
Bereits mit dem 51:45-Erfolg im Wild-Card-Game gegen die Green Bay Packers schrieben die Arizona Cardinals letztes Wochenende Geschichte. Es war die punktreichste Begegnung, die jemals in den Play-offs der NFL gespielt wurde. Quarterback Kurt Warner brachte 29 seiner 33 Pässe über insgesamt 379 Yards und fünf Touchdowns an den Mann.
Und nun steht das Duell gegen das offensivstärkste Team der regulären Saison an. Die New Orleans Saints führen die Statistiken in den Kategorien meiste Punkte, meiste Yards sowie die meisten Touchdowns an. Quarterback Drew Brees überzeugte in der regulären Saison mit 4388 Yards sowie 34 Touchdown-Pässen. Brees feiert am 15. Januar übrigens seinen 31. Geburtstag, sein Sohn wird am Freitag ein Jahr alt. Erst der "doppelte" Geburtstag und dann ein Sieg und das Glück für Brees wäre vollkommen. Die Saints als bestes Team der NFC gehen ausgeruht in die Partie, da sie letzte Woche nicht gefordert waren.
Zurückgelehnt haben sich auch die Indianapolis Colts als bestes Team der AFC sowie der kompletten regulären Saison. Das Team um "MVP" Peyton Manning empfängt in der Nacht zum Sonntag (MEZ) die Baltimore Ravens. Die Ravens rutschten gerade noch so in die Play-offs und stellten im Wild-Card-Game den New England Patriots überraschend mit 33:14 ein Bein.
Die Partie im Indiana Stadium ist auch ein Vergleich unterschiedlicher Systeme. Hier die Colts, die in der Offensive auf den starken Arm Mannings vertrauen sowie auf die Fangqualitäten ihrer Wide Receiver Reggie Wayne und Dallas Clark, die bisher jeweils zehn Touchdowns erzielten. Mit 282,2 Yards pro Spiel weisen die Colts hinter den Houston Texans (290,9) die zweitbeste Passing-Offensive der Liga auf.
Allerdings ist die Defense der Ravens die drittbeste der NFL. Die Mannen um die beiden Stars Ray Lewis und Ed Reed ließen pro Partie nur 300,5 Yards zu. In der Offensive setzt Quarterback Joe Flacco bevorzugt seine Running Backs Willis McGahee (12 Touchdowns) und Ray Rice (7) ein.
Kleine Anmerkung am Rande: Die Indianpolis Colts begannen übrigens 1953 als Baltimore Colts und waren bis 1983 in der Hafenstadt beheimatet.

Am Sonntagabend (MEZ) geht es dann mit der Partie der Minnesota Vikings gegen die Dallas Cowboys weiter. Im Mittelpunkt steht dabei Altstar Brett Favre. Der Vikings-Quarterback spielte mit 40 Jahren eine seiner besten Saisons und weist in etlichen Statistiken Bestwerte auf. So leistete er sich zum Beispiel in der regulären Saison nur sieben Interceptions. Mit 107,2 erreichte er das beste Pass-Rating in seiner 19-jährigen Karriere.
Doch auch sein Gegenüber Tony Romo zeigte zuletzt hervorragende Leistungen. In sechs der letzten sieben Partien kam der 29-Jährige auf ein Rating von über 100. Überhaupt liefen die Cowboys gegen Ende der regulären Saison so richtig heiß, was ein gutes Zeichen für die Play-offs ist. Auch Running Back Felix Jones kam erst gegen Ende so richtig ins Rollen und war beim 34:14 über die Philadelphia Eagles im Wild-Card-Game mit einem Touchdown und 148 Yards der Matchwinner.
Der Sieg über die Eagles war übrigens der erste Erfolg der Texaner in den Play-offs seit 1996. Dementsprechend selbstbewusst geht das Team von Headcoach Wade Phillips die Partie im Minnesota-Dome an.
Bärenstark gegen Ende der regulären Saison waren auch die San Diego Chargers. Elf Siege in Folge fuhr das Team von Headcoach Norv Turner zuletzt ein. Quarterback Philipp Rivers - der eigentlich immer irgendwie im Schatten prominenterer Kollegen steht - spielte seine beste Saison und stellte in etlichen Kategorien persönliche Rekorde auf.
Rivers kann sich besonders auf Running Back LaDainian Tomlinson verlassen. Der 30-Jährige zählt zu den besten seines Fachs und erlief in der regulären Saison zwölf Touchdowns. Jedoch ist er in der Offensive der Chargers lange nicht mehr so präsent wie noch vor ein paar Jahren. "Nur" 730 erlaufene Yards stehen für ihn zu Buche, in sämtlichen Spielzeiten zuvor waren es jeweils über 1000. Besonders das Pass-Spiel mit Wide Receiver Vincent Jackson (9) und Tight End Antonio Gates (8) nimmt bei den Süd-Kaliforniern mittlerweile mehr Raum ein.

Variabilität in der Offensive ist gegen die New York Jets aber auch ein Muss, denn das Team stellt die beste Defensive der Liga. Nur 252,2 Yards ließ die "Gang Green" durchschnittlich pro Partie zu. Auch ein Verdienst von Cornerback Darrelle Revis, der 54 Mal seinen Gegenspieler tackelte, 37 Mal (NFL-Höchstwert) einen Pass verhinderte und sechs Interceptions fing. Dass nicht der 24-Jährige, sondern Green Bays Charles Woodson zum "Defensive Player of the Year" gewählt wurde, bringt Jets-Headcoach Rex Ryan noch heute auf die Palme.
Die Offensive der Jets ist sehr einseitig ausgerichtet. Das Rushing-Game dominiert, hier sind die New Yorker mit 172,2 Yards pro Partie das beste Team der NFL. Das Pass-Spiel dagegen rangiert mit 148,8 Yards unter ferner liefen, nur die Cleveland Browns waren in der regulären Saison noch schlechter. Der Play-off-Einzug allein ist für Rookie-Quarterback Mark Sanchez ein riesiger Erfolg. Obwohl der 23-Jährige selbst keine guten Werte aufweist. Zwölf Touchdown-Pässen stehen 20 Interceptions gegenüber. Verständlich, dass sich der Kalifornier mit mexikanischen Wurzeln auf das Laufspiel konzentriert.
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