Das Staffelrennen war allerdings vom böigen Wind geprägt, der ausnahmslos allen Athleten am Schießstand Probleme bereitete. So auch dem deutschen Startläufer Christoph Stephan, der gleich im Liegendanschlag in die Strafrunde musste und sich weit hinten im Feld einordnete.
Allerdings blieb er dann im Stehendanschlag ohne Fehler und schob sich wieder auf Rang drei vor. Doch damit nicht genug, der Thüringer lief mit Wut im Bauch und überholte auf seiner letzten Runde seine Kontrahenten aus Bulgarien und Tschechien und übergab so als Erster auf Alexander Wolf.
"So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich habe noch nie eine Staffel vergeigt, aber nach dem Liegend-Schießen habe ich gedacht: Jetzt ist es so weit", sagte Stephan. "Im Stehend-Anschlag habe ich dann alles auf eine Karte gesetzt und es war ein gutes Schießen."
Auch der 32-jährige Wolf durchlebte ein Wechselbad der Gefühle. Ebenso wie Stephan musste er im Liegendanschlag in die Strafrunde, blieb aber im Stehen ebenfalls fehlerfrei. Wolf übergab so als Zweiter rund elf Sekunden hinter Schweden auf Arnd Peiffer.
"Wahnsinn, dass ausgerechnet die beiden Oberhofer das gleiche Rennen machen", sagte Wolf. "Beim zweiten Schießen hatte der Wind nachgelassen und ich habe getroffen."
Und der Niedersachse war der erste deutsche Athlet, der sich keine Fahrkarte leistete. Zwar musste der 23-Jährige bei seinen zwei Schießeinlagen je zweimal nachladen, doch er vermied eine Strafrunde. Da die Konkurrenten aber ausnahmslos patzten, übergab Peiffer mit einem Vorsprung von 1:49,7 Minuten auf Schlussläufer Michael Greis.
"Ich hatte schon vor dem Rennen ein Wechselbad der Gefühle und bin froh, dass ich das Ergebnis halten konnte", sagte Peiffer.

Und der dreifache Olympiasieger von 2006 brachte den Sieg der Staffel nach Hause. Zwar machte er es am Schießstand spannend und musste jeweils dreimal nachladen, doch zur großen Erleichterung der Trainer und der Zuschauer fiel auch jeweils die letzte Scheibe. So fuhr Greis einen am Ende ungefährdeten Erfolg entgegen.
Hinter der deutschen Staffel entbrannten die Positionskämpfe. Einen Podiumsplatz für die gebeutelten russischen Biathleten vergab Evgeni Ustjugov, der im allerletzten Schießen gleich alle fünf Scheiben stehen ließ. Nutznießer dieses Aussetzers waren unter anderem die Norweger. Die favorisierten Skandinavier waren zwischenzeitlich aus den Top Ten herausgefallen und lagen weit zurück, doch "Mister Biathlon" Ole Einar Björndalen führte sein Quartett doch noch auf das Podium. Als Schlussläufer machte er Platz um Platz gut und musste sich am Ende im Zielsprint nur Michael Slesingr geschlagen geben. Der 27-Jährige führte die tschechische Staffel auf Rang zwei.
1. Deutschland (Christoph Stephan/Oberhof, Alexander Wolf/Oberhof, Arnd Peiffer/Clausthal-Zellerfeld, Michael Greis/Nesselwang) 1:23:53,0 Std./2 Strafrd.+ 16 Schießfehler; 2. Tschechien (Zdenek Vitek, Jaroslav Soukup, Ondrej Moravec, Michal Slesingr) + 2:22,8 Min./3+14; 3. Norwegen (Alexander Os, Lars Berger, Rune Brattsveen, Ole Einar Bjørndalen) + 2:24,0/6+14; 4. Ukraine + 2:44,2/5+14; 5. Slowenien + 2:55,7/5+16; 6. Frankreich + 2:55,8/6+16; 7. Italien + 3:03,6/7+14; 8. Weißrussland + 3:09,4/2+12; 9. Japan + 3:10,4/4+13; 10. Schweiz + 3:31,7/2+19
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