordhalterin (2,06 Meter) und frühere Hallen-Europameisterin bei einem Meeting am vergangenen Samstag in Erfurt an der geforderten London-Norm. Nach ihrer Zwangspause 2011 wegen eines Achillessehnenrisses hat sie ihre Bestform noch nicht gefunden. Ihre letzte Chance, das Olympia-Ticket zu ergattern, muss sie somit am kommenden Sonntag in Eberstadt wahrnehmen. Die letzte Nominierungsrunde des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ist am 4. Juli.
"Die Untersuchung hat Kreuzband- und Außenbandriss bestätigt", erklärte am Dienstagabend Peter Schmitt, Mediendirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Menga, der sich am Dienstag bei Startübungen im Training verletzte, wird am Donnerstag in München operiert. Ihm droht eine einjährige Zwangspause. Bitter für den 24-Jährigen, der sich in diesem Jahr auf 20,33 Sekunden verbesserte und als Kandidat für einen Podiumsplatz in Helsinki galt.

"Das ist persönlich sehr tragisch, weil er als Vierter der Meldeliste für eine Medaille infrage kam", meinte Sportdirektor Thomas Kurschilgen. Es ist bereits der sechste deutsche Athlet, der seit der Nominierung acht Tage zuvor ausfällt. Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo (Saarbrücken), 100-m-Hürden-Mitfavoritin Carolin Nytra (Mannheim), Kugelstoßer Ralf Bartels (Neubrandenburg), 400-m-Hürdenläufer Silvio Schirrmeister (Chemnitz) und über 10.000 m André Pollmächer (Düsseldorf) können ebenfalls in Helsinki nicht an den Start gehen.
Insgesamt kämpfen bei der ersten Leichtathletik-EM in einem Olympia-Jahr 1342 Sportler aus 50 Ländern in 42 Disziplinen bis Sonntag um Medaillen.
Positive Nachrichten gab es am Mittwochmorgen dann aber auch. Kugelstoßfavorit David Storl hat mit Maßarbeit das Finale am Freitag erreicht. Mit 20,30 m erzielte der 21 Jahre alte Weltmeister aus Chemnitz im ersten Versuch exakt die Weite, die in der Qualifikation verlangt wurde. Mit 21,13 m führt Storl die Rangliste der für die EM gemeldeten Athleten an. "Ich habe mir in dieser Saison bislang ein gutes Niveau aufgebaut. Das gilt es jetzt, bis zu Olympia weiter auszubauen", so Storl, der jedoch in Helsinki nicht mit einem Spaziergang zum Titelgewinn rechnet. "Es ist schon gute Konkurrenz da."

Einen starken Auftakt erwischte auch die Titelverteidigerin Verena Sailer. In der persönlichen Saisonbestzeit von 11,14 Sekunden sprintete die Mannheimerin ins Halbfinale von Helsinki. Sailer gewann am Mittwoch souverän ihren Vorlauf. Weiter kamen auch Tatjana Pinto (Münster/11,41) und Anne Cibius (Mannheim/11,40) in ihren Ausscheidungsrennen. Schneller als Sailer war nur die frühere Hallen-Europameisterin über 200 Meter, Iwet Lalovw aus Bulgarien, mit 11,06 Sekunden. Sailer hatte vor zwei Jahren in Barcelona in 11,10 Sekunden Gold gewonnen. Das Halbfinale findet an diesem Mittwochabend statt, die Medaillen werden am Donnerstag vergeben.
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