Schnell stellte es sich auf der tief verschneiten Strecke heraus, dass es, auch auf Grund der Verkürzung der Kandahar, an der Spitze um Hundertstel-Sekunden gehen würde. Bereits als erster Läufer setzte der Slowene Andrej Sporn eine erste Richtmarke (1:19,49), an der sich die nächsten Konkurrenten die Zähne ausbissen. Die Schweizer Carlo Janka und Ambrosi Hoffmann, Peter Fill aus Italien und Österreichs Nachwuchstalent Joachim Puchner scheiterten zum Teil knapp an Sporns Zeit.
Erst mit der Startnummer 11 kam wieder Bewegung in die Spitze. Mit einer unruhigen, aber auch schnellen Fahrt kam der Südtiroler Christoph Innerhofer zeitgleich mit Sporn ins Ziel. Danach ging es Schlag auf Schlag: Mit Nummer 13 setzte der Kanadier Eric Guay in 1:19,37 eine neue Bestmarke und musste direkt um die Spitzenposition zittern. Direkt hinter ihm kam Hannes Reichelt aus Österreich auf drei Hundertstel heran.
Guays Zeit hielt aber überraschend lange als Top-Zeit. Auch die "Favoriten-Gruppe" ab Startnummer 16 kam zunächst nicht heran. Klaus Kröll (AUT) sowie die Schweizer Beat Feuz (mit einem Riesenfehler vor dem Zielhang) und Didier Defago verfehlten die Spitze deutlich.
Nicht so Altmeister Didier Cuche. Seit der Schweizer seinen Rücktritt zum Ende der Saison bekanntgegeben hat, fährt der gelernte Metzger wie vom anderen Stern. Nach einer fehlerlosen Vorstellung blieb die Uhr im Zielraum bei 1:19,10 stehen. Unter dem tosenden Jubel der Zuschauer schleuderte Cuche wie üblich einen Ski nach oben. Nach dem Sieg in Kitzbühel in der vergangenen Woche bedeutete diese Bestzeit den zweiten Sieg in einem Klassiker für den Schweizer binnen einer Woche.
Hinter dem Führenden konnte sich kein weiterer Läufer mehr für die Top-Five qualifizieren. Die Etablierten Svindal, Gisin, Baumann und Jansrud kamen genausowenig heran wie die Nachwuchskräfte. Dominik Paris (ITA) kam als Sechster noch am weitesten nach vorne.
Durchwachsen stellte sich das Abschneiden der DSV-Athleten bei ihrem Heim-Rennen dar. Stephan Keppler schied mit einem Sturz aus und wurde im Zielraum für seine riskante Linienwahl von DSV-Ikone Markus Wasmeier verbal abgewatscht. Positiv überraschte dagegen Nachwuchstalent Andreas Sander aus Ennepetal mit einem 21. Platz bei einem Abstand von 1,04 Sekunden auf den Sieger.
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