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09.01.2012, 07:35

Saints walzen alles platt - Giants schreddern Falcons

Tebow drückt den Abzug - und die Steelers fahren nach Hause

Nach dem Wild-Card-Wochenende in der National Football League stehen die Viertelfinals fest. Während mit Titelverteidiger Green Bay und Mitfavorit New England zwei heiße Anwärter noch pausieren durften, unterstrichen die New Orleans Saints in einem weiteren Rekordspiel ihre Ambitionen. In Fahrt kommen auch die New York Giants, während die Houston Texans Premiere feierten. Ein Thriller war das Duell Denver vs. Pittsburgh, das in der Verlängerung schnell entschieden war.

Die Entscheidung naht: Tim Tebow entkommt seinen Häschern und leitet somit den 80-Yard-Touchdown-Pass ein.
Die Entscheidung naht: Tim Tebow entkommt seinen Häschern und leitet den 80-Yard-Touchdown-Pass ein.
© Getty ImagesZoomansicht

Am Fuß der Rocky Mountains standen sich die Denver Broncos und die Pittsburgh Steelers gegenüber, zwei Ex-Champions, wobei die Gäste aus Pennsylvania in den vergangenen Jahren deutlich bessere Zeiten erlebt hatten. 2005 und 2008 feierten die Stahlstädter den Titel, die Broncos gingen nach dem Doppeltriumph 1997 und 1998 unter dem legendären Quarterback John Elway stets leer aus.

Der unorthodox spielende Tim Tebow in der Schaltzentrale Denvers hat jedoch neue Euphorie entfacht. Der für seine starken Beine ebenso wie für seine tiefe Gläubigkeit, jedoch weniger für seine brachiale Wurfgewalt bekannte Spielmacher sorgte in der Mile High City am Sonntagabend für grenzenlosen Jubel, als er die "am Stock gehenden" Steelers (Quarterback Ben Roethlisberger war immer noch durch eine Knöchelverletzung eingeschränkt, Running Back Rashard Mendenhall fehlte wegen eines Kreuzbandrisses) mit einem 80-Yard-Touchdown-Pass gleich zu Beginn der Verlängerung bezwang und nach Hause schickte. Nach elf Sekunden war die kürzeste Verlängerung in der Geschichte der NFL-Play-offs vorüber.

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Der Elf-Sekunden-Schock: Thomas geht auf und davon

Nachdem Tebow bestens abgeschirmt war, fand er Wide Receiver Demaryius Thomas, der mit hohem Tempo alle Abwehrspieler der Steelers abschüttelte und großen Jubel auf den Rängen aufbranden ließ. 29:23 gegen den Vizemeister - die Denver Broncos schreiben ihre Außenseiter-Story weiter. Tebow krönte ein für ihn ungewöhnliches Spiel. Zwar lief er auch einmal mit der eher für einen Fullback typischen Wucht zum Touchdown in die Endzone, doch seine vielen präzisen und auch raumgreifenden Pässe entzückten die heimische Anhängerschaft und schockierten die Steelers.

Ein Tebow, wie man ihn noch nicht gesehen hatte. Zumindest nicht auf den Video-Mitschnitten, die sich die Gäste vor dem Spiel zur Vorbereitung angesehen hatten. "Das haben wir von ihm nicht gesehen", bestätigte Steelers-Linebacker James Farrior. Und das nach der desaströsen Vorstellung beim 3:7 gegen die Kansas City Chiefs, als Tebow bei sechs von 22 erfolgreichen Pässen nur 60 Yards zusammenkratzte. Nervöse Diskussionen in der Führungsetage der Broncos folgten. Doch Tebow ließ am Sonntag wieder einmal alle Kritiker verstummen.

316 Passing Yards waren es in diesem wichtigen Spiel, seinem ersten Play-off-Match, in dem Roethlisberger die Steelers nach einem 14-Punkte-Rückstand zur Halbzeit wieder herangebracht und durch zehn Zähler in den letzten zehn Minuten in die Verlängerung gerettet hatte.

Im Viertelfinale treten die Broncos am Samstag bei den AFC-topgesetzten New England Patriots an. Das Team des deutschen Right Tackle Sebastian Vollmer hatte in der ersten Play-off-Runde ebenso wie Meister Green Bay Packers, die Baltimore Ravens und die San Francisco 49ers ein Freilos.

Neben Denver haben auch die Houston Texans, New Orleans Saints und New York Giants ihre Wild Card-Matches gewonnen und somit den Sprung in die Runde der besten Acht geschafft. Hier trifft Green Bay auf New York, San Francisco empfängt New Orleans und Baltimore spielt gegen Houston.

Dalton patzt - Premierenjubel in Houston

Houston feierte den ersten Play-off-Sieg in der zehnjährigen Geschichte der Franchise. Rookie-Defensive-End J.J. Watt lief nach einer Interception kurz vor der Halbzeitpause zum Touchdown für die Texaner, Andre Johnson und Arian Foster entschieden die Partie gegen die Bengals mit ihren "Sechsern" nach der Pause. Bengals-Spielmacher Andy Dalton leistete sich gleich drei "Picks". Texans-Quarterback T.J. Yates, wie Dalton ebenfalls Rookie, lieferte mit dem 40-Yard-Touchdown-Pass auf Johnson das Highlight ab.

Manning "on fire", Falcons heben niemals ab

Kein Rookie ist Eli Manning mehr. Der Ex-Champion mit den New York Giants kommt nach einer wechselhaften Saison rechtzeitig ins Rollen. Beim 24:2 über die Atlanta Falcons ließen die Giganten aus dem Big Apple rein gar nichts zu. Manning warf dreimal erfolgreich in die Endzone und legte den Grundstein zum Sieg, der das Viertelfinalticket und den Trip nach Green Bay sicherte. Manning fand seinen Top-Receiver Hakeem Nicks bei einem 72-Yard-Score, nochmals über 4 Yards und Mario Manningham über 27 Yards für sechs Punkte. Die Abwehr der New Yorker stoppte die Falcons-Offense bei nahezu jeder Gelegenheit, während auch die sonst so moderaten Läufer der Giants um Brandon Jacobs (92 Yards) ihren Anteil zum Sieg beitrugen.

Mit uns ist nicht zu spaßen: Brandon Jacobs (li.) und Ahmad Bradshaw drückten dem Giants-Spiel den Stempel auf.
Mit uns ist nicht zu spaßen: Brandon Jacobs (li.) und Ahmad Bradshaw drückten dem Giants-Spiel den Stempel auf.
© Getty Images

Brees ist unfehlbar - Lions brechen am Ende ein

Keiner will derzeit gegen die New Orleans Saints und ihren Quarterback Drew Brees spielen - die San Francisco 49ers müssen es im Viertelfinale. Der Rekordmann aus "The Big Easy" ließ beim 45:28 über die Detroit Lions alles wieder einmal so spielend leicht aussehen. Brees sammelte 466 Yards bei drei Touchdowns (33 von 43), nach der Pause hatten die Gäste aus der Autostadt nichts mehr entgegenzusetzen. 466 Yards, mehr hat ein Quarterback in regulärer Spielzeit bei einem Play-off-Spiel noch nicht zu Stande gebracht. Insgesamt kamen die Saints auf 627 Yards, während die Lions um Matthew Stafford (380 Yards, drei TDs) und seinen Top-Fänger Calvon Johnson (211 Yards, zwei TDs) keinesfalls enttäuschten und zur Halbzeit führten. Die ersten Play-offs seit 1999 sind für Detroit also schon wieder vorbei.


NFL, Wild Card Play-off

Samstag:

Houston Texans* - Cincinnati Bengals 31:10
New Orleans Saints* - Detroit Lions 45:28

Sonntag:

New York Giants* - Atlanta Falcons 24:2
Denver Broncos* - Pittsburgh Steelers 29:23 n.V.
*) qualifiziert für das Viertelfinale

Das Viertelfinale

San Francisco 49ers - New Orleans Saints
New England Patriots - Denver Broncos
Baltimore Ravens - Houston Texans
Green Bay Packers - New York Giants

09.01.12
 

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