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12.06.2012, 14:21

Am Golden Gate steigt das zweite Major des Jahres

Die 112. US-Open werfen ihre Schatten voraus

Am Donnerstag beginnen im Olympic Club von San Francisco die 112. US-Open im Golf. Die gesamte Weltelite lässt sich dieses Major-Turnier nicht entgehen und tritt für Ruhm, Ehre und ein Preisgeld von gut 1,4 Millionen Dollar an der Bay Area an. Mit Martin Kaymer ist auch der deutsche Topspieler am Start. Dem Mettmanner werden nur Außenseiterchancen eingeräumt. Alex Cejka, dem zweiten deutschen Starter, werden nicht so große Vorschusslorbeeren zu teil.

Tiger Woods and Jack Nicklaus Anfang Juni nach dem Turniersieg des ehemaligen Weltranglistenersten beim Memorial Tournament.
Tiger Woods and Jack Nicklaus Anfang Juni nach dem Turniersieg des ehemaligen Weltranglistenersten beim Memorial Tournament.
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Die Geschichte

Am 5. Oktober 1895 wurde von der United States Golf Association (USGA) das Pendant zu der schon lange erfolgreich ausgetragenen British Open aus der Taufe gehoben. Analog dazu wurde der Name gewählt: United States Open Championship - kurz US-Open. Im Verlauf der Jahre entwickelte sich das, erstmals in Newport, Rhode Island, ausgetragene Turnier zu einem Klassiker im Golfkalender und - nach dem ersten Weltkrieg - zu einem der vier Major-Turniere. Dabei einen Sieg zu landen, ist im Leben eines Golfprofis schon ein absolutes Highlight. Einen Erfolg zu wiederholen heißt, in den Olymp des Sports aufzusteigen. Dominierten in den ersten Jahren bis 1910 noch die Briten das Turnier, übernahmen die US-Amerikaner noch vor dem ersten Weltkrieg das Kommando und ließen nur selten einen "Ausländer" als Sieger zu. Seit 1895 (Horace Rawlings) gab es bei 111 Auflagen 79 Mal einen Sieger aus den USA. Überhaupt verteilt sich die Nationenwertung bei den US-Open sehr schmal:

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USA 79 Titel
Großbritannien 23 Titel (davon 13 Schottland, 6 England, 2 Nordirland, 2 Jersey)
Südafrika 5 Titel
Australien 2 Titel
Neuseeland 1 Titel
Argentinien 1 Titel


Der Platz

Traditionell ist der Austragungsort der US-Open, analog zum britischen Vorbild, nicht statisch, sondern wechselt von Jahr zu Jahr den Platz. Die 112. Auflage im Jahr 2012 findet im Olympic Club in San Francisco, Kalifornien, statt. Speziell der Lake Course wurde für die weltbesten Golfer überarbeitet, renoviert und neu hergerichtet. Dabei wurde er speziell für das wichtige Turnier von Par 71 auf Par 70 heruntergesetzt. Bereits zum fünften Mal trägt der San Francisco Olympic Club im Jahr 2012 die US-Open aus. Bei den ersten vier Events gewannen jeweils US-Amerikaner (1955 Jack Fleck, 1966 Billy Casper, 1987 Scott Simpson, 1998 Lee Janzen). Damit steigt der Club aus Kalifornien in die Spitzengruppe der Austragungsorte auf:

8 Oakmont Country Club - 1927, 1935, 1953, 1962, 1973, 1983, 1994, 2007.
7 Baltusrol Golf Club - 1903, 1915, 1936, 1954, 1967, 1980, 1993.
6 Oakland Hills Country Club - 1924, 1937, 1951, 1961, 1985, 1996.
5 Winged Foot Golf Club - 1929, 1959, 1974, 1984, 2006.
5 Pebble Beach Golf Links - 1972, 1982, 1992, 2000, 2010.
5 Olympic Club - 1955, 1966, 1987, 1998, 2012


Das Feld

Ein Major-Turnier vom Status der US-Open hat es natürlich nicht nötig, die Golfstars mit hohen Dotierungen zu locken. Trotzdem werden die Sieger und Topplatzierten nicht verarmt nach Hause gehen. Anders als bei den üblichen Turnieren steht die Teilnahme an den US-Open prinzipiell jedermann frei. Man muss sich nur über einen wahren Qualifikationsmarathon einen der raren Plätze im Spielerfeld sichern. Zu den Favoriten wird man dann allerdings nicht zählen. Die Namen der Top-Vorgewetteten sind die üblichen Verdächtigen. Natürlich Tiger Woods, der mit seinem vierten Sieg zu den Top-Spielern des Turniers (Willie Anderson, Bobby Jones, Ben Hogan und Jack Nicklaus) aufschließen würde. Ferner sind Luke Donald, Titelverteidiger Rory McIlroy, Lee Westwood, Bubba Watson, Jason Dufner und Zach Johnson zu nennen. Die vier Runden vom 14. bis zum 17. Juni werden aber sicherlich einen würdigen Sieger küren.


Die Besonderheit

Bei den US-Open gibt es, wie bei jedem anderen Golfturnier, bei Gleichstand an der Spitze nach 72 Löchern ein Stechen. Allerdings wird dies nicht, wie üblich, im "Sudden Death" ausgetragen. Die schlaggleichen Spieler müssen am Montag nach der Schlussrunde noch einmal zu einer vollen Runde über 18 Löcher antreten. Dies passierte zuletzt 2008, als Tiger Woods Rocco Mediate an Tag fünf in die Knie zwang.

12.06.12
 
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