Was war das für ein Rennen von Felix Neureuther: Nach dem ersten Durchgang lag der Deutsche auf dem legendären Ganslernhang, auf dem sein Vater Christian 1979 bereits erfolgreich war, auf dem dritten Platz. Dass der 25-Jährige aber am Ende die 70.000 Euro Preisgeld für den Sieg mitnehmen würde, hatte dennoch kaum jemand für möglich gehalten. Doch auch im zweiten Lauf rauschte Neureuther förmlich durch die Tore, setzte die Konkurrenz so unter Druck - und die patzte gehörig. Der Italiener Manfred Mölgg machte schon im ersten Drittel des Kurses einschneidende Fehler und musste den Hang wieder hochklettern, um überhaupt noch ein paar Weltcuppunkte zu kassieren. Mit einem Polster von 0,60 Sekunden ging als Letzter der Österreicher Reinfried Herbst in den Kurs. Doch der Favorit fädelte ein.
Im Ziel zitterten derweil die Neureuthers, denn auch die Eltern von Felix waren zugegegen. Mit Tränen in den Augen gratulierte der ehemalige Weltklasse-Rennläufer Christian seinem ebenfalls sichtlich gerührten Filius. "Das ist schöner, als selbst zu gewinnen", erklärte er stolz. Der Partenkirchner siegte in 1:37,35 Minuten vor Julien Lizeroux aus Frankreich (0,39 Sekunden zurück) und Giuliano Razzoli aus Italien (0,99).
„Das ist die Vollendung des größten Traums, den ich als Kind hatte.“Felix Neureuther
"Vor drei Wochen hieß es noch, der Junge muss um die Olympia-Quali fürchten, jetzt gewinne ich hier in Kitzbühel, das ist einfach irre", erklärte Felix Neureuther. 21 Jahre nach Armin Bittner schaffte er den ersten deutschen Sieg im Mekka des alpinen Skisports. Der letzte Weltcup-Sieg eines Deutschen war Alois Vogl fünf Jahre zuvor beim Slalom in Wengen gelungen. "Das ist die Vollendung des größten Traums, den ich als Kind hatte". Dass dieser Traum in Kitzbühel in Erfüllung ging, "wo auch der Papa gewonnen hat", machte den Sieg für Felix Neureuther "perfekt".

Auf Rang vier lief der Österreicher Benjamin Raich, der sich im Slalom die erste Weltcup-Kugel in der Kombination sicherte.
1. Felix Neureuther (Partenkirchen) 1:37,35 Min. (49,14/48,21 Sek.); 2. Julien Lizeroux (Frankreich) 1:37,74 (49,55/48,19); 3. Giuliano Razzoli (Italien) 1:38,34 (49,76/48,58); 4. Benjamin Raich (Österreich) 1:38,45 (49,54/48,91); 5. Michael Janyk (Kanada) 1:38,60 (50,02/48,58); 6. Marcel Hirscher (Österreich) 1:38,66 (49,97/48,69); 7. Ivica Kostelic (Kroatien) 1:38,93 (49,78/49,15); 8. Mattias Hargin (Schweden) 1:39,06 (49,52/49,54); 9. Steve Missillier (Frankreich) 1:39,15 (51,17/47,98); 10. Mario Matt (Österreich) 1:39,40 (51,18/48,22); ...34. Fritz Dopfer (Garmisch) 51,60
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