Der Start in die Partie bei den Eagles verlief alles andere als optimal für die Gäste. Philadelphia, als selbst erkorener Titelkandidat in die Liga gestartet und mit bislang erst vier Siegen auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet, kämpfte um seine kleine Play-off-Chance und ging schnell mit 10:0 in Führung.
Danach riss Brady jedoch das Ruder herum. Mit ingesamt 361 Yards, drei Touchdown-Würfen und einem ausgesprochen variablen Spiel führte der Quarterback seine Farben zum klaren Erfolg.
"Unser Spiel hatte heute eine bessere Balance", sagte Brady danach. "So soll es sein. Du musst mit dem Ball laufen und die Pässe auf möglichst viele Empfänger verstreuen." Der sechsmalige Pro-Bowler gestattete seinen Ballfängern Deion Branch (125 Yards) und Wes Welker (115 Yards, zwei TDs) Galaabende. Auch die Tight Ends Rob Gronkowski und Aaron Hernandez spielten eine gewichtige Rolle. "Läufer" BenJarvus Green-Ellis erreichte zweimal die Endzone.
So war gegen die Patriots kein Kraut gewachsen, obwohl Eagles-Spielmacher Vince Young - Stellvertreter des verletzten Michael Vick - alle gab und auf glatte 400 Passing-Yards kam. Mit einer Bilanz von 4:7 (Heim: 1:5) sind die Adler so gut wie aus dem Rennen, die Fans kommentierten die Vorstellung mit "Trainer-raus"-Rufen. Der kritisierte Coach Andy Reid gestand ein: "So wie wir gespielt haben, kann ich das verstehen."
New England (8:3) gehört zu den Top-Mannschaften der AFC, liegt gleich auf mit Baltimore (16:6 gegen San Francisco), Pittsburgh (13:9 in Kansas City) und Houston (20:13 in Jacksonville). Nach dem Formanstieg der vergangenen Wochen sind die "Pats" jedoch erster Anwärter auf Rang eins in dieser Conference und damit Heimvorteil bis zum Super Bowl.
In ihrer Division (AFC East) gewannen die New York Jets (6:5) das richtungsweisende Aufeinandertreffen mit dem Gruppenrivalen Buffalo Bills (5:6) mit 28:24. Der Wendepunkt für das ambitonierte Team aus dem Big Apple, das im bisherigen Saisonverlauf schon einige herbe Enttäuschung hinnehmen musste? Zumindest gab Quarterback Mark Sanchez miz vier Touchdown-Pässen (Karrierebestwert) die richtige Antwort auf die Drucksituation. Eine Minute vor Schluss entschied er das Spiel mit einem 16-Yarder auf Santonio Holmes. Kurz zuvor hatte Plaxico Burress mit einem Ein-Hand-Catch bei einer 3-und-11 die Chance auf den Sieg erhalten. Aber: Möglicherweise müssen die Jets auch noch die verbleibenden fünf Partien gewinnen.
Neben den Jets hoffen nämlich vor allem auch die Cincinnati Bengals (7:4, 23:20-Sieg gegen die Cleveland Browns), die Tennessee Titans (6:5, 23:17 vs. Tampa Bay) und die Denver Broncos (6:5) noch auf die Wild-Card-Runde. Die Broncos reiten weiter einen wilden Ritt auf dem Rücken ihres unorthodoxen Quarterbacks Tim Tebow. Auch in San Diego gelang Denver ein 16:13-Thriller-Sieg und damit der vierte Erfolg in Reihe.
Eines der seltenen Unentschieden in der NFL stand im Raum (zuletzt hatten sich Cincinnati und Philadelhia 2008 remis getrennt). In der Verlängerung verschoss zunächst Nick Novak für die Chargers aus 53 Yards und verhinderte damit einen Sieg der Südkalifornier. Tebow kam noch einmal ans Ei und führte seine Mannschaft weit übers Feld. 53 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung verwandelte dann Matt Prater aus 37 Yards zum Broncos-Sieg. Während die Chargers zum sechsten Mal in Folge verloren, steht die Tebow-Bilanz nun schon bei 5:1. Ist der streng gläubige Football-Profi der Heilsbringer für das Team aus Colorado? Seine Zahlen - nur neun gelungene Pässe, 143 Yards, 1 TD; aber 22 Laufversuche über 67 Yards) - waren wieder typisch für ihn. Nicht berauschend, aber unter dem Strich stand ein Sieg. Und so liegen die Broncos im Kampf um den Titel in der AFC West nur noch einen Sieg hinter Gruppenprimus Oakland Raiders (7:4), der mit 25:20 über die Chicago Bears triumphierte.
Während die von Carson Palmer (301 Yards) geleiteten Raiders vor allem über den nervenstarken Kicker Sebastian Janikowski (sechs Field Goals, Klubrekord) jubelten, zeigten die Bears (7:4) lange Gesichter. Ihr Ersatz-Quarterback Caleb Hanie (18 von 35, 254 Yards), der den verletzten Jay Cutler (Daumenbruch) erstmals als Starter vertrat, leistete sich gleich drei Interceptions. Die sechs Spiele währende Siegesserie der Bären riss an der Pazifikküste.
Ein Abfangen der unbesiegten Green Bay Packers (11:0) in der NFC North scheint nun ausgeschlossen, auf einen Wild-Card-Platz können die Bears weiter hoffen. Wenngleich auch Rivalen wie die Atlanta Falcons (7:4, 24:14 über Minnesota) weiterhin hoffen. Ein richtungsweisendes Spiel findet am Montag zwischen den NFC-Rivalen New Orleans Saints (7:3, Erster der AFC South) und New York Giants (6:4, Zweiter der NFC East) statt. Insbesondere die Giants stehen unter Zugzwang.
Detroit Lions - Green Bay Packers 15:27
Dallas Cowboys - Miami Dolphins 20:19
Baltimore Ravens - San Francisco 49ers 16:6
Cincinnati Bengals - Cleveland Browns 23:20
N.Y. Jets - Buffalo Bills 28:24
St. Louis Rams - Arizona Cardinals 20:23
Jacksonville Jaguars - Houston Texans 13:20
Tennessee Titans - Tampa Bay Buccaneers 23:17
Indianapolis Colts - Carolina Panthers 19:27
Atlanta Falcons - Minnesota Vikings 24:14
Oakland Raiders - Chicago Bears 25:20
Seattle Seahawks - Washington Redskins 17:23
San Diego Chargers - Denver Broncos 13:16
Philadelphia Eagles - New England Patriots 20:38
Kansas City Chiefs - Pittsburgh Steelers 9:13
New Orleans Saints - N.Y. Giants
| Heim | Gast | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Detroit | - | Green Bay | 15:27 | |
Dallas | - | Miami | 20:19 | |
Baltimore | - | San Francisco | 16:6 | |
Cincinnati | - | Cleveland | 23:20 | |
NY Jets | - | Buffalo | 28:24 | |
St. Louis | - | Arizona | 20:23 | |
Jacksonville | - | Houston | 13:20 | |
Tennessee | - | Tampa Bay | 23:17 | |
Indianapolis | - | Carolina | 19:27 | |
Atlanta | - | Minnesota | 24:14 | |
Oakland | - | Chicago | 25:20 | |
Seattle | - | Washington | 17:23 | |
San Diego | - | Denver | 13:16 OT | |
Philadelphia | - | New England | 20:38 | |
Kansas City | - | Pittsburgh | 9:13 | |
New Orleans | - | NY Giants | 49:24 | |