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10.11.2011, 18:15

Moto2-Weltmeister steigt in die MotoGP auf

Bradl: Handschlagvertrag mit LCR

Stefan Bradls Traum wird wahr, der frisch gebackene Moto2-Weltmeister steigt auf in die MotoGP. Der 21-Jährige, der am vergangenen Wochenende erster deutscher Motorrad-Weltmeister seit 1993 wurde, verlässt nach vier Jahren sein Kiefer-Racing-Team und startet 2012 in der Königsklasse für Honda LCR.

Passt! Moto2-Weltmeister Stefan Bradl bei einer Sitzprobe auf der LCR-MotoGP-Maschine.
Passt! Moto2-Weltmeister Stefan Bradl bei einer Sitzprobe auf der LCR-MotoGP-Maschine.
© picture allianceZoomansicht

Eigentlich war die Türe bereits geschlossen, der Traum von der "Formel 1 des Motorradsports" begraben. Nach seinem WM-Triumph und überzeugenden Testfahrten beim Honda-Satellitenteam LCR aber pilotiert Bradl 2012 nun doch erstmals eine MotoGP-Maschine.

"Stefan fährt nächste Saison MotoGP. Wir haben gestern Abend per Handschlag einen Jahresvertrag mit Option besiegelt", sagte Vater Helmut Bradl am Donnerstag gegenüber der dpa. Bradl junior ist damit seit Alex Hofmann 2007 der erste Deutsche in der höchsten Motorrad-Klasse.

Am Dienstag und Mittwoch hatte Stefan Bradl im spanischen Valencia als Anerkennung und Belohnung für seinen Titel bei Honda die bisherige WM-Maschine des Spaniers Toni Elias getestet. LCR-Teamchef Lucio Cecchinello, der sich nach der Saison von Elias getrennt hatte, war begeistert von Bradls Leistungen. "Es waren zwei positive Testtage mit Stefan. Ich bin von seinem Können und wie er das Motorrad studiert beeindruckt. Er hat uns sehr präzises Feedback gegeben, wenn wir bedenken, dass es seine erste Ausfahrt mit einem MotoGP-Motorrad war", erklärte der Italiener. Bereits im Sommer hatte Bradl mit Cecchinello verhandelt, allerdings waren die Gespräche damals gescheitert.

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Bautista machte den Weg frei

Da aber Cecchinellos Top-Kandidat Alvaro Bautista in der Zwischenzeit bei Honda-Gresini unterschrieb und dort den Platz des tödlich verunglückten Marco Simoncelli (Italien) einnimmt, kam Bradl wieder ins Spiel. Dabei hatte der Zahlinger seinen Aufstieg schon ad acta gelegt und mündlich beim Kiefer-Racing-Team für 2012 zugesagt.

Teamchef Stefan Kiefer war von der neuen Entwicklung alles andere als begeistert, wie Vater Bradl berichtete. "Im ersten Moment war die Enttäuschung natürlich groß. Aber sie haben immer gesagt, dass sie uns auf dem Weg in die MotoGP keine Steine in den Weg legen", erklärte der WM-Zweite von 1991. Ihm und seinem Sohn sei die Entscheidung nicht leicht gefallen: "Wir wären gerne mit dem gesamten Kiefer-Racing-Team in der MotoGP gefahren."

Dem Hauptsponsor des Teams war das finanzielle Risiko zu hoch. Mindestens sechs Millionen Euro hätten aufgebracht werden müssen.

10.11.11
 
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