
Drei Favoritensiege, eine handfeste Überraschung. Wo soll das nur hinführen mit den New York Jets und ihrem Rookie-Quarterback Mark Sanchez? Erst der Wild-Card-Sieg bei den Cincinnati Bengals und nun ein 17:14 bei den hoch gehandelten San Diego Chargers! Der 23-jährige Sanchez beendete in seiner ersten Profisaison die Titelträume der zuvor elfmal in Serie siegreichen Kalifornier und führte seinen Klub erstmals seit 1998 wieder ins Halbfinale.
"Ich habe das ganze Jahr an uns geglaubt. Das war zwar keine populäre Meinung, aber das war mir egal. Und seht her, wo wir jetzt stehen", sagte Jets-Trainer Rex Ryan, der ebenfalls in seinem ersten NFL-Jahr tätig ist. Sein Team lag zur Pause mit 0:7 zurück, spielte in der Defensive gewohnt stark und drehte die Partie durch zwei Touchdowns von Tight End Dustin Keller und dem einmal mehr starken Rookie-Running-Back Shonn Greene (23 Versuche für 128 Yards) im Schlussviertel. Greene trug das Ei über 53 Yards zum 17:7 in die Endzone. Hinzu kam einmal mehr eine Interception von Pro-Bowl-Cornerback Darrelle Revis.
Bitter für die Chargers: Ausgerechnet Kicker Nate Kaeding versagte bei allen drei Field-Goal-Versuchen. Zuletzt beim Stand von 7:17 knapp fünf Minuten vor Schluss. Zuvor hatte der Pro-Bowl-Kicker 20 Versuche in Folge versenkt. Danach glückte den Chargers zwar noch ein Touchdown, doch den anschließenden Onside Kick konnte sich der Favorit nicht sichern, New York brachte den Vorsprung über die Zeit.
Die Jets setzen derweil ihren Höhenflug im Stile der Arizona Cardinals aus dem Vorjahr fort, die seinerzeit erst im Super Bowl vom diesmal enttäuschenden Meister Pittsburgh Steelers knapp geschlagen worden waren. Das Team aus New York trifft im AFC-Finale auswärts auf die Indianapolis Colts - natürlich wieder in krasser Außenseiterposition. "Indy" ist gewarnt. Am 27. Dezember verloren Manning & Co. zu Hause gegen die Jets mit 15:29 - es war die erste Saisonniederlage. Allerdings schonten die Colts seinerzeit einige Stammkräfte.

Die mit Spannung erwartete Partie zwischen den Minnesota Vikings und den Dallas Cowboys war eine einseitige Angelegenheit. Sowohl in der Offensive wie in der Defensive waren die Wikinger das bessere Team. Besonders gegen zwei Spieler kamen die Texaner einfach nicht an: Quarterback Brett Favre und Wide Receiver Sidney Rice waren in Minneapolis nicht zu stoppen.
Im Duett waren die beiden für drei Touchdowns des Abends verantwortlich. Den vierten steuerte Tight End Visanthe Shiancoe bei. Dagegen erwischte Dallas-Spielmacher Tony Romo einen rabenschwarzen Tag. Der 29-Jährige verlor bei drei Fumbles zweimal das Ei, zudem leistete er sich auch noch eine Interception. Kein einziges Mal konnten die Cowboys das Ei in die Endzone der Vikings tragen.
Bereits zur Pause lag Minnesota mit 14:3 in Front. Die Cowboys konnten auch im zweiten Durchgang nicht mehr zusetzen und ergaben sich in der Niederlage. "Keiner war mehr überrascht als ich über dieses Spiel. Ich hätte nie gedacht, dass es ein so klarer Sieg wird", sagte Favre, der als erster 40 Jahre alter Quarterback der NFL-Geschichte ein Play-off-Spiel gewann und anschließend breit grinsend in der Kabine seine berühmten und gefürchteten Po-Klatscher an die Mitspieler verteilte.
Minnesota darf damit weiterhin vom ersten Titelgewinn träumen. Dazu muss das Team um die lebende Legende Favre nun aber am kommenden Sonntag im Conference-Finale der NFC die schwere Auswärtshürde New Orleans Saints überspringen.
Denn in New Orleans war die Partie bereits zur Pause bei einer 35:14-Führung für die Saints entschieden. Während Quarterback Drew Brees (am Freitag hatte er seinen 31. Geburtstag gefeiert) sein Team mit drei Touchdown-Pässen und insgesamt 247 Yards ins erste Halbfinal-Heimspiel der Vereinsgeschichte führte, liebäugelte Arizonas Spielmacher Kurt Warner nach der Niederlage mit seinem Rücktritt.
"Ich habe einige Ideen in meinem Kopf. Aber ich möchte erstmal etwas Abstand gewinnen und schauen, ob ich dann immer noch dieses Gefühl habe. Ich denke jedoch, dass das kein allzu langer Prozess sein wird", sagte der 38-Jährige nach der Partie. Im Wild-Card-Spiel gegen die Green Bay Packers (51:45 n.V.) hatte Warner mit fünf Touchdown-Pässen und einem quasi perfekten Spiel für Furore gesorgt. Diesmal kamen nur 17 seiner 26 Pässe an (205 Yards, eine Interception).

Auch die Indianapolis Colts hatten wenig Mühe mit den Balimore Ravens. "Indy" siegte mit 20:3 gegen die Raben, die zuvor in den Wild-Card-Spielen mit einem Auswärtssieg bei den New England Patriots überrascht hatten.
Indianapolis, das beste Team der Vorrunde, kam dank zweier starker Szenen von Spielmacher Peyton Manning weiter, dem in den Schlusssequenzen vor der Halbzeitpause zwei Touchdown-Pässe gelangen. "Wir waren gut vorbereitet, von Beginn an bei der Sache und haben das Tempo bestimmt", sagte Liga-MVP Manning nach dem erstem Play-off-Sieg seit dem Gewinn des Superbowls am 4. Februar 2007. Ravens-Quarterback Joe Flacco gelang kein Touchdown, vielmehr unterliefen ihm zwei Interceptions.
Im Finale um die Meisterschaft in der AFC treffen die Colts am 24. Januar nun auf den Sieger der Begegnung zwischen den San Diego Chargers und den New York Jets.
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