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28.01.2012, 16:40

Rodel-Duos auf dem Treppchen - Damen mit Vierfachtriumph

Nur Vonn ist schneller als Höfl-Riesch

Im Abfahrtsrennen von St. Moritz holte Maria Höfl-Riesch ihr bestes Resultat dieses Winters. Als Zweite wies sie aber einen deutlichen Rückstand auf die siegreiche Lindsey Vonn auf. Zwei DSV-Adler schafften es in Japan unter die Top Ten. Beim Rodeln landeten zwei deutsche Herren-Duos auf dem Treppchen, dennoch eroberten die Österreicher Andreas und Wolfgang Linger die Weltcup-Führung zurück. Die deutschen Damen machten derweil die ersten vier Plätze unter sich aus. Beim Parallel-Riesenslalom feierte Snowboard-Mama Amelie Kober ihren ersten Sieg nach der Babypause.

Maria Höfl-Riesch
Beste Abfahrtsplatzierung des Winters: Maria Höfl-Riesch fuhr auf Platz zwei.
© imago

Abfahrt: Höfl-Riesch mit bestem Saisonergebnis

Nur Lindsey Vonn konnte Maria Höfl-Riesch am Samstag schlagen: In der Abfahrt von St. Moritz landete die Partenkirchnerin auf dem zweiten Rang. Die überragende Vonn wies einen deutlichen Vorsprung von 1,42 Sekunden auf und feierte bereits ihren achten Saisonsieg. Die US-Amerikanerin baute damit ihren Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus.

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Maria Höfl-Riesch feierte mit dem zweiten Rang ihr bestes Abfahrtsresultat dieses Winters. Nur 0,05 Sekunden trennten sie von der drittplatzierten Tina Weihrather aus Liechtenstein. "Ich war gestern sehr deprimiert, daher ist es eine Erleichterung, dass ich gleich wieder so ein gutes Ergebnis gefahren habe", sagte Höfl-Riesch nach der besten Fahrt in der Königsdisziplin seit dem Sieg von Cortina d'Ampezzo Anfang 2011 - und der fünften Podiumsplatzierung dieses für sie so wechselhaften Winters.

Über ihre stärkste Konkurrentin fand die Deutsche ebenfalls nur lobende Worte: "Sie ist in einer Wahnsinnsform, fährt die brutalste, gnadenloseste Linie, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Wenn sie fehlerfrei runterfährt, ist sie fast unschlagbar." Vonn gewann bereits ihren 49. Weltcup ihrer eindrucksvollen Karriere.


Abfahrt: König Cuche schlägt wieder zu

Didier Cuche
Nicht zu stoppen: Der Schweizer Skirennfahrer Didier Cuche ließ der Konkurrenz in Garmisch-Partenkirchen keine Chance.
© imagoZoomansicht

Auf der Kandahar-Strecke von Garmisch-Partenkirchen strich Kitzbühel-Sieger Didier Cuche seinen zweiten Klassiker-Erfolg binnen einer Woche ein. Trotz schlechter Sicht und viel Neuschnee im oberen Teil war er erneut nicht zu schlagen. Dem kanadischen Weltmeister Erik Guay fehlten 0,27 Sekunden für einen erneuten Coup im WM-Ort von 2011, Dritter wurde der Österreicher Hannes Reichelt. Andreas Sander fuhr als 21. das drittbeste Ergebnis seiner Weltcup-Karriere ein, sein Teamkollege Stephan Keppler stürzte und kam nicht ins Ziel.


Rodeln: Generalprobe gelungen

Zwei Wochen vor der Heim-WM fand Tatjana Hüfner den Weg zurück an die Spitze und verwies beim Vierfacherfolg der deutschen Rodlerinnen im Schweizer St. Moritz nach einer Durststrecke von zwei sieglosen Rennen Natalie Geisenberger (Miesbach), Anke Wischnewski (Oberwiesenthal) und Corinna Martini (Winterberg) auf die Plätze zwei, drei und vier. Auf der einzig verbliebenen Natureisbahn der Welt distanzierte die Gesamtweltcup-Führende Hüfner Hauptkonkurrentin Geisenberger nach zwei Läufen deutlich um mehr als acht Zehntelsekunden. Damit liegt die 28-Jährige im Gesamtklassement bei noch zwei ausstehenden Rennen 90 Punkte vor ihrer Teamkollegin.


Skispringen: Freitag bei Ito-Sieg Achter

Richard Freitag
Top Ten in Sapporo: Skispringer Richard Freitag flog zwar am weitesten, versemmelte bei diesem Ausblick aber die Landung.
© Picture AllianceZoomansicht

Die deutschen Skispringer gehen beim Weltcup in Sapporo leer aus. Mit Richard Freitag und Michael Neumayer landen aber immerhin zwei DSV-Adler in den Top Ten. Gastgeber Japan bejubelt den ersten Weltcup-Triumph von Daiki Ito, der mit 134 und 130 Metern und dem knappst möglichen Vorsprung von 0,1 Punkten den Norweger Anders Bardal auf Rang zwei verwies. Dritter wurde Kamil Stoch aus Polen.

Freitag zeigte sich nach dem Wettkampf dennoch zufrieden: "Die Sprünge waren gut, aber für ganz vorne haben sie nicht gereicht", bilanzierte der 20 Jahre alte Senkrechtstarter. Er erreichte im ersten Durchgang eine Weite von 137 Meter, musste wegen einer schlechten Landung aber deutliche Punktabzüge in Kauf nehmen. Sein Teamkollege Michael Neumayer landete mit 130,5 und 129 Metern auf dem zehnten Rang. In der Weltcup-Gesamtwertung liegt Freitag mit 646 Punkten auf dem sechsten Rang. Der Österreicher Andreas Kofler, der Neunter wurde, behauptete in Abwesenheit seines Landsmannes Gregor Schlierenzauer mit 934 Zählern die Führung vor Bardal (889).


Rodeln: Um 0,159 Sekunden die Weltcupführung verspielt

Die deutschen Rennrodler Tobias Wendl und Tobias Arlt haben in St. Moritz ihre Führung im Gesamtweltcup verloren. Um nur 15 Zehntelsekunden verpasste das Duo vom Königssee/ Berchtesgaden ihren zweiten Sieg in Serie und landeten auf dem dritten Rang. Besser machten es die österreichischen Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger, die sich auf der legendären Naturbahn auch Platz eins in der Gesamtwertung zurückholten. Im Ziel hatten sie ganze 0,04 Sekunden Vorsprung auf das deutsche Duo Toni Eggert und Sascha Benecken, die einen hervorragenden Zweiten Platz erkämpften.

"Die erfahrenen Füchse haben uns heute ein paar Hundertstel abgenommen. Dennoch bin ich zufrieden mit meinen beiden Doppeln", sagte Bundestrainer Norbert Loch zwei Wochen vor der Heim-WM in Altenberg (10. bis 12. Februar). Im Weltcup ist ebenfalls noch nichts verloren: Bei noch zwei ausstehenden Rennen liegen die zweimaligen Weltmeister Linger/ Linger denkbar knapp mit 580 Punkten vor Wendl/ Arlt (565).


Langlauf: Tscharnke und Böhler neue deutsche Meister

Tim Tscharnke und Stefanie Böhler haben bei den nationalen Langlauf-Meisterschaften die Titel in der Doppelverfolgung gewonnen. Tscharnke setzte sich in Oberwiesenthal über 20 Kilometer nach 50:52,6 Minuten in einem packenden Finish mit 0,6 Sekunden Vorsprung hauchdünn vor Thomas Bing und Sprint-Meister Hannes Dotzler durch. Im Fotofinish wurde das Damen-Rennen über 10 Kilometer entschieden. Am Ende lag Böhler nach 30:28,5 Minuten um die Winzigkeit von einer Zehntelsekunde vor Lokalmatadorin Monique Siegel. Dritte wurde Elisabeth Schicho. Evi Sachenbacher-Stehle kam bei ihrem ersten Saisonstart vor heimischer Kulisse auf Rang sechs.


Snowboard: Kober mit erstem Sieg nach Babypause

Amelie Kober
Schnellste Snowboard-Mama im Weltcup-Zirkus: Amelie Kober stand in Bayrischzell erstmals wieder ganz oben.
© imagoZoomansicht

Amelie Kober feierte 16 Monate nach der Geburt von Sohn Lorenz ihren zehnten Weltcup-Sieg. Die Olympia-Zweite von 2006 setzte sich beim Parallel-Riesenslalom in Bayrischzell im Finale deutlich gegen die Österreicherin Marion Kreiner durch. "Es ist total schön", meinte die 24-Jährige. "Der erste Sieg seitdem ich Mama geworden bin, ist Wahnsinn." Bei ihrem Heimrennen in Oberbayern konnte auch Selina Jörg überzeugen, die zwar im kleinen Finale an der Russin Jekaterina Tudegeschewa scheiterte, aber als Vierte ein gutes deutsches Teamergebnis perfekt machte. Isabella Laböck schied im Achtelfinale aus. Anke Karstens als 18. und Rosa Czipf auf Rang 23 scheiterten am Sprung in die K.o.-Runde.

28.01.12
 
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