
Die deutschen Kombinierer hatten das Team-Springen in der norwegischen Hauptstadt dominiert. Bester Springer des deutschen Quartetts auf der neuen Holmenkollen-Schanze war der Oberwiesenthaler Frenzel, der bei 125 Metern landete. So ging die deutsche Mannschaft mit 28 Sekunden Vorsprung vor Olympiasieger Österreich auf die Loipe. Nur hauchdünn später sollte Norwegen als Dritter das Staffel-Rennen aufnehmen.
Doch die Schützlinge von Bundestrainer Hermann Weinbuch brauchten den Vorsprung beim Langlauf nicht nur auf, sie mussten sowohl die Norweger wie auch Team Austria vorbeiziehen lassen. So kamen sie in Person von Schlussläufer Tino Edelmann aus Zella-Mehlis mit knapp zwei Minuten Rückstand ins Ziel. Die Entscheidung um den Sieg war im Vergleich deutlich knapper, doch die Norweger behielten zum Jubel ihrer Landsleute die Nase vor den Österreichern vorne.
Die Nordischen Kombinierer, die sogar im Vorfeld mit dem Gedanken gespielt hatten, den Weltcup in Oslo zu boykottieren, brachten im Anschluss im Rahmen einer gemeinsamen, öffentlichkeitswirksamen Plakataktion ihre Anliegen aufs Tapet. So präsentierten Athleten der startenden Nationen im Schulterschluss ein Transparent, auf dem in großen Lettern der Weltverband FIS aufgefordert wurde: "Behandelt uns mit Respekt". Die Athleten nahmen hiermit Bezug darauf, dass sie in Whistler unter unfairen Bedingungen von der Schanze gelassen worden waren. Der Forderungskatalog der Sportler ist lang: Eine professionelle Jury bei allen Wettbewerben und eine Steigerung der öffentlichen Wahrnehmung und Wertschätzung der Nordischen Kombination, eingeschlossen flexibler TV-Zeiten und ansehnlicherer Wettkampfformen, sind die zentralen Punkte.
Der ursprünglich geplante Streik war nicht zustande gekommen. "Dazu hätte es alle Nationen gebraucht, aber beispielsweise die Amerikaner haben nicht mitgemacht", erklärte Frenzel. "Das Wichtige ist, dass wir mit unserer Aktion alle Athleten vertreten haben", führte der Oberwiesenthaler weiter aus. Ob die FIS in ihrem Hauptquartier in Oberhofen am Thuner See den Wünschen der Sportler entspricht, bleibt abzuwarten. Generalsekretärin Sarah Lewis reagierte eher zurückhaltend auf die Aktion. "Wir haben es zur Kenntnis genommen. Es ist natürlich unerfreulich, aber unsere Türen sind immer offen, um Probleme zu besprechen. Die Athleten haben unseren Respekt und wir respektieren ihre Leistungen", merkte Lewis kühl an.
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