Diese Saison wollte Waibel noch mitnehmen, doch nach dem Weltcup-Finale in Schladming ist Schluss: Nach dreijähiger Dienstzeit gibt er den Posten als Cheftrainer der Herren ab. Der 45-Jährige will sich in Zukunft mehr Zeit für seine Familie nehmen. Vor allem sein neunjähriger Sohn soll nicht länger zu kurz kommen.
Der Sportwissenschaftler gibt zu, dass ihm in seinem Job als Trainer nicht viel Zeit für die Familie bleibt: Dauernd auf Achse, rund um den Globus und das fast das ganze Jahr. Das viele Reisen habe er unterschätzt. "Der Preis ist extrem hoch", so Waibel.
Während der Bundestrainer sich auf mehr Zeit mit seiner Familie freut, bedauert Maier die Entscheidung von Waibel. Der DSV-Sportdirektor verliert ausgerechnet den Mann, der für den Aufschwung des Herren-Teams in diesem Winter steht. "Eigentlich ist es nicht clever, dass er jetzt aufhört", sagt Maier. "Es ist auch sein Produkt. Und es ist noch nicht fertig."
Der Oberallgäuer Waibel hat in seiner Amtszeit viele Neuerungen auf den Weg gebracht. Vor allem sorgte er für ein moderneres Leitbild im DSV. Seine Taktik: Sich nicht an den besten Skifahrern orientieren und deren Stil kopieren, sondern individuell auf das deutsche Team einzugehen.
Waibel hat sich dabei auf das Wesentliche konzentriert. Den Rest sollten die Skifahrer selbst ausprobieren. "Es ist wichtig, dass die Sportler die Zusammenhänge begreifen und erleben", so der Trainer.
Sein Ansatz ist vielversprechend, das haben die Ergebnisse in diesem Winter gezeigt. Fritz Dopfer hat sich von einem Mitläufer zu einem Rennfahrer entwickelt, der um den Sieg mitfahren kann.
Zweimal stand der 24-Jährige in diesem Jahr bereits im Riesenslalom und Slalom auf dem Podest - es waren seine ersten Platzierungen unter den Top 3. "Wir haben viel von seinem enormen Wissen und seinen Kenntnissen profitiert", sagt Dopfer über seinen Trainer.
Bei der Suche nach einem Nachfolger lässt sich Maier nicht drängen: Erst nach dem Weltcupfinale will er mit geeigneten Kandidaten Gespräche aufnehmen. Noch hat Maier die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Waibel doch weitermachen könnte. Wenn der Verband niemand Adäquates finden werde, "weiß Charly, worum es geht und wie er sich entscheiden müsste", so Maier.
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