Tina Maze war am Donnerstag quasi auf die "1" programmiert und feierte einen "Start-Ziel-Sieg": Die Slowenin ging mit der Startnummer eins ins Rennen, legte in 1:07,05 die Bestzeit im ersten Durchgang hin und lag auch nach dem zweiten Lauf in 2:20,54 Minuten ganz oben. Damit stand die 27-Jährige erstmals bei einem Großereignis ganz oben auf dem Podium.
Maze ist eine Technikspezialistin, deren große Stärke der Riesenslalom ist. Achtmal gewann sie im Weltcup im Riesentorlauf, bei Olympia und Weltmeisterschaften klappte es bisher aber noch nie. In Val d'Isere vor zwei Jahren gewann sie Silber, ebenso wie ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Vancouver. In Kanada holte sie zudem noch in der Kombination Silber. Nun schüttelte sie das Stigma der "ewigen Zweiten" ab und holte nicht nur ihr erstes Gold, sondern auch das erste Gold für ihr Land bei einer Ski-WM.
"Wir sind eine kleine Nation, das erste Gold bedeutet sehr viel. Auch für mein ganzes Team ist das sehr schön. Diesmal waren die Hundertstel auf meiner Seite", jubelte Maze.
Zweite wurde die Italienerin Federica Brignone, die auch nach dem ersten Durchgang Rang zwei bekleidete. Auf Rang drei stürmte noch Tessa Worley vor.
Die Französin belegte nach dem ersten Durchgang nur Rang 19, legte aber mit 1:11,85 Minuten im zweiten Durchgang einen Traumlauf hin und sicherte sich so Bronze.
Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg verpasste als Fünfte das Podium nur knapp. Die 21-Jährige lag lange Zeit auf Podiumskurs, doch am Ende des zweiten Durchgangs fuhr sie zu passiv, so dass es nicht für ganz vorne reichte.
"Eine Medaille war eben das Ziel, aber das Leben läuft nicht immer nach Plan", sagte Rebensburg enttäuscht. Wie bei ihrem Olympiasieg vor einem Jahr war sie als Sechste des ersten Laufs ins Finale gestartet, doch bei schwierigen Pistenverhältnissen verlor sie im Zielhang zu viel Zeit.
Noch schlimmer erging es Maria Riesch. Die Garmisch-Partenkirchenerin lag nach dem ersten Durchgang auf Rang vier und attackierte in Durchgang zwei. Das ging auch zunächst gut, doch ungefähr zur Hälfte des Rennens rutschte sie in Führung liegend aus und schlitterte am Tor vorbei. Aus und vorbei, am Samstag bleibt der 26-Jährigen nun im Slalom noch eine Chance auf eine Medaille.
"Bevor ich Vierte oder Fünfte werde, attackiere ich halt. Ich habe auch gemerkt, dass eine Medaille möglich ist, da ist klar, dass man sehr traurig und enttäuscht ist", sagte Riesch später im Ziel.
Gar nicht mehr an den Start in Durchgang zwei ging Kathrin Hölzl. Die entthronte Titelverteidigerin kämpfte sich ungeachtet ihrer akuten Rückenschmerzen durch den ersten Durchgang, zog danach aber ihre Konsequenzen und beendete ihre Saison vorzeitig.
"Ich habe mich runtergequält, ich habe so extreme Schmerzen, dass ich mich gar nicht bewegen kann", sagte die zweimalige Weltcup-Siegerin. "Ich wollte dem Publikum etwas zurückgeben, aber das hat mit schnellem Skifahren nichts zu tun", sagte sie, "jetzt ist meine Saison beendet."
Lena Dürr kam bei ihrer WM-Premiere auf einen achtbaren 18. Rang (2:22,69). Veronika Staber legte einen guten ersten Lauf hin, patzte aber kurz vor dem Ziel. Am Ende stand für die 23-Jährige Rang 30 zu Buche.
Wegen Hochnebels musste der Start des ersten Durchgangs mehrmals verschoben werden, mit zweistündiger Verspätung ging es aber um Punkt zwölf Uhr bei dann guten Bedingungen los.
1. Tina Maze (Slowenien) 2:20,54 Minuten (1:07,05/1:13,49) 2. Federica Brignone (Italien) 0,09 Sekunden zurück (1:07,39/1:13,24) 3. Tessa Worley (Frankreich) 0,48 (1:09,17/1:11,85) 4. Denise Karbon (Italien) 0,74 (1:08,24/1:13,04) 5. Viktoria Rebensburg (Kreuth) 0,88 (1:08,04/1:13,38) 6. Manuela Moelgg (Italien) 0,89 (1:07,99/1:13,44) 7. Jessica Lindell-Vikarby (Schweden) 1,01 (1:08,94/1:12,61) 8. Marlies Schild (Österreich) 1,20 (1:09,16/1:12,58) 9. Anja Pärson (Schweden) 1,21 (1:08,23/1:13,52) 10. Taina Barioz (Frankreich) 1,25 (1:09,59/1:12,20) 10. Elisabeth Görgl (Österreich) 1,25 (1:07,76/1:14,03) 12. Kathrin Zettel (Österreich) 1,30 (1:08,04/1:13,80) ... 18. Lena Dürr (Germering) 2,15 (1:08,94/1:13,75) 20. Lara Gut (Schweiz) 2,29 (1:08,91/1:13,92) 25. Andrea Fischbacher (Österreich) 2,99 (1:09,13/1:14,40) 29. Wendy Holdener (Schweiz) 5,26 (1:10,63/1:15,17) 30. Veronika Staber (Samerberg-Törwang) 5,38 (1:10,80/1:15,12) 35. Denise Feierabend (Schweiz) 7,44 (1:11,37/1:16,61)
Ausgeschieden im 2. Lauf: Maria Riesch (Partenkirchen)
Im 2. Lauf nicht angetreten: Kathrin Hölzl (Bischofswiesen)
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