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02.09.2010, 16:14

Mittelgewichts-Champion promotet sich erstmals selbst

Sturm: Comeback nach 14 Monaten

Felix Sturm kehrt am Samstag nach einer Pause von 14 Monaten in den Ring zurück, um seinen WBA-Titel im Mittelgewicht zu verteidigen. Gegner des 31-Jährigen am Samstag in der Kölner Lanxess-Arena ist Giovanni Lorenzo (29), ein New Yorker aus der Dominikanischen Republik.

Nach der Trennung von Universum kann Felix Sturm (r.) seinen Kampf gegen Giovanni Lorenzo mit seiner eigenen Firma vermarkten.
Nach der Trennung von Universum kann Felix Sturm (r.) seinen Kampf gegen Giovanni Lorenzo mit seiner eigenen Firma vermarkten.
© imagoZoomansicht

Nachdem sich Sturm aus seinem Vertrag mit dem Boxstall Universum herausgeklagt hatte, vermarktet er sich nun selber und tritt auch als eigener Veranstalter auf.

Auch wenn sich Sturm trotz der langen Pause gut gerüstet sieht ("Ich bin fit"): Auf die leichte Schulter nehmen will er seinen Gegner keineswegs: "Er kann mit einem Schlag einen Kampf entscheiden." Die Nummer sieben der Weltrangliste hat von 31 Kämpfen zwei verloren, einen vor einem Jahr in Neubrandenburg mit einer 1:2-Entscheidung gegen Sebastian Sylvester im Kampf um den vakanten IBF-Titel - um das Erbe Arthur Abrahams. Zudem konnte Lorenzo 67 Prozent seiner Kämpfe durch K.o. entscheiden.

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Lorenzo glaubt denn auch fest daran, den amtierenden Weltmeister entthronen zu können. "Ich bin sicher, dass ich Sturm in fünf oder sechs Runden k.o. schlage", so der 29-Jährige. Auf jeden Fall, so glaubt auch Sturm, werde es "ein großer Kampf". Und wer wen k.o. schlagen wird, werde man dann am Samstag sehen.

Sturms im Boxsport ungewöhnlich lange Pause von 14 Monaten war der Tatsache geschuldet, dass der in Köln lebende Champion nicht mehr für den Boxstall Universum von Promoter Klaus-Peter Kohl (66) antreten wollte. Den seit 2001 bestehenden Vertrag hatte er 2009 gekündigt. Kohl aber besaß eine einseitige Option auf Verlängerung, um den Ausstieg zu verhindern und forderte eine Ablösesumme von 3 Millionen Euro. Vor Gericht einigten sich beide Parteien schließlich im Juli auf eine Vertragsauflösung, für die Sturm immerhin rund eine Millionen Euro Ablöse bezahlt haben dürfte. Dafür hat er nun freie Hand, sich selber zu vermarkten und auf eigene Faust zu boxen. Ebenso wie die Klitschko-Brüder, die ebenfalls vor Gericht Kohl von der Fahne gegangen waren.

Trainiert werden wird Sturm wie zu alten Amateurzeiten in Leverkusen von Fritz Sdunek (66). Der Weltmeister-Trainer, einst von Dariusz Michalczewski, aktuell von Vitali Klitschko, ist nach Hüftoperation und Trennung von Universum fit und frei, Sturm in der Endphase der Vorbereitung feinzuschleifen. "Vitali hat nichts dagegen", sagt Sdunek, "aber er bleibt natürlich meine Nummer eins."

02.09.10
 
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