NFL: Prügel für Quinn und die Browns
Belichicks Mut nicht belohnt
Vor 67.476 Zuschauern im Lucas Oil Stadium in Indianapolis entwickelte sich zwischen den Indianapolis Colts und den New England Patriots eine packende Partie mit einem dramatischen Ende.
Denn zwei Minuten und acht Sekunden vor der Schlusssirene setzte Patriots-Headcoach Bill Belichick alles auf eine Karte. Die Pats führten mit 34:28 und hatten ein viertes Down. Doch statt den Ball zu punten entschied sich Belichick für einen Spielzug. Quarterback Tom Brady sollte einen kurzen Pass auf Running Back Kevin Faulk spielen, der dann die noch fehlenden zwei Yards erlaufen sollte.
Die NFL
Doch der Plan misslang, Colts-Safety Melvin Bullitt, der den verletzten Bob Sanders ersetzte, brachte Faulk zu Boden. So erhielt Colts-Quarterback Peyton Manning plötzlich nochmals eine Chance. Und der dreimalige MVP ließ sich die Möglichkeit nicht entgehen. 16 Sekunden vor Schluss fand er mit einem Pass Wide Receiver Reggie Wayne, der mit einem Touchdown ausglich. Kicker Matt Stover behielt anschließend die Nerven und sicherte mit dem Extrapunkt den Sieg.
Die Colts bleiben damit der Angstgegner der Patriots. Fünf der letzten sechs Vergleiche gingen an das Team aus Indiana. Mit dem Triumph bauten die Colts saisonübergreifend ihre Erfolgsserie auf 18 Siege am Stück aus.
Vollmer hat Freeney im Griff
Bei den Pats stand der deutsche Tackle Sebastian Vollmer zum vierten Mal in Folge in der Startelf. Der Düsseldorfer bot erneut eine gute Leistung und ließ Dwight Freeney nicht zur Entfaltung kommen. Der Defense End der Colts hatte in den bisherigen acht Saisonspielen immer mindestens einen Sack zu verzeichnen. Dieses Mal ging er leer aus, sein Team aber siegte am Ende.
Saints und Bengals weiter in der Erfolgsspur
Die Colts sind damit neben den New Orleans Saints das einzig noch ungeschlagene Team in der NFL. Die Saints gewannen mit 28:23 bei den St. Louis Rams und weisen erstmals in ihrer Historie eine 9:0-Bilanz auf. Running Back Reggie Bush führte die Saints mit zwei Touchdowns zum Sieg.
In der Erfolgsspur blieben auch die Cincinnati Bengals. Das Überraschungsteam der Saison gewann bei den Pittsburgh Steelers mit 18:12 und brachten dem Meister so die dritte Niederlage bei. Da die Bengals (7:2) in ihrer Division nun bei 5:0 Siegen stehen, haben sie beste Chancen, die Play-offs zu erreichen. Vor 65.392 Zuschauern im Heinz Field in Pittsburgh dominierten die beiden Defensivreihen das Geschehen auf dem Platz. Cincinnatis Rookie Bernard Scott erzielte mit einem Kick-off-Return über 96 Yards den einzigen Touchdown der Partie.
Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger musste vier Mal zu Boden. Die Steelers verloren nicht nur die Partie, sondern auch noch Safety Troy Polamalu. Der Publikumsliebling verletzte sich am Knie und konnte nicht mehr weiterspielen.
Green Bay stoppt Dallas
Dagegen riss die Siegesserie der Dallas Cowboys. Die Texaner verloren bei den Green Bay Packers mit 7:17. Die Packers boten besonders in der Defensive eine gute Leistung und kamen insgesamt auf neun Tackles, zwei Fumbles und je einen Sack und eine Interception. Dallas musste so die erste Niederlage nach vier Siegen am Stück einstecken.
Besser machten es die Minnesota Vikings um Routinier Brett Favre, die mit dem 27:10 über die Detroit Lions ihren achten Sieg einfuhren.
Prügel für Quinn und die Browns
In der Nacht zum Dienstag kamen die Cleveland Browns gegen die Baltimore Ravens mit 0:16 unter die Räder. Die Browns, mit einer Bilanz von 1:8 eines der Kellerkinder der NFL, blieben erstmals in dieser Saison ohne eigene Punkte.
Die Partie vor 69.023 Zuschauern im Browns-Stadion war binnen weniger Sekunden entschieden. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit gelang Baltimores Running Back Ray Rice der erste Touchdown, 15 Sekunden später fing Safety Dawan Landry einen Pass von Browns-Quarterback Brady Quinn ab und trug das Ei übr 48 Yards in die Endzone.
Quinn stand noch in einer anderen Situation im Mittelpunkt. Der 25-Jährige soll sich nach einer Interception bei einem Block gegen Baltimores Terrell Suggs im dritten Viertel eine Unsportlichkeit - ein so genanntes "bad play" - geleistet haben. Diese Meinung vertrat zumindest Ravens-Linebacker Ray Lewis nach der Partie.
Für die Aktion bekam Quinn eine 15-Yard-Strafe aufgebrummt, Suggs konnte wegen einer Verletzung im rechten Knie nicht mehr weiterspielen. Eine Kernspintomografie soll genaueren Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.
Gegenüber der amerikanischen Nachrichtenagentur AP forderte Lewis, der seit 1996 für Baltimore spielt und in der Hafenstadt wegen seiner harten Spielweise Kultstatus genießt, eine Strafe gegen Quinn. Damit hat er genügend eigene Erfahrung. Erst vor kurzem musste er 25.000 Dollar zahlen, nachdem er beim 7:17 gegen die Cincinnati Bengals Wide Receiver Chad Ochocinco unfair attackierte.
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