Im vorletzten Sprint der Saison unterstrich Simone Hauswald eindrucksvoll ihre hervorragende Spätform. Am umgebauten Holmenkollen in der Nähe der norwegischen Hauptstadt Oslo ließ sich die 30-Jährige über die 7,5-Kilometer mit je einem Liegend- und einem Stehendanschlag den Sieg nicht nehmen.
Nach zwei fehlerfreien Runden ging Hauswald als Führende mit knapp zehn Sekunden Vorsprung in die Schlussrunde. Zwar verlor sie auf Domracheva Zeit, konnte aber knapp die Hälfte ins Ziel retten.
Die ersten Fünf im Tableau blieben allesamt ohne Fehler am Schießstand. Auf dem sechsten Rang landete dann Magdalena Neuner. Die zweifache Goldmedaillen-Gewinnerin von Vancouver leistete sich zwei Fahrkarten im Stehendanschlag, zeigte in der Loipe aber eine tadellose Vorstellung.
Ganz im Gegensatz zu zwei anderen deutschen Starterinnen. Denn sowohl Kati Wilhelm (+ 50,0) als auch Martina Beck (+54,5) trafen alle zehn Scheiben, konnten aber im Laufen nicht mit den Besten mithalten.
Doch die deutschen Damen zeigten insgesamt eine beeindruckende Leistung. Neben Siegerin Hauswald und Neuner konnte sich noch Wilhelm als Zehnte unter den Top Ten platzieren. Es folgten Beck auf Rang 13, Henkel auf 14, Kathrin Hitzer auf 17 und Tina Bachmann auf Rang 18.
In den TV-Interviews nach dem Rennen gaben sowohl Hauswald als auch Beck ihren Rücktritt zum Saisonende bekannt. Neben Kati Wilhem verlieren die deutschen Biathletinnen damit zwei weitere Aushängeschilder der letzten Jahre.
Neben ihren fünf Weltcup-Erfolgen holte Hauswald bei den Olympischen Spielen in Vancouver zweimal Bronze im Massenstart sowie in der Staffel. Bei der WM 2009 in Pyeongchang holte sie Silber im Sprint. Für die Tochter einer Südkoreanerin und eines Deutschen war dieser Erfolg in ihrem "Heimspiel" ein ganz emotionaler Moment. Neben zwei Europameistertiteln wurde sie insgesamt sieben Mal deutsche Meisterin sowie zweimal Weltmeisterin um Juniorenbereich.
"Diese 20 Jahre Leistungssport haben mich geprägt, das geht nicht spurlos an einem vorüber", sagte Hauswald mit Tränen in den Augen. "Ich werde immer mit dem Herzen dabei bleiben. Es gab viele Höhen und Tiefen. Es war insgesamt einfach schön. Viele tolle Momente waren dabei", sagte die Sportsoldatin, die nach dem Weltcup-Finale Ende März in Chanty-Mansijsk aufhören will: "Dann sollen die anderen Dinge des Lebens in den Vordergrund treten. Ich denke dabei an den Beruf und die Familienplanung."
Auf Martina Beck war besonders bei Weltmeisterschaften Verlass. 2003 in Chanty-Mansijsk siegte sie in der Verfolgung, 2007 in Antholz und 2008 in Östersund jeweils mit der Staffel. Bei Olympischen Spielen gewann sie insgesamt dreimal Silber sowie einmal Bronze. In der Saison 2002/03 gewann sie den Gesamt-Weltcup, dreimal stand sie in Einzelwettbewerben nach einer Saison ganz oben.
"Der Leistungssport hat uns soviel gegeben, doch irgendwann muss einfach Schluss sein", meinte Beck.
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